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Der 6. Dezember ist Kleeschen-Tag: Warten auf den Nikolaus ...
Lokales 30 4 Min. 06.12.2016

Der 6. Dezember ist Kleeschen-Tag: Warten auf den Nikolaus ...

Lokales 30 4 Min. 06.12.2016

Der 6. Dezember ist Kleeschen-Tag: Warten auf den Nikolaus ...

Christophe LANGENBRINK
Christophe LANGENBRINK
Alle Jahre wieder und trotzdem ein wichtiges Ereignis das Klein und Groß einfach nicht verpassen dürfen ... Doch wer war nochmal der Nikolaus? Und wer bringt eigentlich die Geschenke?

(chl/kna/dpa) Wir sprechen immer vom heiligen Nikolaus, doch wissen wir überhaupt wer er war und wofür er eigentlich verehrt wird? Welche anderen Traditionen gibt es noch?

Nikolaus ist einer der am meisten verehrten Heiligen der Christenheit. In der katholischen Kirche wird er häufig als "Nothelfer" angerufen, die orthodoxen Christen bezeichnen ihn sogar als "Wundertäter".

Nikolaus-Spuren führen in die Türkei

Von der historischen Person gilt nur als sicher, dass Nikolaus im vierten Jahrhundert Bischof von Myra an der heutigen türkischen Mittelmeerküste war. Schon die in Myra früh einsetzende Verehrung des Nikolaus galt seiner Güte.

Der Patron der Schüler

Um den Heiligen ranken sich zahlreiche Legenden, deren historische Ursprünge aber bei anderen Heiligen gleichen Namens liegen. Nach einer Erzählung erweckte Nikolaus drei ermordete Schüler wieder zum Leben. Er ist deswegen auch Patron der Schüler.

Einer anderen Legende nach schenkte er drei Mädchen heimlich Gold für die Aussteuer, um sie vor der Tempelprostitution zu retten.

Der Kinderbischof

Im Mittelalter wählten Klosterschüler am Vorabend des Festes einen "Kinderbischof". Abt oder Bürgermeister gaben die Herrschaft für einen Tag symbolisch in die Hände der Kinder. Der Kinderbischof, bekleidet mit einer Mitra und den Gewändern eines Bischofs, "visitierte" die Klosterschule. Er bestrafte Schüler oder belohnte sie mit Süßigkeiten.

Der Nikolaus ist kein Weihnachtsmann!

In den vergangenen Jahren haben kirchliche Organisationen Initiativen gestartet, um das Andenken des Heiligen zu fördern und vom Weihnachtsmann der Werbung abzugrenzen. Verkauft werden dabei auch Schokonikoläuse mit Mitra und Bischofsstab als Alternative zu den Weihnachtsmännern mit Mütze und Beutel.

Aus kirchlicher Sicht hat der am Konsum orientierte Weihnachtsmann der Geschenke-Industrie nichts mit dem Bischof Nikolaus zu tun, der selbstlos Menschen in Not geholfen habe.

Und wer bringt eigentlich die Geschenke?

Hauptsache Geschenke, wird sich so mancher in der Weihnachtszeit sagen. Nikolaus, Weihnachtsmann, Christkind oder gar eine Hexe? Ein kulturhistorischer Blick auf die unterschiedlichen Gabenbringer:

SANKT NIKOLAUS: Die Figur geht vor allem auf Nikolaus von Myra zurück. Er war Bischof in Kleinasien, starb angeblich am 6. Dezember 343 und galt als überaus großherzig. Der Legende nach steckte der Wohltäter armen Mädchen Geld für die Aussteuer zu. Das heimliche Bringen von Nikolausgaben bei Nacht ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Seit dem 17. Jahrhundert tritt die Figur persönlich auf.

SINTERKLAAS: In den Niederlanden und Teilen Belgiens legt diese Variante des heiligen Nikolaus jedes Jahr per Schiff in einem anderen Hafen an und reitet dann von Dach zu Dach. Dort klettert Sinterklaas durch die Schornsteine, um schon knapp drei Wochen vor Weihnachten Geschenke zu bringen.

