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Bürger sollen bei der Gestaltung der Mobilität mitreden
Lokales 3 Min. 12.10.2021
In der Hauptstadt

Bürger sollen bei der Gestaltung der Mobilität mitreden

Zuerst wird eine Bestandsaufnahme aller Mobilitätsformen erstellt.
In der Hauptstadt

Bürger sollen bei der Gestaltung der Mobilität mitreden

Zuerst wird eine Bestandsaufnahme aller Mobilitätsformen erstellt.
Foto: Chris Karaba
Lokales 3 Min. 12.10.2021
In der Hauptstadt

Bürger sollen bei der Gestaltung der Mobilität mitreden

David THINNES
David THINNES
Der Schöffenrat stellt den Prozess für die Erstellung des zukünftigen Mobilitätsplans vor. Es ist auch eine nationale Herausforderung.

125.000 Einwohner zählt die Stadt Luxemburg. 160.000 Arbeitsplätze gibt es in der Hauptstadt, davon wohnen etwa 50.000 auf dem Gebiet der Stadt Luxemburg.

Diese Zahlen bestimmen die Überlegungen für den zukünftigen Mobilitätsplan der Hauptstadt. Der Ablauf wird am Mittwochabend im Großen Theater vorgestellt, vor allem die Art und Weise der Bürgerbeteiligung steht im Vordergrund. „Die Stadt Luxemburg ist eine Festungsstadt – eine Festungsstadt, die offen ist. Momentan sind unsere Hauptverkehrsachsen überlastet: Dort zählen wir 170.000 motorisierte Bewegungen pro Tag“, erklärt Patrick Goldschmidt (DP), Mobilitätsschöffe der Stadt Luxemburg. Der Mobilitätsplan hat den Untertitel „vernetzt, innovativ, nachhaltig“.

Der Schöffenrat will schauen, wie die Hebel bei den verschiedenen Akteuren eventuell anders angesetzt werden können und eventuell auch alternative Formen der Mobilität geschaffen werden, so Goldschmidt. Der DP-Politiker gibt ein Beispiel: Etwa 55.000 Vignetten für das Einwohnerparken existieren in der Hauptstadt. „Die Zukunft liegt beim Car-Sharing, auch wenn dies momentan noch nicht so populär ist.“


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Natürlich spielt der öffentliche Transport bei diesen Planungen eine große Rolle. 120.000 Personen benutzen diesen Dienst schätzungsweise jeden Tag in der Hauptstadt. 

Für Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) spielt in diesem Kontext ein weiterer Faktor mit: „Die Herausforderung in der Hauptstadt sind nicht die Einwohner, sondern die Personen, die hierhin zum Arbeiten kommen. Wir können nicht schauen, wie jemand von Ettelbrück in die Hauptstadt kommt. Das ist eine nationale Diskussion. Es muss auch einen nationalen Konsens geben. Wir sagen nicht ,Es geht uns nichts an’. Es benötigt ein intelligentes Zusammenspiel aller Träger.

Abschluss bis Herbst 2022

Dieses Zusammenspiel läuft bei der Stadt Luxemburg mit einem internationalen Expertenbüro – IVAS aus Dresden – ab. Erstes Ziel ist nun eine Bestandsaufnahme der Stärken, Schwächen, Risiken und Opportunitäten der urbanen Mobilität. 

Es geht nur im Zusammenspiel mit den Einwohnern.

Patrick Goldschmidt, Mobilitätsschöffe Stadt Luxemburg

Gleichzeitig startet am Donnerstag die Beteiligung der Bürger. Es besteht die Option, ein Online-Formular auszufüllen, aber das Dokument ist auch in der Gemeinde auf dem Knuedler oder im Infobus (Cercle Cité auf der Place d'Armes) erhältlich. Während eines Monats können diese Formulare ausgefüllt werden. Patrick Goldschmidt erwartet sich eine hohe Teilnehmerzahl: „Wir rechnen mit 30.000 bis 40.000 Menschen. Es geht nur im Zusammenspiel mit den Einwohnern. Ziel ist es, gut, sicher und nachhaltig von A nach B zu kommen.“

Die Resultate aus dieser Umfrage gehen an das Expertenbüro. Aber ein weiteres, neu geschaffenes Gremium diskutiert mit: der Mobilitätsbeirat. Dieser besteht aus 16 Personen aus den im Gemeinderat vertreten Parteien, Vertretern aus Wirtschaft, Mobilitätsministerium, lokalen Interessenvereinen wie ProVelo und auch der Polizei. Einmal im Monat trifft sich der Beirat und begleitet den Prozess, wie Paul Hoffmann, Chef des Service Mobilité, erklärt.


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Bis Herbst 2022 soll dann der Mobilitätsplan erstellt sein. „Und über die nächsten zehn bis 15 Jahre werden die getroffenen Maßnahmen dann umgesetzt“, so Goldschmidt. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, folgt dann bereits der nächste Mobilitätsplan.

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