Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Déi Lénk" im Wahlkampf: Selbstbewusst, links und Opposition
Lokales 2 Min. 15.10.2013

"Déi Lénk" im Wahlkampf: Selbstbewusst, links und Opposition

Serge Urbany und Déi Lénk haben klare Vorstellungen von der Rolle einer fortschrittlichen Linken.

"Déi Lénk" im Wahlkampf: Selbstbewusst, links und Opposition

Serge Urbany und Déi Lénk haben klare Vorstellungen von der Rolle einer fortschrittlichen Linken.
Foto: Marc Wilwert
Lokales 2 Min. 15.10.2013

"Déi Lénk" im Wahlkampf: Selbstbewusst, links und Opposition

Auf der linken Seite des politischen Spektrums tummeln sich in Luxemburg gleich mehrere Parteien. "Déi Lénk" sieht sich als die einzig wahre, "fortschrittliche linke Kraft" im Land.

(CBu) - Warum sollten die Wähler am 20. Oktober "Déi Lénk" wählen? Um auf diese Frage zu antworten, muss Serge Urbany nicht lange zögern: "Wir stehen für soziale Gerechtigkeit, Gleichheit und die Selbstbestimmung der Menschen."

Aus ihrem allgemeinen gesellschaftskritischen Anspruch leiten sich auch die zentralen Themen des Wahlkampfs ab. Urbany geht es um eine "konsequente und umfassende Politik der Umverteilung des Reichtums im Land". "Wir müssen die Verarmung der unteren Schichten rückgängig machen und das geht nur über eine Umverteilung von oben nach unten", sagt Urbany.

Dabei denkt Déi Lénk nicht nur an eine Kehrtwende in der Steuerpolitik; auch auf dem Arbeitsmarkt und bei den Renten müsse man das Augenmerk auf die kleinen Leute richten.

"Demokratie in allen Lebensbereichen"

Zentrale Forderungen der Partei sind demnach die 35-Stunden-Woche, die Abschaffung jeglicher prekärer Arbeitsverhältnisse sowie die verstärkte Investition in "sinnvolle" Branchen wie den Wohnungsbau und in die Schaffung sozial und ökologisch nachhaltiger Arbeitsplätze.

Ein weiteres Anliegen der Linken ist die "Stärkung der Demokratie in allen Lebensbereichen". Nicht nur im Parlament, sondern auch in den Betrieben und nicht zuletzt in der EU gibt es laut Urbany nämlich ein akutes Demokratiedefizit. Seine Partei würde sich in diesem Sinn bemühen, mit gutem Beispiel innerparteilicher Demokratie voranzugehen. Déi Lénk sei offen für alle gesellschaftlichen Schichten und fortschrittlichen Strömungen.

Schließlich setzt sich Déi Lénk auch in der Bildungspolitik für radikale Reformen ein. Das Ziel sei der gleiche Zugang zu Bildungschancen für alle Kinder, "und das unabhängig von ihrer sozialen, nationalen oder kulturellen Herkunft", so Urbany.

"Konstruktive linke Opposition"

Das Wahlziel sei "eine starke Linke im Parlament", sagt der derzeit einzige Abgeordnete der Partei. Er hoffe auf "drei Sitze plus". Die in den Umfragen aus dem Sommer für die Partei vorausgesagten drei Mandate seien jedenfalls die minimale Zielmarke.

Wie will die Partei ihre hehren Forderungen eigentlich umsetzen? Serge Urbany schließt eine Regierungsbeteiligung zwar nicht kategorisch aus, versteckt aber nicht seine Skepsis, was eine eventuelle Einigung mit den anderen Parteien angeht. "Es kommt auf die Inhalte an", versichert er. Falls die etablierten Parteien allerdings ihre "falsche Politik der vergangenen Jahre und Jahrzehnte" fortsetzen, sei eine Kooperation mit seiner Partei zumindest "schwierig".

Der parlamentarischen Tolerierung einer Koalition aus DP, LSAP und Déi Gréng erteilt Urbany indes eine klare Absage. Eine "wirtschaftsliberale Politik" sei mit ihm und seiner Partei nicht zu machen. Für die absehbare Zukunft sieht der Jurist die Rolle von Déi Lénk demnach in einer "konstruktiven linken Opposition".


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Dossier: Alles rund um die Wahl
Am 20. Oktober haben die Luxemburger gewählt. In diesem ständig aktualisierten Dossier finden Sie alles Wissenswerte rund um die Wahl.
Die ADR im Wahlkampf: Sozial, aber bitte auf Luxemburgisch
Der Name ist Programm: Die "Alternativ Demokratesch Reformpartei" (ADR) ist die einzige dezidiert "nationale" Alternative bei diesen Wahlen. Gast Gibéryen sprach mit "wort.lu" über das Selbstverständnis und die Ziele der Partei bei den kommenden Wahlen.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.