CHRISTKIND: Angeblich war es der Reformator Martin Luther selbst, der als Gegner der Heiligenverehrung den Nikolaus durch das Christkind ersetzt hat. In der Adventszeit überprüfte es das religiöse Wissen von Kindern. Heute schreiben die Kinder in katholischen Regionen eher Wunschzettel ans Christkind, in evangelischen Gegenden meist an den Weihnachtsmann.

WEIHNACHTSMANN: Er ist bärtig, pausbäckig, trägt ein rot-weißes Kostüm und fährt Heiligabend mit seinen Geschenken auf einem Schlitten von Haus zu Haus. Ebenso wie das Christkind entstand der Weihnachtsmann im Zuge der Reformation, um den Brauch des Schenkens vom Nikolaustag auf das Weihnachtsfest zu übertragen. Die Figur hat keinen biblischen Hintergrund, sondern ist ein reines Kunstprodukt. Sein Äußeres geht im Ursprung auf den Heiligen Nikolaus zurück, sein heutiges Bild auch auf eine Coca-Cola-Werbekampagne von 1932.

NISSE: Der Name des Wichtels aus Skandinavien stammt vermutlich vom dänischen Namen Niels (Nikolaus). Die norwegische Variante des Weihnachtsmanns hat eine rote Zipfelmütze und einen langen weißen Bart - trägt aber auch einen Norwegerpullover und handgestrickte Kniestrümpfe. Wer auf Geschenke hofft, sollte nicht vergessen, dem „Julenisse“ einen Teller Weihnachtsgrütze vor die Tür zu stellen.

HEILIGE DREI KÖNIGE: In Spanien und Teilen Lateinamerikas gibt es die Geschenke erst am 6. Januar - wenn die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar durchs Land ziehen. Der Brauch geht darauf zurück, dass die Könige dem Jesuskind mit Weihrauch und Myrrhe huldigten. Am Vorabend des Dreikönigsfestes stellen Kinder mit Heu gefüllte Schuhe vor die Tür.

HEXE BEFANA: In Italien kommt der Weihnachtsmann erst seit wenigen Jahren. Früher war die Hexe Befana für die Auslieferung der Geschenke verantwortlich: In der Nacht zum 6. Januar fliegt sie mit dem Besen von Haus zu Haus. Am Vorabend des Dreikönigstags hängen die Kinder Strümpfe an den Kamin oder stellen Schuhe hin, damit die Hexe sie mit Gaben füllen kann - sofern sie brav waren. Der Name Befana geht auf das Fest Epiphanias (Erscheinung des Herrn) zurück.

VÄTERCHEN FROST: Er ist die osteuropäische Variante des Weihnachtsmanns und kommt seit dem 19. Jahrhundert in russischen Märchen vor - eigentlich als bloße Winterfigur. In der Sowjetunion wurde er dann zum sozialistischen Ersatz für den westlichen Gabenbringer. Um Bezüge zum Weihnachtsmann zu vermeiden, musste Väterchen Frost eigens einen blauen Mantel tragen. Nach dem Ende des Kommunismus und der Wiedereinführung des orthodoxen Weihnachtsfestes spielt Väterchen Frost seine Rolle heute aber weiter. Das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest wird nach dem Julianischen Kalender 13 Tage später als die deutsche Weihnacht gefeiert.


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ARCHIV - 14.11.2018, Brandenburg, Himmelpfort: Der Weihnachtsmann hält den Wunschzettel eines Kindes vor der Weihnachtspostfiliale in seinen Händen. Gut drei Viertel der Menschen in Deutschland (76 Prozent) haben laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov früher den Weihnachtsmann oder das Christkind hinter den Geschenken vermutet. (zu dpa «Nicht ohne meinen Weihnachtsmann» vom 16.12.2018) Foto: Patrick Pleul/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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