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Das Leiden der Pendler
Lokales 22.11.2019

Das Leiden der Pendler

Weil noch nicht alle französischen Triebwagen mit dem neuen Sicherheitssystem ausgerüstet sind, wird es auf der Linie Thionville Luxemburg eng werden.

Das Leiden der Pendler

Weil noch nicht alle französischen Triebwagen mit dem neuen Sicherheitssystem ausgerüstet sind, wird es auf der Linie Thionville Luxemburg eng werden.
Foto: Lex Kleren
Lokales 22.11.2019

Das Leiden der Pendler

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Vom 1. Januar an gelten Sicherheits-Einschränkungen für SNCF-Züge in Luxemburg. Dies hat Auswirkungen auf die lothringischen Pendlerzüge.

Auf die französischen Grenzgänger, die regelmäßig per Eisenbahn nach Luxemburg reisen, wartet neues Ungemach: Da Luxemburg keinen weiteren Aufschub in Sachen europäisches Sicherheitssystem ETCS duldet und die französische SNCF noch nicht alle Triebwagen umgerüstet hat, müssen die Pendler aus Lothringen ab dem 15. Dezember in Thionville die Züge wechseln. Die Verantwortlichen der SNCF sprechen netterweise von „jonglieren mit den Zügen, auf die Reisenden werden aber wohl weitere Unnanehmlichkeiten warten.

Dabei braucht sich die CFL diesmal keine Vorwürfe zu machen: In Luxemburg sind bereits sämtliche Personenzüge umgerüstet. "Wir haben rund 40 Millionen Euro investiert, um das System einzubauen und die Züge sicherer zu machen," erklärt Marc Hoffmann, Direktor des Personentransportes bei den CFL.

Verspätung beim Nachrüsten

Frankreich sollte eigentlich bis zum 30. Juni 2021 nachziehen. Um den Zugverkehr zwischen Frankreich und Luxemburg nicht zu beeinträchtigen, verlängerten die luxemburgischen Behörden mehrmals eine Ausnahmegenehmigung. Die Züge der SNCF durften also auch ohne das moderne Sicherheitssystem auf den Gleisen der Großherzogtums rollen. Doch spätestens seit dem schweren Unfall im Februar 2017, bei dem in Bettemburg ein Personen- und ein Güterzug kollidierten, war es aus mit der Toleranz. Luxemburg verlangte die Einführung des neuen Systems jetzt bereits für Ende Dezember 2019. Damit geriet die französische Seite in einen Lieferengpass.


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"Bis heute sind zwölf der insgesamt 25 Triebwagen umgerüstet, die restlichen sollen ab dem 6. April fertiggestellt werden", so Jacques Weill, beigeordneter Direktor der SNCF Grand Est. Die bereits umgerüsteten Triebwagen werden jetzt prioritär auf der Linie zwischen Thionville und Luxemburg eingesetzt, für die Pendler aus Metz heißt das Umsteigen in Thionville. „Die große Mehrzahl der Züge wird am gleichen Bahnsteig halten, sodass man innerhalb weniger Minuten den Zug wechseln kann“, so Weill.

Verzögerungen möglich

Allerdings werden auch Züge ausfallen und einzelne Haltestellen nicht mehr angefahren. Zudem werden die Passagiere von insgesamt drei Zügen doch den Bahnsteig über die unterirdische Passage wechseln müssen. Die Linie zwischen Luxemburg und Thionville macht 20 Prozent der gesamten Transportaktivitäten der CFL aus. Nutzten 2006 noch 1,9 Millionen Passagiere jährlich diese Linie, so sind es mittlerweile mehr als 4,5 Millionen.


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