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Der Auftrag an die Jugend
Lokales 3 Min. 30.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Die Weltjugendtage aus der Sicht der Päpste

Der Auftrag an die Jugend

„Habt keine Angst!“, wie ein Leitmotiv ziehen sich diese Worte oder ähnliche durch die diversen Ansprachen an die Jugend der letzten drei Päpste, auf die Bischof Clemens wiederholt einging.
Die Weltjugendtage aus der Sicht der Päpste

Der Auftrag an die Jugend

„Habt keine Angst!“, wie ein Leitmotiv ziehen sich diese Worte oder ähnliche durch die diversen Ansprachen an die Jugend der letzten drei Päpste, auf die Bischof Clemens wiederholt einging.
Foto: Chris Karaba
Lokales 3 Min. 30.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Die Weltjugendtage aus der Sicht der Päpste

Der Auftrag an die Jugend

In seinem Vortrag stellte Bischof Clemens die Rolle der drei Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus im Rahmen der Weltjugendtage heraus, unterstrich die kennzeichnende Kontinuität und befasste sich mit den Neuerungen und den besonderen Akzenten, die sie gesetzt haben.

Im nächsten Jahr finden die Weltjugendtage (WJT) in Polen statt. In diesem Zusammenhang hat am vergangenen Freitag Bischof Josef Clemens, Sekretär des päpstlichen Laienrates und Organisator der WJT, einen Vortrag zum Thema „Der Einsatz der Kirche für die Jugend: Von Johannes Paul II. zu Papst Franziskus“ in der Maison d'accueil der Franziskanerinnen in Luxemburg-Belair gehalten.

Zu den Anwesenden gehörten auch Generalvikar Léo Wagener, der den Vortragenden vorstellte, sowie u. a. die Verantwortlichen der Jugendpastoral Uwe Franzen und Patrick de Rond.

Für Bischof Clemens ist die Jugendarbeit von fundamentaler Bedeutung und die Kirche muss sich für die Jugend einsetzen. In diesem Zeichen stehen auch für ihn die Weltjugendtage und in seinem Vortrag stellte er die Rolle der drei Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus heraus, unterstrich die Kontinuität und befasste sich mit den Neuerungen und den besonderen Akzenten, die sie gesetzt haben.

Der Vortragende erinnerte daran, dass sich Papst Johannes Paul II. schon bei seiner Ansprache nach seiner Wahl an die Jugend, die er liebte, deren Idealismus er schätzte und der er vertraute, die Worte richtete: „Ihr seid die Zukunft der Welt, die Hoffnung der Kirche! Ihr seid meine Hoffnung“. In der Jugend sah er sowohl eine große Hoffnung als auch ein großes Potenzial. Er hat sich sein ganzes Leben lang mit den Chancen und Herausforderungen der Jugendpastoral befasst und mit ihm nahmen die Weltjugendtage ihren Anfang. Für Johannes Paul II. stellte die Jugendzeit eine besondere Gabe dar, die es mit der Gesellschaft und den Mitmenschen zu teilen galt. Mit diesem Papst wurden die jungen Menschen zu aktiven Subjekten in der Pastoral der Jugend, betonte der Redner.

In den Weltjugendtagen sah Johannes Paul II. außerdem die Gelegenheit zu einer sowohl persönlichen als auch gemeinschaftlichen Begegnung mit Christus.

Auch Papst Benedikt XVI. hat sich schon am Tag seiner Amtseinführung an die Jugend mit den Worten gewandt: „Habt keine Angst vor Christus! Er nimmt nichts, und er gibt alles. Wer sich ihm gibt, der erhält alles hundertfach zurück. Ja, aprite, spalancate le porte per Cristo – dann findet Ihr das wirkliche Leben.“

Für Papst Benedikt stand der Bildungsaspekt im Mittelpunkt, unterstrich Bischof Clemens und während seines Pontifikats erschien auch der Jugendkatechismus Youcat. Für ihn war es wichtig, dass die Jugend den Glauben versteht und kennt: „Ihr müsst wissen, was ihr glaubt. Ihr müsst euren Glauben so präzise kennen wie ein IT-Spezialist das Betriebssystem eines Computers. Ihr müsst ihn verstehen wie ein guter Musiker sein Stück. Ja, Ihr müsst im Glauben noch viel tiefer verwurzelt sein als die Generation eurer Eltern, um den Herausforderungen und Versuchungen dieser Zeit mit Kraft und Entschiedenheit entgegentreten zu können.“ Auch für ihn waren die Jugendlichen aktive Akteure und Papst Benedikt XVI. betonte des Weiteren die Rolle der Eltern und Erziehenden. Besondere Wichtigkeit hatten die Suche nach der Wahrheit, die Liebe und die Betonung lag ebenfalls auf der Schönheit sowie der Rationalität des Glaubens und bei den Weltjugendtagen hat er Zeiten der Anbetung und der Stille eingeführt. 

Gegen den Strom schwimmen

Mit Papst Franziskus hat es bis jetzt einen einzigen Weltjugendtag gegeben – in Rio de Janeiro 2013. Er fügt sich in das Denken seiner Vorgänger, deutet aber auch seinen persönlichen Horizont, bei dem die Missionierung, möchte man sagen, im Vordergrund steht, erklärte der Redner.

Zu den neuen Aspekten bei den Weltjugendtagen gehören die Wiederbelebung der in den Sakramenten empfangenen Gaben und die Ermunterung an die Jugendlichen gegen den Strom zu schwimmen.

Er ruft die Jugend zum Aufbruch – zum gemeinsamen Aufbruch – auf , wie er es in seiner Abschlussrede am Strand von Copacabana betont hat: „Geht, ohne Furcht, um zu dienen".  Jugendliche sind für Papst Franziskus die besten Verkündigenden, um andere Jugendliche zu evangelisieren und er fordert sie auf, aktiv an der Verkündigung teilzunehmen. Die jugendlichen Verkündigenden müssen keine Angst haben, weil Jesus sie begleitet und ihr Handeln soll auch für die anderen hilfreich sein, unterstrich Bischof Clemens noch. Abschließend bemerkte er, dass das Motto der Weltjugendtage in Krakau („Selig, die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7) sich gut in das im Dezember beginnende Jahr der Barmherzigkeit einfügt.

Anne Chevalier


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