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„Das Billigste wird schnell zum Teuersten“
Lokales 2 Min. 18.04.2014 Aus unserem online-Archiv

„Das Billigste wird schnell zum Teuersten“

Waffenhändler Freylinger: „Was nützt es, hochwertige Revolver und Pistolen zu kaufen, wenn ich schäbige Munition hineinstopfe?“

„Das Billigste wird schnell zum Teuersten“

Waffenhändler Freylinger: „Was nützt es, hochwertige Revolver und Pistolen zu kaufen, wenn ich schäbige Munition hineinstopfe?“
Foto: Anouk Antony
Lokales 2 Min. 18.04.2014 Aus unserem online-Archiv

„Das Billigste wird schnell zum Teuersten“

„Die Revolver, die die Polizei hat, sind gut“, sagt Waffenhändler Henri Freylinger aus Liwingen. „Aber wer Munition über den Rechnungshof kauft und sich für das billigste Produkt auf dem Markt entscheidet, der hat dann auch nur das Allerbilligste.“

(str) - „Die Revolver, die die Polizei hat, sind gut“, sagt Waffenhändler Henri Freylinger aus Liwingen. „Aber wer Munition über den Rechnungshof kauft und sich für das billigste Produkt auf dem Markt entscheidet, der hat dann auch nur das Allerbilligste.“ Oftmals werde die billigste Lösung aber schnell zur teuersten.

„Was nützt es, hochwertige Revolver und Pistolen zu kaufen, wenn ich schäbige Munition hineinstopfe?“, meint der 88-Jährige. Zudem sei es nicht so, dass es nur eine einzige Polizeimunition für Revolver gebe. Teilmantelgeschosse gebe es in vielerlei Ausführungen. Finnische Lapuamunition sei sicher die bessere Wahl.

Der Unterschied zwischen einem Revolver und einer Pistole sei ganz einfach: Ein Revolver habe sechs Schuss, bei einer modernen Pistole seien es zwölf. „Wenn ich aber nach dem sechsten Schuss immer noch nicht getroffen habe, dann muss ich mir ein neues Hobby suchen“, so Freylinger.

Der Revolver werde seit Jahr und Tag von sämtlichen Polizeikräften auf der Welt benutzt. Dann aber habe auf einmal jeder damit begonnen, Pistolen einzusetzen. „Den Anfang haben die Belgier gemacht“, erklärt Henri Freylinger. „Die hatten eine sehr gute Pistole, die FN GP-35. Das war die erste Pistole, die zwölf Schuss abfeuern konnte. Die war den anderen jedoch viel zu teuer.“ Heutzutage seien Glock-Pistolen „en vogue“. „Das ist wie beim Seifenpulver“, kommentiert Freylinger. „Wenn ich viel Werbung dafür mache, dann kaufen es die Frauen auch“.

Eine Pistole bereite insgesamt eher Probleme als ein Revolver, meint der Waffenhändler. Das Risiko einer Ladehemmung sei aufgrund der umfangreicheren Mechanik bei einer Pistole höher als bei einem Revolver, betont Freylinger. Wenn eine Kugel feststecke, gehe gar nichts mehr. Schuld daran seien oft auch zu billige Magazine, mit zu schwachen Federn. Viel hänge aber auch davon ab, wie man seine Waffe pflege.

Wer als Polizist eine Waffe in die Hand nehme, tue das, um jemanden zu erschießen, nicht um zu drohen. Damit müsse man auch erst einmal zurechtkommen. „Wenn ich am Schießstand eine Waffe abfeuere und der Schuss löst sich nicht, dann komme ich aus dem Rhythmus“, erklärt Freylinger. „Wenn einem Polizist das im Ernstfall passiert, dann lässt niemand ihm die Zeit mehr, nach der Waffe zu sehen. Deshalb ist es von elementarer Bedeutung, dass die Munition zur Waffe passt.“