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Der Kommentar: Keine Angst vor der Stillstandbeseitigungskoalition
Lokales 04.11.2013

Der Kommentar: Keine Angst vor der Stillstandbeseitigungskoalition

Keine Angst vor Blau-Rot-Grün: Jeder Neuanfang geht auch einmal zu Ende.

Der Kommentar: Keine Angst vor der Stillstandbeseitigungskoalition

Keine Angst vor Blau-Rot-Grün: Jeder Neuanfang geht auch einmal zu Ende.
Foto: Foto: Marc Wilwert
Lokales 04.11.2013

Der Kommentar: Keine Angst vor der Stillstandbeseitigungskoalition

Zwei Wochen ist die Wahl nun her und die Welt ist noch nicht untergegangen. Luxemburg durchlebt zur Zeit eine in seiner Geschichte sehr seltene Erfahrung: einen Regierungswechsel.

Von Christoph Bumb

Zwei Wochen ist die Wahl nun her und die Welt ist noch nicht untergegangen. Luxemburg durchlebt zur Zeit eine in seiner Geschichte sehr seltene Erfahrung: einen Regierungswechsel.

Es sollte eigentlich zur Normalität in einem demokratischen Land gehören, aber bei uns ist es eine ziemliche Rarität. Nur einmal in den vergangenen 70 Jahren wurde eine Regierung abgewählt und eine andere Partei als die CSV stellte den Premierminister. Und das Land hat es bekanntlich überlebt.

Nun schickt sich erstmals seit den 1970er Jahren erneut ein regierungspolitischer Wandel an. Liberale, Sozialisten und Grüne haben es gewagt, die Vorherrschaft der "ewigen" christlich-sozialen Regierungspartei in Frage zu stellen und, bisher erfolgreich, zu brechen.

Und man hat Großes vor. Von "Neuanfang", "Modernisierung" und der notwendigen "Beseitigung des Stillstands" im Land ist die Rede. Was sich dahinter verbirgt, muss sich erst noch zeigen. Doch selbst diejenigen, die dieser Formation des Wandels von vornherein äußerst kritisch gegenüberstehen, sollten nicht verzagen oder gar aggressive Anti-Stimmung verbreiten. Jeder hat seine Chance verdient.

Es ist jedenfalls kein Drama, dass sich die Zeiten auch mal ändern. Ob man es nun "frischer Wind", "Neustart" oder sonstwas nennen will - über die demokratische Grundidee eines normalen Regierungswechsels hinaus, muss es nicht schlecht sein für ein Land, auch einmal etwas Neues zu wagen. Zumal die Neuanfänger laut eigener glaubwürdiger Aussage nur das Zimmer etwas lüften und nicht das ganze Haus abbrennen wollen.

Um nicht allzu radikal rüberzukommen hat die selbsternannte "Stillstandbeseitigungskoalition" ja vorgesorgt. Um den Drang nach einem allzu extremen Wechsel einzudämmen, hat man mit der LSAP ja einen starken Pfeiler der Kontinuität, ja gleich mehrere mit Stillstandsverwaltung und jahrzehntelanger muffiger Regierungsluft bestens vertraute Matrosen mit ins Boot genommen.

Und auch sonst gibt es eigentlich keinen Grund, ängstlich oder nervös in die Zukunft zu blicken. Jeder Neuanfang geht nämlich auch einmal zu Ende. Und jedes auch noch so frische Lüftchen fühlt sich nach einem tiefen Durchatmen irgendwann sehr vertraut an.


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