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Dauerbrenner „Petite Marquise“
Lokales 3 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Dauerbrenner „Petite Marquise“

Im März 2008 ließ die Gemeinde Echternach das Gebäude absichern. (Archivfoto: Andreas Adam)

Dauerbrenner „Petite Marquise“

Im März 2008 ließ die Gemeinde Echternach das Gebäude absichern. (Archivfoto: Andreas Adam)
Andreas Adam
Lokales 3 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Dauerbrenner „Petite Marquise“

Bereits seit Jahren sorgt der desolate Zustand des ehemaligen Hotels „La Petite Marquise“ auf dem Echternacher Marktplatz für teils kontroverse Diskussionen. Auch die Zukunft des Gebäudes ist bis dato noch ungewiss. Ein für Ende Februar anberaumter Gerichtstermin könnte etwas Klarheit bringen.

Bereits seit Jahren sorgt der desolate Zustand des ehemaligen Hotels „La Petite Marquise“ auf dem Echternacher Marktplatz für teils kontroverse Diskussionen. Auch die Zukunft des Gebäudes ist bis dato noch ungewiss. Ein für Ende Februar anberaumter Gerichtstermin könnte etwas Klarheit bringen.

Nach einem erneuten Brand in dem ehemaligen Hotel „La Petite Marquise“ in Echternach vor wenigen Tagen meldete sich der Interessenverein „Intra Muros“ erneut zu Wort. In einer Pressemitteilung schließen die Mitglieder Brandstiftung nicht aus.

Zur Erinnerung: Bereits vor einem Jahr, am 12. Februar 2007, kam es in der „Petite Marquise“ zu einem Brand. Damals wurden die beiden Besitzer vom Anwalt der Gemeinde aufgefordert, bis spätestens zum 25. Februar eine drei Meter hohe Absperrung entlang der Baustelle zu errichten und sämtliche Fenster und Türen in Richtung öffentlicher Straßen zu schließen. Zudem sollten sie ein Gutachten über den Zustand des Gebäudes von einem Experten erstellen lassen.

Sowohl diese als auch die darauf folgende Forderung, die auf dem Dach herumliegenden Gegenstände, wie Wellblechplatten und Ziegel zu entfernen, stießen auf taube Ohren. Aufgrunddessen musste die Gemeinde handeln und die nötigen Sicherheitsvorkehrungen treffen, dies gemäß Artikel 58 des Gemeindegesetzes, das vorsieht, dass Bürgermeister und Schöffen zur dringenden Abwehr öffentlicher Gefahren polizeiliche Reglemente und Verordnungen erlassen können.

Am 7. März wurde die an dem Gebäude entlangführende Gasse „Avant le marché“ aufgrund der Gefahr, dass Gegenstände herunterfallen und so Passanten verletzten könnten, gesperrt. Gleichzeitig wurden die Fenster und Türen bis zu einer Höhe von drei Metern geschlossen.

Obwohl anschließend kleinere Arbeiten erledigt worden waren, lag die bestehende Gefahrensituation weiter vor, sodass das Dach am 20. März im Aufrag der Gemeinde Echternach geräumt und die Gasse „Avant le marché“ wieder geöffnet wurde.

Konsequentes Handeln gefordert

Für „Intra Muros“ steht fest, „dass die Bauruine eigentlich nicht abzusichern ist“ und dadurch ein „unhaltbares“ Sicherheitsrisiko bestehe. Nur durch den Abriss des Hotels könnte die Sicherheit der Umgebung künftig gewährleistet werden, heißt es weiter. Aus diesem Grund sei nun konsequentes Handeln gefordert.

Auf Anfrage erklärte der Echternacher Bürgermeister Théo Thiry, dass die Gemeinde das Gebäude abgesichert habe, mehr aber nicht tun könne. Auch eine Enteignung käme nicht in Frage. Aufgrund der Absperrung und der bereits erfolgten Räumung seien die nötigen Sicherheitsvorkehrungen seitens der Gemeinde getroffen worden. Zudem bemerkte das Gemeindeoberhaupt, dass das Gebäude immerhin in Privat- und nicht in Gemeindebesitz sei. In puncto Brand erklärte Théo Thiry, dass es sich einerseits nicht um ein größeres Feuer gehandelt habe, anderseits sei nicht bewiesen worden, dass Brandstiftung die Ursache dafür gewesen sei.

Auch der Anwalt einer der Besitzer erklärte gestern im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“, dass das kleinere Feuer sich, laut Aussagen seines Mandanten, vor dem Gebäude befand. Zudem sei es aufgrund der drei Meter hohen Absperrung unmöglich, in das ehemalige Hotel einzudringen. Hinsichtlich der Sicherheitsbedenken, gab der Anwalt zu verstehen, dass mittlerweile eine Expertise von einem juristischen Gutachter vorläge.

Daraus ginge hervor, dass keine Gefahrensituation bestehe. Zusätzliche Neuigkeiten in der Akte gäbe es bis dato kaum, erläuterte er weiter. Denn nachdem die Teilung zwischen den beiden zerstrittenen Brüdern beschlossen wurde und man dieses Urteil in erster Instanz gewonnen habe, sei aufgrund der langen Prozeduren bis vor wenigen Tagen nichts erfolgt. Erst vor drei Tagen sei dem Anwalt ein neuer Gerichtstermin für Ende Februar mitgeteilt worden. Ob und wann es zu einem Urteil käme, könne man aber nicht sagen.