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Denkmalschutz: Über 6.000 Bauwerke in Luxemburg-Stadt geschützt
Um diese Häuser in der Avenue de la Gare gab es letztens Diskussionen. Derweil Denkmalschützer sie klassiert sehen wollten, argumentiert die Stadt, dass hier ohnehin keine Harmonie mehr bestehe.

Denkmalschutz: Über 6.000 Bauwerke in Luxemburg-Stadt geschützt

Foto: Lex Kleren
Um diese Häuser in der Avenue de la Gare gab es letztens Diskussionen. Derweil Denkmalschützer sie klassiert sehen wollten, argumentiert die Stadt, dass hier ohnehin keine Harmonie mehr bestehe.
Lokales 2 Min. 08.07.2015

Denkmalschutz: Über 6.000 Bauwerke in Luxemburg-Stadt geschützt

Bürgermeisterin Lydie Polfer reagierte am Mittwoch auf die Kritik, wonach historisch wertvolle Gebäude in der Hauptstadt zerstört würden. Sie sagte, rund 33 Prozent der Gebäude seien in irgendeiner Form geschützt.

(DL) - Grob 33 bis 34 Prozent der Gebäude auf dem Gebiet der Hauptstadt befinden sich in einer sogenannten "zone protégée" und sind demnach in irgendeiner Form denkmalgeschützt.

Mit dieser Zahl reagierte Bürgermeisterin Lydie Polfer am Mittwoch auf die Kritik einiger Vereinigungen und Oppositionsparteien, wonach historisch wertvolle Gebäude in der Hauptstadt bewusst zerstört würden.

14 "Monuments et sites protégés"

Wie Polfer berichtete, gebe es auf Gemeindeebene zunächst einmal 14 "Monuments et sites protégés", die komplett geschützt seien: die Überreste der Festung, die St.-Quirin-Klippe, die St.-Crépin-Klippe, die Kathedrale und das ehemalige Jesuitenkloster, die Michaelskirche, das Temple protestant, das ehemalige Refugium des Hl. Maximin, das großherzogliche Palais, das Rathaus, die Kirche St. Jean und das ehemalige Kloster Neumünster, das ehemalige Hospiz in Grund und in Pfaffenthal, die Überreste des Mansfeld-Schlosses, die Domänen und Schlösser Dommeldingen, Beggen, Bellevue und Septfontaines sowie die felsigen Gelände in der Hauptstadt.

Geschützt seien ferner komplette Stadtteile, dies in der Altstadt, der Oberstadt, auf dem Plateau Bourbon, im Bahnhofsviertel, im Petrusstal, im Alzettetal und  auf dem Felsvorsprung des Rham-Plateaus. In diese Kategorie der "secteurs protégés" fallen rund 2.000 Gebäude - was einer Fläche von 92 Hektar gleichkommt.

"Ensembles sensibles"

Schließlich gibt es noch die sogenannten "ensembles sensibles". Fällt ein Gebäude in diese Kategorie, so hat die Stadt ein Mitspracherecht, wenn etwas gebaut bzw. umgebaut werden soll. Änderungen dürfen demnach nur unter der Bedingung, dass die städtebauliche Harmonie des Viertels bestehen bleibt, vorgenommen werden.

Bürgermeisterin Lydie Polfer stellt denn auch klar, dass diese Gebäude im Prinzip nicht abgerissen werden dürfen, wie es von Kritikern oft behauptet wird. Nur in Ausnahmefällen und nur wenn es "triftige Gründe" gebe, könne ein Abriss genehmigt werden.

Aktuell fallen 1.655  Bauwerke in die Kategorie der "ensembles sensibles", was einer Fläche von 31 Hektar gleichkommt. Kürzlich hat die Stadt jedoch beschlossen, 2.975 weitere Häuser (82 Hektar) in diese Kategorie aufzunehmen.

Summa summarum seien in Luxemburg-Stadt demnach 6.630 Gebäude in irgendeiner Form geschützt, sprich eine Fläche von 205 Hektar.