"De Cliärrwer Kanton" fordert Taten, Bausch reagiert gereizt

Längst vergessene N7?

Ressortminister François Bausch reagiert gereizt auf Stellung der Regionalvereinigung

Die N7 gehört seit Jahr und Tag zu den politischen Reizthemen im Norden.
Die N7 gehört seit Jahr und Tag zu den politischen Reizthemen im Norden.
Foto: Gerry Huberty

(jl) - Spätestens seit sich das „Luxemburger Wort“ am vergangenen Wochenende den von der Regierung anvisierten Maßnahmen zur Schaffung einer normgerechten und sicheren „Dräibunn“ gewidmet hatte, ist die Nationalstraße N 7 wieder zurück in der öffentlichen Debatte.

In einer Pressemitteilung meldet sich nun auch die Regionalvereinigung „De Cliärrwer Kanton“ zu Wort. Die Regierung müsse ihren Ankündigungen endlich Taten folgen lassen und mit der Neugestaltung der N 7 
beginnen.

Eine Region
 fühlt sich hingehalten

Trotz des akuten Handlungsbedarfs, habe sich im Norden entlang der N 7 bislang nämlich rein gar nichts getan, weshalb man sich des unguten Gefühls nicht erwehren könne, dass die Menschen aus dem Ösling einmal mehr hingehalten werden, so die Verfasser.

Der angekündigte Bau eines Bypasses am Verteilerkreis „Fridhaff“ sei zunächst bereits für Ende 2016 angekündigt gewesen, nun sei vom Sommer dieses Jahres die Rede – woraus eingedenk des Kollektivurlaubs – dann zumindest wieder Herbst werden dürfte.

"Unsere Geduld ist am Ende"


Irgendwann beschleiche einen da das Gefühl, dass die Entscheider im zuständigen Ministerium überhaupt nicht an einer zügigen und konsequenten Umsetzung der von ihnen selbst geplanten Maßnahmen interessiert seien. Der „Cliärrwer Kanton“ sei es jedenfalls leid, immer wieder auf den Sankt-Nimmerleinstag vertröstet zu werden. „Unsere Geduld ist am Ende und wir werden uns weitere Aktionen vorbehalten“, so der unterzeichnende Vorstand der Vereinigung.

Wie diese aussehen könnten, lässt man 
allerdings vorerst bewusst offen. „Die grundlegende Botschaft lautet einfach: Kommt endlich in die Gänge. Fangt mit der Umsetzung der angekündigten Neugestaltungsmaßnahmen an, damit auch die Bürger der Region spüren, dass es das Ministerium ernst meint mit seinen Plänen für die N 7“, sagt André Bauler, Vorsitzender des „De Cliärrwer Kanton“ und DP-Abgeordneter aus dem Nordbezirk.

Niemand verlange Wunder, eines Signals bedürfe es dagegen aber dringend. „Jeder weiß um die Komplexität von Planungen, die Kniffligkeit von Geländegeschäften oder die Dauer von Prozeduren.

Seit den Informationsversammlungen zur N 7 im Herbst 2014 herrscht aber praktisch Funkstille. Da wäre zwischenzeitlich zumindest eine proaktive Kommunikation zum Stand der Dinge hilfreich gewesen“, meint André Bauler.

Die Debatte um Wohl oder Wehe eines langfristigen Ausbaus der N 7 auf vier Fahrspuren stellt der Vorsitzende des „Cliärrwer Kanton“ denn auch hintan. Priorität müsse aus seiner Sicht zunächst nun die Umsetzung der geplanten Sicherungsmaßnahmen genießen, vom Bau des Bypasses am „Fridhaff“ über die Neugestaltung und Entschärfung gefährlicher Auffahrtspunkte bis hin zur Schaffung der Ortsumgehungen bei Hosingen und Heinerscheid.

Ein Ausbau jener Streckenabschnitte, auf denen man zumindest eine Kriechspur für langsamere Fahrzeuge anlegen könne, sei aber auch aus seiner Sicht wünschenswert.

Zwischen „Lebensader“
und „Todespiste“

Die Zukunft des nördlichen Teils der N 7, die vom „Fridhaff“ bei Diekirch über 35 Kilometer – teils zwei-, teils dreispurig – bis zur „Schmëtt“ bei Huldingen führt, 
gehört im Ösling seit Jahr und Tag zu den heiß diskutiertesten Themen in der Region.

Am Donnerstagnachmittag reagierte Ressortminister François Bausch nun auf Twitter auf die Stellungnahme des "Cliärrwer Kanton" - dies in klaren Worten: "Nächst Woch kënnt gebündelt Äntwert, all Projeten sinn am Lafen an dat wees de Bauler ganz genau". In einer weiteren Antwort auf einen Kommentar schreibt Bausch dann im Bezug auf den Vorsitzenden des "Cliärrwer Kanton" und ehemaligen Regierungsvertreter zudem: "Dann hätt e können hëllefen, mais war sëcher zevill schwéier. Vill Saachen laafen #N7 Emsetzung komplex."