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Der Babysitter des Vertrauens
Lokales 4 Min. 01.08.2017 Aus unserem online-Archiv
Kinderbetreuung in Luxemburg

Der Babysitter des Vertrauens

In der Ausbildung lernen Babysitter, wie sie die Kinder beschäftigen können.
Kinderbetreuung in Luxemburg

Der Babysitter des Vertrauens

In der Ausbildung lernen Babysitter, wie sie die Kinder beschäftigen können.
Foto: Shutterstock
Lokales 4 Min. 01.08.2017 Aus unserem online-Archiv
Kinderbetreuung in Luxemburg

Der Babysitter des Vertrauens

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Viele Jugendliche nutzen das Babysitting, um Geld zu verdienen. Doch wie wissen Eltern, ob ihre Kinder gut aufgehoben sind? Wer über Seiten wie „babysitting.lu“ fährt, weiß, dass die Betreuer ausgebildet wurden.

(SH) - Auch wenn Eltern ihre Kinder noch so lieben, brauchen sie ab und an etwas Zeit für sich. Sei es für ein Abendessen im Restaurant, einen Kinobesuch oder einen Abend unter Freunden. Doch was tun mit dem Nachwuchs, wenn er noch zu jung ist, um alleine zu Hause zu bleiben und kein Familienmitglied sich um ihn kümmern kann? Ein Babysitter muss her. Doch wo findet man diesen? Und wie weiß man, wem man vertrauen kann?

Diese Fragen lassen sich nur schwer beantworten, denn der Job des Babysitters ist in Luxemburg nicht geregelt. Bedeutet: Jeder kann sich als Betreuer anbieten – sei es über Anzeigen, soziale Netzwerke oder auch im Bekanntenkreis.

Eine Qualitätsbetreuung

Eltern, die sich nicht auf ihr Glück verlassen wollen, können seit 2012 bei ihrer Suche nach einem Betreuer für ihre Jüngsten jedoch auch auf der Website „babysitting.lu“ fündig werden. Die Plattform, die dem Ministerium für Bildung, Kindheit und Jugend untersteht und von „focus – Formatioun an Entwécklung“ sowie dem „Service national de la Jeunesse“ gemeinsam mit 18 lokalen Partnern betrieben wird, funktioniert als eine Art Kontaktbörse zwischen Eltern, die einen Babysitter benötigen und Menschen, die diese Dienste anbieten.

Auf der Webseite aktiv sind derzeit 2 482 Eltern sowie 378 Babysitter. Rund 740 weitere Kandidaten verfügen über ein Profil, haben ihre obligatorische Schulung jedoch noch nicht abgelegt. Dies ist jedoch nötig, wie Christiane Bormann von „focus – Formatioun an Entwécklung“ erklärt: „Uns geht es darum, eine Qualitätsbetreuung anzubieten.“ Dazu zählt auch, dass jeder Babysitter an einer mindestens siebenstündigen Ausbildung teilgenommen haben muss, bevor er mit Eltern in Kontakt gebracht wird. „Dies soll sowohl die Babysitter als auch die Eltern etwas absichern“, sagt Christiane Bormann.

Information und Entwicklung

Die Schulung setzt sich aus drei Teilen zusammen. Zuerst wird den angehenden Babysittern erklärt, was auf sie zukommen wird, wie die Internetseite funktioniert und woran sie denken müssen. Zudem wird ihnen beigebracht, wie sie sich beim ersten Treffen mit den Eltern verhalten sollen und wie die Kommunikation mit den Kindern funktionieren kann.

In einer zweiten Phase erhalten die Kandidaten dann einen Einblick in die Entwicklung des Kindes. Was ist ein Kind? Wie autonom ist es in welchem Alter? Wie verläuft die Bewegungsentwicklung? Welches Verhalten kann man von einem Kind erwarten und worauf muss man aufpassen? Dies sind nur einige der Fragen, die in der Schulung beantwortet werden. „Wir erklären den Babysittern auch, wie sie die Kinder beschäftigen können, ohne dass sie mit einer ganzen Reihe vorbereiteter Aktivitäten ankommen müssen“, erklärt Christiane Bormann.

Von 15 Jahren aufwärts

Im letzten Teil der Schulung wird dann auf die Erste Hilfe eingegangen. Ein Diplom wird dabei nicht abgelegt – dies wäre in der doch recht kurzen Zeitspanne nicht möglich –, die Babysitterkandidaten erhalten jedoch einen Einblick, welche Risiken bestehen und wie sich Unfälle vermeiden lassen. „Es geht darum, zu vermeiden, dass sie in Panik geraten“, so Christiane Bormann. Dazu zählt beispielsweise auch, den Betreuern die Notrufnummern in Erinnerung zu rufen.

Neben der Schulung muss der Babysitter auch über eine Adresse in Luxemburg verfügen sowie mindestens 15 Jahre alt sein. Nach oben sind unterdessen keine Grenzen gesetzt, auch wenn vor allem Jugendliche das Babysitten nutzen, um sich ein Taschengeld zu verdienen.

Ab fünf Euro die Stunde

A propos Geld. Wie viel kostet ein Babysitter? Eltern, die den Betreuer für ihre Kinder über „babysitting.lu“ finden, müssen mindestens fünf Euro pro Stunde und pro Kind zahlen. Für jedes weitere Kind kommen 1,50 Euro pro Stunde hinzu. „Der Tarif kann jedoch zwischen den Parteien verhandelt werden, insbesondere wenn es zu einer langfristigen Zusammenarbeit kommt“, erklärt Christiane Bormann. Die registrierten Babysitter haben zudem die Möglichkeit, ihre geleisteten Stunden auf der Plattform hochzuladen. Mit der Erfahrung wird dann auch ein höherer Tarif für die Arbeit verrechnet. Auch Eltern haben die Möglichkeit, zu bestätigen, dass die Betreuung stattgefunden hat. Sie müssen dies jedoch nicht tun.

Ob die Babysitter ihrerseits für die Ausbildung zahlen müssen, hängt unterdessen vom Anbieter ab. Viele Gemeinden bieten ihren Einwohnern die Schulung beispielsweise kostenlos an.

Treffen vereinbaren

Die Anmeldung auf der Plattform ist hingegen sowohl für die Eltern als auch für die Betreuer kostenlos. Nach der erfolgreichen Anmeldung kommen beide Parteien zuerst via E-Mail in Kontakt. „Wir raten den Babysittern, sich vor ihrem ersten Einsatz einmal gemeinsam mit den Eltern und den Kindern zu treffen“, so Christiane Bormann.

Dieses Treffen müssen die beiden Parteien jedoch unter sich ausmachen, denn dies zählt nicht zu den Dienstleistung von „babysitting.lu“. Ob der Funke dann überspringt, wie lange die Zusammenarbeit dauert, ob es feste oder flexible Arbeitszeiten gibt und wie regelmäßig der Babysitter gerufen wird, müssen beide Parteien untereinander ausmachen. Einzige Ausnahme: Über „babysitting.lu“ sollte ein Betreuer nicht für mehr als acht Stunden am Stück gebucht werden – und vorzugsweise zwischen 7 und 2 Uhr.

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