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Demonstration gegen EU-Asylpolitik: Ausschreitungen bei Freiheitsmarsch
Lokales 28 1 2 Min. 05.06.2014 Aus unserem online-Archiv

Demonstration gegen EU-Asylpolitik: Ausschreitungen bei Freiheitsmarsch

Lokales 28 1 2 Min. 05.06.2014 Aus unserem online-Archiv

Demonstration gegen EU-Asylpolitik: Ausschreitungen bei Freiheitsmarsch

Bei einer zunächst friedlichen Demonstration vor dem Konferenzzentrum in Kirchberg sind am Donnerstagmittag mindestens sechs Polizisten und mehrere Demonstranten verletzt worden.

(str) - Bei einer zunächst friedlichen Demonstration vor dem Konferenzzentrum in Kirchberg sind am Donnerstagmittag mindestens sechs Polizisten und mehrere Demonstranten verletzt worden.

Bei der Aktion wurden 13 Demonstranten festgenommen, weil sie gewaltsam gegen Polizeibeamte vorgegangen waren. Nachdem die Demonstration auf Kirchberg am frühen Nachmittag aufgelöst worden war, belagerten gegen 15 Uhr etwa 50 Aktivisten die Polizeiwache in der Rue Glesener im Bahnhofsviertel. Mit Trommeln und Protestgesängen forderten sie die Freilassung ihrer Mitstreiter. Gegen 17 Uhr wurden zunächst vier Festgenommene auf freien Fuß gesetzt. Die restlichen neun Demonstranten sollen am frühen Abend aus Polizeigewahrsam entlassen werden. Polizeiangaben zufolge will die Gruppe in Steinfort übernachten und dann weiter nach Brüssel ziehen.

Seit dem 18. Mai ist eine Gruppe von rund 80 Flüchtlingen und Sympathisanten von Straßburg aus nach Brüssel aufgebrochen, um mit einem Marsch gegen die EU-Asylpolitik zu protestieren. Am vergangenen Montag überquerten sie bei Schengen die Landesgrenze. Im Rahmen einer Protestaktion legten sie Stacheldraht um das Europadenkmal.

Am Dienstag erreichten sie die Hauptstadt, die Nacht zum Donnerstag verbrachten sie in einem Zeltlager in Kirchberg.

Am Donnerstagmorgen versuchten die Demonstranten dann laut Polizeiangaben in Kirchberg gewaltsam in das Gebäude einzudringen, in dem gerade der Ministerrat tagt. Der Versuch misslang. Wenige Minuten später verschafften sie sich Zugang zum Nachhaltigkeitsministerium. Im Eingangsbereich richteten sie eine Sitzblockade ein. Mit Farbdosen wurden Parolen auf die Glasverkleidung gesprüht.

Ein Polizeibeamter, der betonte, dass man in den vergangenen Tagen einen ganz positiven Dialog mit der Gruppe hatte, erklärte gegenüber dem "Luxemburger Wort", dass man mit den Demonstranten ausgehandelt habe, dass diese das Gebäude nach zehn Minuten wieder verlassen sollten. Das sei aber dann nicht geschehen, so dass die Ordnungskräfte sich dann entschieden hätten, den Eingangsbereich zu räumen.

Gewaltsame Eskalation

Dabei eskalierte die Situation erstmals. Mit verbotenem CS-Gas und Holzstangen setzten die Demonstranten sich heftig zu Wehr. Zudem wurden Polizeibeamte mit einer ätzenden Flüssigkeit bespritzt. Einer Polizistin griff ein Demonstrant brutal zwischen die Beine. Die Polizei reagierte mit Pfefferspray.

Gegenüber dem "Luxemburger Wort" sah sich einer der Demonstranten jedoch deutlich in der Opferrolle. "Die haben uns einfach die Treppe herunter gestoßen und grundlos Pfefferspray eingesetzt", sagt der Luxemburger. "Zudem wurde einer von uns von einem Polizeihund gebissen." Die Demonstranten breiteten schließlich ihre Transparente vor dem Nachhaltigkeitsministerium aus und es wurden Ansprachen zu den politischen Forderungen der Gruppe gehalten.

Als der Demonstrationszug dann aufbrechen wollte, wurde die dieser von einem großen Polizeiaufgebot gestoppt. Gezielt wurden mehrere Personen festgenommen, die Polizisten kurz zuvor tätlich angegriffen hatten und als Täter identifiziert werden konnten. Erneut kam es daraufhin zu einer Rangelei mit der Polizei, wobei die Sicherheitskräfte Pfefferspray einsetzten. 13 Personen wurden festgenommen.

Sit-In vor der Polizeiwache

Nach dem Zwischenfall in Kirchberg zogen die Aktivisten durch das Stadtzentrum weiter und begaben sich im Bahnhofsviertel vor die Polizeiwache in der Glesenerstraße, um die Freilassung der verhafteten Demonstranten zu fordern. Die Polizei verhinderte mit einem starken Aufgebot weitere Ausschreitungen.


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