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Saturday for Liberty

Sechs Festnahmen im Zusammenhang mit der Demo

von Jean-Philippe SCHMIT| 18.12.2021

Die Coronaproteste am Samstag blieben zum größten Teil friedlich. Der Wasserwerfer kam nicht zum Einsatz.

Für diesen Samstag hatten die Organisatoren von „Saturday for Liberty“ eine Demonstration angemeldet. Laut ihrer Zählung ist es mittlerweile die 56. Ausgabe. Um zu verhindern, dass es wieder zu Ausschreitungen kommt, wurde den Demonstranten ein Korridor zugewiesen. Die Coronaskeptiker und Maßnahmenkritiker durften ihr Recht zur freien Meinungsäußerung zwischen dem Glacisfeld und der  Place de l'Europe in Kirchberg ausüben.

Versammlung am Bahnhof

An diese Vorgabe haben sich die Demonstranten jedoch nicht alle gehalten. Auch wenn der Startpunkt der Demo von den Behörden vorgegeben war, haben sich am Samstag gegen 14 Uhr nur eine Handvoll Leute, laut Polizei sollen es 100 gewesen sein, neben dem Glacisfeld auf dem Rond-Point Schumann eingefunden. 

Demonstranten am Bahnhof
Demonstranten am Bahnhof
Foto: Christophe Olinger

Kurz vor 14 Uhr häuften sich in den einschlägigen Kanälen die Meldungen, dass der Startpunkt an den Hauptbahnhof verlegt worden sei. Gegen 14 Uhr haben sich dann auch rund 100 Leute am Bahnhofsplatz eingefunden und versuchten in Richtung Glacis aufzubrechen. Die Polizei meldete, diese Gruppe bis zu ihrem Zielort begleitet zu haben, dabei sei es zu Verkehrsbehinderungen gekommen.

Polizei begleitet Demonstranten

Grölend zogen die Corona- und Maskenskeptiker durch die Hauptstadt. Sie zogen über die Aal Avenue und kamen auch am Weihnachtsmarkt auf der Place de La Constitution vorbei. Auf Nachfrage sagte die Polizei, dass nicht versucht worden wäre den Weihnachtsmarkt zu stürmen. „Alles ist bisher friedlich geblieben“ so die Polizei gegen 15 Uhr 45. In der Innenstadt war zeitweise für den Verkehr kein Durchkommen mehr. Auch die Tram konnte nicht fahren. Die Polizei teilte über Twitter mit, die Hauptstadt zu meiden.

Die Manifestanten zogen am Weihnachtsmarkt vorbei.
Die Manifestanten zogen am Weihnachtsmarkt vorbei.
Foto: Christophe Olinger

Gegen 15.30 Uhr war der Rond-Point Schuman voller Demonstranten. Zeugen schätzen, dass sich bis zu 1.000 Menschen eingefunden haben. Die Polizei meldete, dass einige Teilnehmer versuchten den Demonstrationskorridor in Richtung Innenstadt zu verlassen. Die Beamten seien aber präsent und würden die Demonstranten von ihrem Versuch abhalten. 

Sit-In nach versuchtem Durchbruch

Dies scheint den Beamten gelungen zu sein. „In der Rue Porte Neuve gab es gar kein Durchkommen mehr“, so ein Zeuge. Auch durch den Park sei ein Durchkommen nicht möglich gewesen. Zu dem Moment als einige Demonstranten versucht hätten durchzubrechen, sei Hektik aufgekommen. Die Polizei hätte aber gut reagiert. „Die Demonstranten haben sich dann einfach auf den Boden gesetzt“, erklärte der Zeuge.


18.12.2021, Rheinland-Pfalz, Trier: Menschen besuchen am vierten Adventwochenende den festlich geschmückten Weihnachtsmarkt in Trier. (Aufnahme mit Langzeitbelichtung). Foto: Harald Tittel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Coronaproteste in Trier
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Gegen 16 Uhr sollen sich nur noch rund 150 Personen am Glacis aufgehalten haben, meldete die Polizei. Eine Viertel Stundesagte sie, dass rund 20 Personen durch die Innenstadt ziehen würden. Zwei Personen sollen festgenommen worden sein. 

Eine gute Stunde später meldete die Polizei, dass die Demonstration sich langsam auslöse, der Rond-Point Schuman aber weiterhin für den Verkehr gesperrt sei. Bis 17 Uhr sollen sechs Personen im Zusammenhang mit den Ereignissen festgenommen worden sein. Um 17 Uhr 30 sei die Demonstration zu Ende gewesen und der Kreisverkehr wieder für den Verkehr freigegeben.

Nachdem der versuchte Durchbruch missglückt war, setzten sich die Demonstranten auf den Boden.
Nachdem der versuchte Durchbruch missglückt war, setzten sich die Demonstranten auf den Boden.
Foto: Claude Piscitelli


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