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"Das Pflaster nehme ich gern in Kauf"
Lokales 3 Min. 14.09.2018

"Das Pflaster nehme ich gern in Kauf"

Das Pflaster bleibt drauf: Catherine Mathes steht vor einem ereignisreichen Wochenende.

"Das Pflaster nehme ich gern in Kauf"

Das Pflaster bleibt drauf: Catherine Mathes steht vor einem ereignisreichen Wochenende.
Foto: Serge Daleiden
Lokales 3 Min. 14.09.2018

"Das Pflaster nehme ich gern in Kauf"

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Vor zehn Tagen war bei Catherine Mathes die Vorfreude auf das Riesling Open groß, als es plötzlich krachte. Kurz vor dem Weinfest in Wormeldingen erlitt die zukünftige Rieslingkönigin einen schweren Fahrradunfall.

In Berlin, wo die 22-Jährige studiert, fuhr ein Auto sie an, so dass sie drei Tage im Krankenhaus verbringen musste. Trotz Blessuren und Schmerzen will Catherine Mathes aber das Beste aus dem Weinfest machen. Heute Abend wird sie gekrönt.

Catherine Mathes, das Pflaster auf Ihrer Stirn ist ein Souvenir von dem Unfall. Haben Sie sich in den letzten Tagen ein wenig erholt?

Ja schon, obwohl es stressige Tage waren. Weil ich im Krankenhaus lag, habe ich meinen Flug von Berlin nach Luxemburg verpasst und musste dann mit Zug und Bus herkommen. An Armen und Beinen habe ich viele blaue Flecken, und es tut noch immer weh. Die Platzwunde auf der Stirn, wo ich genäht wurde, nehme ich aber gerne in Kauf, denn es hätte auch schlimmer kommen können.

Um ein Haar wäre das Weinfest Riesling Open für Sie ausgefallen ...

Ja, was dann passiert wäre, weiß ich auch nicht. Die Krönung der Luxemburger Weinkönigin Sophie habe ich jedenfalls verpasst. Aber ich bin froh, dass ich an diesem Wochenende voll im Einsatz sein kann.

Berlin ist ja als hippe, moderne Großstadt bekannt. Was sagen denn Ihre Bekannten dort dazu, dass Sie bald Rieslingkönigin sind?

Die finden das lustig, obwohl sie es nicht so ganz verstehen. Aber ich habe mich schon als Botschafterin für den Luxemburger Wein betätigt, und der schmeckt auch in Berlin.

Im weiter entfernten Ausland ist Luxemburg ja eher als Finanzplatz bekannt. Wissen denn Ihre Freunde, dass hier Wein angebaut wird?

Ja, also die Mosel ist auch in diesem Teil von Deutschland schon bekannt dafür, dass gute Weine dort herkommen, aber nur der deutsche Teil. Ich habe dann oft darauf hingewiesen, dass es auch im Luxemburger Abschnitt guten Wein gibt, vielleicht sogar noch besseren (lacht).

Der Kontrast zwischen einer pulsierenden Großstadt und den gemütlichen Weindörfern hier ist sicher groß. Fahren Sie noch regelmäßig nach Hause?

Am Anfang habe ich es in Berlin super gefunden, weil ich fasziniert von der Stadt war. Aber mit der Zeit schätze ich die Gegend hier immer mehr. Es zieht mich oft zurück nach Ehnen.

Werden Sie nach Ihrem Studium zurück nach Luxemburg kommen?

Im März mache ich in Berlin den Bachelor in Kunstgeschichte. Danach möchte ich in einer anderen Stadt weiter studieren und das Master-Examen machen. Was ich danach machen werde – mal sehen.

Dem Amt der Weinkönigin hängt ja immer etwas Altmodisches an. Wie sehen Sie das?

Es ist schon eine traditionelle Aufgabe, aber ich finde sie noch zeitgemäß. Man kann das Amt der Rieslingkönigin ja auch modernisieren, das ist bei uns schon geschehen. Wir in Wormeldingen sehen das nicht mehr so streng und staatstragend.

Wenn Sie auf Ihre vier Jahre als Prinzessin zurückblicken, was war das für eine Zeit?

Am Anfang war alles neu, mittlerweile genieße ich es, auf die vielen Feste und Veranstaltungen zu gehen. Ich bin ja erst mit 18 Jahren Prinzessin geworden, normalerweise wird man das mit 16. Aber in den vier Jahren haben sich viele Freundschaften gebildet, zum Beispiel mit den Mädels aus Grevenmacher oder auch mit Weinköniginnen auf der deutschen Seite. Ich bin jetzt schon ein wenig traurig, dass das alles in einem Jahr vorbei ist.

Apropos Wein: Haben Sie denn Verbindungen mit dem Weinbau?

Die Cousine meines Vaters hat ein Weingut, so dass wir in der Familie und im Bekanntenkreis immer über Wein gesprochen haben. Ganz so gut wie eine Winzertochter kenne ich mich allerdings nicht aus.

Worauf freuen Sie sich am Wochenende des Riesling Open am meisten?

Da ist zum einen natürlich der Krönungsabend, an dem ich im Mittelpunkt stehe. Genauso schön finde ich aber den Samstag und Sonntag, wenn wir auf die Dörfer fahren und Wein probieren.


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