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Der Kommentar: Helfen, bevor es zu spät ist
Lokales 24.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Der Kommentar: Helfen, bevor es zu spät ist

Lokales 24.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Der Kommentar: Helfen, bevor es zu spät ist

Der Schock sitzt tief. Zwar ist Steve Duarte aus Meispelt nicht der erste Einwohner aus Luxemburg, der sich in Syrien den Dschihadisten anschloss, wie das „Luxemburger Wort“ bereits im vergangenen Juli ausführlich berichtete.

Von Michel Thiel

Der Schock sitzt tief. Zwar ist Steve Duarte aus Meispelt nicht der erste Einwohner aus Luxemburg, der sich in Syrien den Dschihadisten anschloss, wie das „Luxemburger Wort“ bereits im vergangenen Juli ausführlich berichtete. Was in diesem Fall jedoch schockiert ist, dass es sich um einen jungen Mann handelt, dessen Gesicht viele kannten. Diesmal traf es „Pollo“, das einstige Raptalent, den „netten Jungen von nebenan“. Wie es dazu kam, dass er ins dschihadistische Milieu ab glitt und jetzt für den „Islamischen Staat“ Propaganda betreibt, weiß nur der 25-Jährige selbst. Aus seinem Schicksal sollten wir jedoch lernen, dass es auch unserer eigenen Kinder sind, auf die jene Propaganda abzielt. Auch wenn erste Stimmen fordern, jenen Gebetsraum in der Escher Brillstraße zu schließen, den auch Duarte besuchte, wird Repression allein dieses Problem kaum lösen. Justiz und Experten fordern seit längerem, mit Präventionsmaßnahmen gegen derartige Radikalisierungsbestrebungen vorzugehen – längst nicht nur im islamistischen Spektrum. Es ist an der Zeit, menschenverachtende Ideologen mit der schärfsten Waffe zu bekämpfen, die uns zur Verfügung steht: Bildung. Im Ausland wird seit Jahren zusammen mit Schulen und Sozialpartnern Aufklärung betrieben, Aussteigern wird eine Anlaufstelle geboten, um aus dem extremistischen Sumpf zu entkommen. Wann wird dies auch hierzulande möglich sein?