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Das elektronische Auge sieht mit
Lokales 3 Min. 16.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Das elektronische Auge sieht mit

Der Vorplatz des Hauptbahnhofs wird bereits seit 2007 per Kameras kontrolliert, nun wird die Überwachung auf das Viertel ausgeweitet.

Das elektronische Auge sieht mit

Der Vorplatz des Hauptbahnhofs wird bereits seit 2007 per Kameras kontrolliert, nun wird die Überwachung auf das Viertel ausgeweitet.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 3 Min. 16.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Das elektronische Auge sieht mit

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Die Videoüberwachung in der Hauptstadt funktioniert seit dem Jahre 2007. Vom Glacis über den Stadtpark bis zum Hauptbahnhof dient diese dazu, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken und die Kriminalität zu reduzieren. Nun wird das Projekt fortgesetzt.

Mehr Sicherheit, ein besserer Überblick und der Videobeweis: Voraussichtlich im Herbst sollen im hauptstädtischen Bahnhofsviertel Kameras installiert werden, mit denen die Situation im Detail überblickt werden kann.

Die Videoüberwachung ist jedoch kein Novum in Luxemburg-Stadt. Denn bereits im Jahre 2007 wurden die ersten Kameras an den besonderen Brennpunkten angebracht. Ein Projekt, das einst eigentlich nur während einer zweijährigen Testphase eingeführt worden war. Nun, elf Jahre später, hinterfragt kaum jemand deren Daseinsberechtigung. Im Gegenteil.

In den ausgewiesenen Zonen sollen die Vorrichtungen insbesondere dazu dienen, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken, sie zu schützen, aber auch, um die Kriminalität und vor allem den Drogenhandel zu bekämpfen. Verantwortlich für die Überwachung ist ein eigens in diesem Gebiet geschulte Team der Polizei, der Visupol. Dessen Zentrale, die nur den wenigsten Polizisten zugänglich ist, befindet sich im Hauptquartier der hauptstädtischen Polizei an der Rue Curie in Verlorenkost.

Überführen via Videobeweis

Von dort werden die empfangenen Bilder, die ausschließlich das Geschehen auf der Straße aufnehmen, genau unter die Lupe genommen. Falls nötig, wird sofort gehandelt. Wird ein Täter etwa auf frischer Tat beobachtet, wird direkt eine Patrouille an den Tatort geschickt. Dadurch kann der Gesetzesbrecher nicht nur schnellstmöglich identifiziert werden, sondern gleichzeitig per Videobeweis überführt werden.

Doch auch im Nachhinein dienen die Aufnahmen der Polizei. Im Falle eines Vorfalls oder einer Anklage können die Bilder ebenfalls eingesetzt werden. Allerdings werden diese lediglich während zwei Monaten gespeichert. Danach werden sie gelöscht – es sei denn in der Zwischenzeit ist eine Anklage erhoben worden, bei der die Kameraaufnahmen als Beweismittel dienen könnten.

In puncto Standorte befinden sich etwa in der Sicherheitszone Limpertsberg-Glacis-Park allein 50 Kameras, davon 15 rund um das Glacis-Feld. Dementsprechend überblicken die Beamten nicht nur den Parkplatz an sich, sondern auch das Geschehen während großer Veranstaltungen, wie etwa der Schueberfouer oder dem Glacismarkt. Auch während des Public Viewing der Fußballweltmeisterschaft, das in den kommenden Wochen dort stattfindet, dürften die Kameras eine nützliche Hilfe für die Polizei sein. 

Rund um das Glacis-Feld befinden sich 15 Kameras.
Rund um das Glacis-Feld befinden sich 15 Kameras.
Foto: Pierre Matgé

Mehr Sicherheit im Bahnhofsviertel

Im Stadtpark, wo sich in der Vergangenheit nur die wenigsten in den Abendstunden oder gar nachts allein über die Wege trauten, wachen 35 elektronische Augen im Bereich des Amaliendenkmals und der Kinnekswiss über die Spaziergänger oder Radfahrer. Elf weitere Vorrichtungen sind indes an der Route d'Arlon, der Rue du Stade und einem Abschnitt der Rue d'Ostende angebracht. Im Gegensatz zu den anderen Kameras werden diese jedoch nur vor, während und nach den Fußballspielen angeschaltet.


Rue de Strassbourg, Foto Lex Kleren
"Im Stich gelassen"
Das hauptstädtische Bahnhofsviertel floriert. Tagsüber laden Restaurants und Bars zum Verweilen ein, kleine Läden locken Kunden an. Nachts hingegen blüht der Drogenhandel. Die Bürger trauen sich kaum noch auf die Straße. Per Videoüberwachung soll die Situation nun verbessert werden.

Seit den Anfängen der Videoüberwachung in Luxemburg-Stadt gilt der Bereich um den Hauptbahnhof als Sicherheitszone. Sowohl der Vorplatz als auch die Bushaltestellen stehen großräumig unter Beobachtung. Wie bereits erwähnt, dürften die Kameras voraussichtlich im Herbst auch in den anliegenden Straßen installiert werden. Betroffen sind dabei die Rue de Strasbourg, der Spielplatz auf der Place de Strasbourg, die Rue 1900, ein Abschnitt der Rue Adolphe Fischer, die Rue Glesener sowie die Rue du Commerce und die Rue du Fort Wedell im Bereich der Schulen. Auch in Bonneweg sollen künftig die Place Léon XIII, ein Teil der Rue du Bonnevoie sowie die Spielplätze an der Rue Sigismond und der Rue des Ardennes per Kameras kontrolliert werden.

Kameras für den Royal-Hamilius

Dies sind jedoch nicht die einzigen Pläne: Vor dem Bau des Royal-Hamilius war nämlich auch der Centre Aldringen als Sicherheitszone ausgewiesen und mit der Videoüberwachung ausgestattet worden. Nun, während der Konstruktionsphase sind diese Kameras außer Betrieb, sollen aber nach der Fertigstellung des Projektes, was den Plänen zufolge Mitte 2019 sein wird, wieder angebracht werden. Laut Polizei werden dann 21 Geräte auf dem öffentlichen Platz, in der Rue de la Poste, der Rue Aldringen und einem Teil der Grand-Rue installiert.

Während die Polizei der Meinung ist, dass die Videoüberwachung auch in Zukunft für eine Verbesserung der Situation in den Risikobereichen, insbesondere im Bahnhofsviertel sorgen wird, befürchten manche Einwohner, dass die Kriminalität beziehungsweise der Drogenhandel sich auf andere Straßen verlagere. Sollte dies der Fall sein, müsse man reagieren und entsprechend handeln, meinte Polizeigeneraldirektor Philippe Schrantz erst kürzlich in diesem Zusammenhang bei einer öffentlichen Informationsversammlung im Bahnhofsviertel. Luxemburg-Stadt ist übrigens landesweit die einzige Stadt, in der die Videoüberwachung in Betrieb ist.


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