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Der Papst empfiehlt das Leben und Beten mit der neuen Jugendbibel
Lokales 3 Min. 19.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Ein Buch wie Feuer

Der Papst empfiehlt das Leben und Beten mit der neuen Jugendbibel

Die Youcat-Jugendbibel ist ein sehr gelungenes, spritziges und schönes Werk, sogar ein interessantes Weihnachtsgeschenk.
Ein Buch wie Feuer

Der Papst empfiehlt das Leben und Beten mit der neuen Jugendbibel

Die Youcat-Jugendbibel ist ein sehr gelungenes, spritziges und schönes Werk, sogar ein interessantes Weihnachtsgeschenk.
Paul Galles
Lokales 3 Min. 19.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Ein Buch wie Feuer

Der Papst empfiehlt das Leben und Beten mit der neuen Jugendbibel

So kann eine Bibel also auch sein: nicht akademisch trocken, sondern belebt, bewegt, beherzt. Mit einem ergreifenden Vorwort des Papstes, unter Mithilfe von Jugendlichen, aufgelockert durch Zeugnisse und Cartoons – so präsentiert sich diese Jugendbibel, die man definitiv nicht verpassen sollte.

So kann eine Bibel also auch sein: nicht akademisch trocken, sondern belebt, bewegt, beherzt. Mit einem ergreifenden Vorwort des Papstes, unter Mithilfe von Jugendlichen, aufgelockert durch Zeugnisse und Cartoons – so präsentiert sich diese Jugendbibel, die man definitiv nicht verpassen sollte.

Die Zeiten haben sich gewandelt. Die Bibel ist nicht mehr das Buch mit den sieben Siegeln. Damit ist zwar schon seit längerem Schluss, aber die Jugendbibel der „Youcat Foundation“ stellt einen neuen Sprung dar. Sie ist kein exegetisches Werk, sondern ein pastorales. Sie biedert sich dabei jedoch nicht durch Entschärfung oder Verkürzung des Textes an, sondern bewahrt seine explosive Kraft (in der Version der Einheitsübersetzung), auch wenn sie im Sinne der Verständlichkeit eine Auswahl trifft. Manche Texte der Bibel werden ja nicht nur in den kirchlichen Lektionaren, sondern auch bei der persönlichen Lektüre übersprungen. Sie fehlen von vornherein in der Jugendbibel, und das stört nicht.

In der Einfachheit liegt die Kraft

Das Besondere an dieser Bibel wird im äußerst lesenswerten Vorwort des Papstes deutlich. Die Bibel kann „gefährlich“ sein, da wegen ihres Besitzes schon manche Menschen verfolgt wurden. Die Bibel kann überfordern. Dieser Herausforderung entgeht man aber nicht, indem man den biblischen Text klein redet. Die Heilige Schrift verdient, ernst genommen zu werden. Sie verlangt Zeit und Geduld. Aber der Leser darf sich selber nicht überfordern, da nicht der Mensch Gott etwas beweisen muss, sondern Gott uns aus Liebe ansieht. So erzählt der Papst von seiner alten Bibel, aus der er regelmäßig und mit Freude im Gebet liest – und bei der er auch mal einschläft. „Aber das macht nichts. Ich bin wie ein Sohn beim Vater, und das ist wichtig.“  

Was also ist die Bibel?

In den zehn Leseregeln zu Beginn des Buches nennen die Herausgeber sie „eine große Liebesgeschichte mit Happy End“. Manche Exegeten und Bibeltheologen wird diese Einfachheit erschrecken, und doch: Warum den biblischen Text kompliziert machen, wenn seine Aussageabsicht doch ganz einfach ist? Sie ist das Herzenswort Gottes an das Herz der Lesenden, transportiert „mit menschlichen Worten und in menschlicher Sprache“ dank jener Menschen, die sich von Gott führen ließen und dies aufschrieben. Sie ist ein Geschenk, ein Liebesbrief.  

Und in dieser Hinsicht überzeugt die Jugendbibel. Gut aufgemacht sowie lebendig und handlich präsentiert lädt sie zum Lesen und zur Freude ein. Diese Bibel macht – mit Verlaub – Spaß! Sie motiviert zum eigentlichen Ziel: inspiriert durch den biblischen Text die Botschaft im eigenen Leben zu aktualisieren. Alleine oder mit anderen.

Ist die Bibel gefährlich?

Es gehört aktuell zu den überflüssigen Witzen, Menschen auf der Straße blutrünstige Verse aus der Bibel vorzulesen und sie glauben zu lassen, es handele sich um gewalttätige Suren des Koran. Mögliches Fazit: Bibellesende könnten auch Fundamentalisten sein.  

Ganz abgesehen davon, dass eine solche Deutung weder Bibel noch Koran gerecht wird, kommt für die Bibel etwas Entscheidendes hinzu. Jesus Christus und seine Botschaft der Liebe Gottes sind das höchste Kriterium für die Auslegung. Kriegserzählungen werden zu Beschreibungen von Situationen, nicht von Gott. Bilder eines wütenden, rachsüchtigen Gottes werden aus der historischen Situation heraus betrachtet, nicht als bleibend gültige Gottesdarstellung. Durch Jesus wird Gott zum persönlichen Vater, der Geist zur Kraft der Liebe, die Kirche zur Gemeinschaft, die Bibel zum „kostbarsten Schatz“ (Papst Franziskus im Vorwort) und zum Lebensbegleiterin für das Spirituelle, das soziale Engagement und das persönliche Zeugnis.  

So gesehen ist die Bibel dem Leben der Menschen nahe. Sie erzählt, dass Gott eine gemeinsame Geschichte mit den Menschen hat. Die Bibel will bewegen. Sie braucht mutige Lesende. Dies zu vermitteln, gelingt der Jugendbibel. Deswegen ist sie ein sehr gelungenes, spritziges und schönes Werk, sogar ein interessantes Weihnachtsgeschenk.

YOUCAT - Jugendbibel, Jugendbibel der Katholischen KircheHerausgegeber: Österreichische Bischofskonferenz; Von Söding, Thomas; Fischer, Georg; Meuser, Bernhard u. a.

Paul Galles, Projektmanager bei Young Caritas Luxemburg