Der Kommentar

Fuchsjagd und kein Ende

Jagdverband FSCHL erreicht die nötigen Stimmen.

Laut Schätzungen des Jagdverbandes leben 5 000 bis 10 000 Füchse in 
Luxemburg.
Laut Schätzungen des Jagdverbandes leben 5 000 bis 10 000 Füchse in 
Luxemburg.
Foto: Shutterstock

(jsf) - Die vom Jagdverband FSHCL initiierte Petition gegen die von der Regierung beschlossenen Jagdverbote hat die nötigen 4 500 Stimmen erhalten. Nun muss sich der zuständige Parlamentsausschuss damit beschäftigen. Die Petition wird von zahlreichen zumeist landwirtschaftlichen Verbänden mitgetragen. Die Petition wurde vor wenigen Wochen gestartet.

Die Regierung hatte beschlossen, die Fuchsjagd in Luxemburg ab April für ein Jahr lang zu verbieten und zudem vom 1. März bis zum 15. April eines Jahres die Jagd in Wäldern generell zu untersagen. Gründe dafür waren unter anderem, dass Fuchsfleisch nicht gegessen werde, das Fell nicht benötigt werde und die Tollwut in Mitteleuropa verschwunden sei.

Die Jäger führen in ihrer Petition etliche Punkte an. Darunter:

- einen inakzeptablen Eingriff in das Eigentumsrecht der Grundbesitzer;

- einen drastischen Anstieg der Fuchspopulation; ein Existenzrisiko für stark bedrohte Arten (Rebhuhn, Haselhuhn, Kiebitz);

- ein erhöhtes Krankheitsrisiko für Mensch und Tier (Tollwut, Fuchsbandwurm, Afrikanische Schweinepest, Räude usw.).

Etliche dieser Punkte sind allerdings umstritten oder gehen ins Leere, wie das Argument mit der Tollwut. Auch eine Vervielfachung der Fuchsbestände ist umstritten bzw. nicht belegt. Die Afrikanische Schweinepest hingegen gab es noch nicht in Luxemburg. Die Milbenerkrankung Räude (eine parasitäre Hauterkrankung) ist für Menschen nicht gefährlich und auch bei Haustieren gut behandelbar.

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Der Kommentar

Die Petition führt viele Punkte ins Feld, aber kaum einer greift. Entweder gibt es die Gefahr gar nicht im Land (Tollwut, Afrikanische Schweinepest) oder sie ist fraglich (Ausrottung von Bodenbrütern durch Füchse), zumal auch eine Vervielfachung der Fuchsbestände ohne Bejagung sehr umstritten ist. Warum es gegen den Fuchsbandwurm zudem besser ist, Füchse auf Verdacht zu erschießen (und womöglich infizierte Tiere anzufassen), anstatt Wurmkuren auszulegen, ist auch eine gute Frage. Was bleibt, ist eine Tradition und ein Hobby, das sich die Jäger nicht verbieten lassen wollen – erst Recht, auf Privatgrundstücken. Ob das reicht, um den Entschluss der Regierung zu kippen, wird sich zeigen. (Jan Söfjer)