Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Der Frühling kündigt sich an: Kraniche überfliegen Luxemburg
Lokales 1 29.02.2016 Aus unserem online-Archiv

Der Frühling kündigt sich an: Kraniche überfliegen Luxemburg

Lokales 1 29.02.2016 Aus unserem online-Archiv

Der Frühling kündigt sich an: Kraniche überfliegen Luxemburg

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Bereits Anfang Februar konnten erste Kranichschwäme auf ihrem Weg zu ihren Brutgebieten in Luxemburg beobachtet werden. Der "Heimflug" der "Krukerten" ist ein untrügliches Zeichen für den herannahenden Frühling.

(TJ/C.) -  Längere Tage, zartes Grün und langsam steigende Temperaturen kündigen das Ende des Winters an. Das spektakulärste Zeichen für den nahenden Frühling ist jedoch jedes Jahr der Heimzug der Kraniche (Latein: Grus grus) in ihre Brutgebiete. „D’Krukerten“ oder „d’Hoergäns“, wie die Kraniche im Volksmund heißen, kommen aus ihren Winterquartieren in Südeuropa zurück und fliegen in einem etwa 150 km breiten Zugkorridor in ihre in Norddeutschland, Skandinavien und Russland liegenden Brutgebiete. Aufmerksamkeit erregen sie nicht zuletzt durch ihre charakteristischen Laute, die oftmals über Kilometer zu hören sind.

Der mitteleuropäische Brutbestand wird auf etwa 25 000 Brutpaare geschätzt, im gesamten Europa brüten etwa 120 000 Paare. Um auf ihren Wanderungen so wenig wie nur möglich Kraft zu verlieren, fliegen die Kraniche in Zugformationen, wobei die bekannteste wie ein „V“ aussieht.

Jedoch nicht nur die Kraniche fliegen in solchen Formationen: Auch Gänse und Kormorane fliegen in diesen energiesparenden Formationen. So handelt es sich bei vielen im Winter in der Moselgegend gesehenen Kranichen in Wirklichkeit um Kormorane. Einzelne Kraniche können am ehesten mit Störchen oder Reihern verwechselt werden, doch sind die trompetenartigen Rufe der Kraniche charakteristisch.

In Roeser machten die Tiere auf dem Weg nach Norden dieser Tage eine Rast.
In Roeser machten die Tiere auf dem Weg nach Norden dieser Tage eine Rast.
Foto: Natur&Ëmwelt

Und noch etwas, Kraniche sind keine Gänse, sondern sind eine eigene Vogelfamilie (Latein: Gruidae).  Die ersten Kranichtrupps wurden natur&ëmwelt am 6 und 7., 18. respektive verstärkt vom 22. bis 27. Februar 2016 gemeldet. Wie fast alle hierzulande durchziehenden Kraniche kamen diese wahrscheinlich vom Lac du Der in der Champagne, einem der größten Kranichrastplätze in Mitteleuropa.

Hier rasten im Frühjahr und vor allem im Herbst bis zu 120 000 Kraniche; seit ein paar Jahren überwintern hier sogar bis zu 20 000 dieser Großvögel. Auch aus Luxemburg gibt es zunehmend Winterbeobachtungen von Kranichen. Am 28.02. konnten im Roeserbann 320 rastende Kraniche beobachtet werden, die auch die Nacht in den feuchten Wiesen des Vogelschutzgebietes verbrachten.

Die Hauptmasse der Kraniche wird sicherlich erst in den nächsten Wochen über Luxemburg in den Norden ziehen. Übrigens wurden auch bereits die ersten Weißstörche gemeldet, das Frühjahr rückt mit großen Schritten voran. Weitere Vogelbeobachtungen finden interessierte Naturfreunde unter www.ornitho.lu.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die "Krukerten" sind wieder da
Kraniche gelten als Frühlingsboten, was in diesem Fall ein Grund zur Hoffnung ist: in den vergangenen Tagen wurden die Tiere über Luxemburg beobachtet.