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Depot Waldhof: Von der Fliegerbombe bis zum Salutschuss
Lokales 14.02.2019

Depot Waldhof: Von der Fliegerbombe bis zum Salutschuss

Gefährliches Arsenal: Der Service de déminage bekommt es mit den verschiedenartigsten Munitionstypen zu tun.

Depot Waldhof: Von der Fliegerbombe bis zum Salutschuss

Gefährliches Arsenal: Der Service de déminage bekommt es mit den verschiedenartigsten Munitionstypen zu tun.
Foto: Serge Waldbillig
Lokales 14.02.2019

Depot Waldhof: Von der Fliegerbombe bis zum Salutschuss

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Über Munitionslager wollen Militärs aus nachvollziehbaren Gründen nicht viele Worte verlieren. Das ist beim diskreten Erscheinungsbild des Depots in Waldhof nicht anders.

Das Munitionsdepot in Waldhof auf dem Gelände der Gemeinde Niederanven ist seit 1964 Stützpunkt des Service de déminage und zugleich das Munitionslager und -Materiallager der luxemburgischen Armee. Das Camp Major Jules Dominique ist eine der drei militärischen Einrichtungen der Armee im Großherzogtum, neben der Kaserne in Diekirch und dem Kommandostab in Luxemburg-Stadt.

Sitz des Service de déminage

Die hier stationierten fünf Unteroffiziere und ihr Offizier des Service de déminage haben mehrere Missionen: das Bergen von Munition aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, das Vermitteln der Grundkenntnisse über explosive Geschosse an die Soldaten im Rahmen der „Explosive Risk Education“ sowie vor Auslandsmissionen die weiterführende Aufklärung über in den Einsatzgebieten wie Afghanistan, Kongo oder dem Balkan übliche Munition, Sprengstoffe und Sprengfallen. Darüber hinaus gehört zu den Aufgaben auch das Aufklären ziviler Institutionen, die mit Sprengstoff in Berührung kommen können wie etwa Recycling-Zentren sowie das Verwalten der Trainingsmunition und der scharfen Munition der Armee.

Zugelassen werden nur aktive Unteroffiziere, nach einer Auslese folgt eine mehrmonatige Ausbildung in Belgien. Auf dem Gelände in Waldhof befinden sich rund 20 Lagergebäude, in denen sowohl die Munition für den aktuellen Bedarf der Armee als auch historische Funde gelagert werden. Da die luxemburgische Armee nicht über größere Artilleriewaffen verfügt und die 105 Millimeter Kanonen nur noch für Salutschüsse bei Festlichkeiten eingesetzt werden, wird in Waldhof hauptsächlich kleinkalibrige Munition gelagert. Anders verhält es sich mit den historischen Funden von Blindgängern und Restbeständen.

250 Einsätze pro Jahr

Rund 250 Mal pro Jahr werden die Experten des Sedal vor Ort gerufen, um historische Munitionsfunde und andere gefährliche Objekte zu sichern. Dabei handelt es sich meistens um Hand- und Gewehrgranaten, Artillerie- und Mörsergranaten sowie Gewehrmunition. Diese werden meistens dann zum Munitionsdepot gerbracht oder im Notfall noch vor Ort entschärft. Abschließend werden sie zusammen mit anderen Funden ins belgische Militärlager Elsenborn gebracht und dort gesprengt.


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