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Das Bier, die Römer und der Erzabbau
Nach einer Rundtour durch die malerische Naturlandschaft des Öslings kann man sich  in Vianden auch stärken.

Das Bier, die Römer und der Erzabbau

Foto: Nadine Schartz
Nach einer Rundtour durch die malerische Naturlandschaft des Öslings kann man sich  in Vianden auch stärken.
Lokales 5 Min. 22.08.2013

Das Bier, die Römer und der Erzabbau

Gerade in den Bereichen Kultur, Geschichte und Industrie hat Luxemburg einiges zu bieten. Da viele Bürger sicherlich schon die bekannten Stätten besichtigt haben, stellen wir Ausstellungen, Museen und Touren vor, die nicht immer an erster Stelle einer Tour durch die Heimat stehen, aber durchaus sehenswert sind.

(nas) -Stellen Sie sich vor, Sie haben noch drei Urlaubstage vor sich und wissen nicht, was sie an diesen freien Tagen unternehmen wollen. In den kommenden Wochen wird das „Luxemburger Wort“ Ihnen jeweils mittwochs und samstags Anregungen geben, wie Sie das Großherzogtum neu entdecken können. Das heutige Thema: Kultur, Geschichte und Industrie.

Gerade in den Bereichen Kultur, Geschichte und Industrie hat Luxemburg einiges zu bieten. Da viele Bürger sicherlich schon die bekannten Stätten besichtigt haben, stellen wir Ausstellungen, Museen und Touren vor, die nicht immer an erster Stelle einer Tour durch die Heimat stehen, aber durchaus sehenswert sind.

Tag 1: Start der dreitägigen Tour ist in Diekirch, wo es neben dem in den vergangenen Wochen bekannt gewordenen Esel auf dem Kirchturm, durchaus mehr zu sehen gibt. So kommen gerade Motorenfreunde im Nationalen Konservatorium historischer Fahrzeuge in der ehemaligen „Kutschenfabrik Jean Wagner“ auf ihre Kosten. Zu sehen sind Oldtimer von den Anfängen der Automatisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er-Jahre. Die Ausstellung wird vor allem dadurch belebt, dass regionale Sammler ihre wertvollen Exponate zur Verfügung stellen.

Von Diekirch geht die Fahrt weiter durch die malerische Naturlandschaft bis nach Heiderscheid, wo sowohl dem weiblichen als auch dem männlichen Geschlecht etwas geboten wird. Wer Kerzen mag, dessen Herz wird sicherlich in der „Heischter Käerzefabrik“ höher schlagen: Immerhin befinden sich hier auf 300 Quadratmetern über 13 000 verschiedene Deko- und Geschenkartikel. Alle Kerzen – Unikate – werden übrigens vor Ort produziert. Geführte Besichtigungen durch die Produktionsstätten sind möglich, müssen aber im Vorfeld reserviert werden. Gleich neben der Kerzenfabrik steht dann ein herbes Gebräu im Mittelpunkt: der „Heischter“, ein Bier aus dem Naturpark.

Jeweils freitags und samstags (oder nach Absprache) werden Interessierte in einem Brauseminar in die Braukunst eingeführt. Möchte man den Ausflug nicht in Heiderscheid abschließen, bietet sich die Weiterfahrt nach Esch/Sauer an, wo man im Haus des Naturparks Obersauer einen Einblick in die Tuchproduktion erhält. Gerade für die jüngeren Besucher gibt es auf der oberen Etage bei der Dauerausstellung zum Naturpark viel zu entdecken.

Nach einer kleinen Fahrt durch die idyllische (teilweise kurvige) Region steht die Besichtigung der SEO in Vianden auf der Tagesordnung. Das Pumpspeicherwerk ist mit einer Leistung von 1 100 Megawatt derzeit eines der größten in Europa. Atemberaubend ist auch die Aussicht vom Mont St-Nicolas. Aber: Den Ausblick muss man sich erst erarbeiten. Immerhin gilt es circa hundert Stufen hoch zu steigen, bevor man den Blick ins Tal genießen kann. Nach der Anstrengung gibt es in Vianden reichlich Möglichkeiten, den Tag bei einem gemütlichen Essen ausklingen zu lassen.

    Tag 2: Am zweiten Tag startet die Tour in der ältesten Stadt Luxemburgs. In Echternach, können Interessierte die Abteistadt mit u.a. dem Rokoko-Pavillon aus dem 18. Jahrhundert und den Klostergarten auf dem Kulturweg „Via Epternacensis“ auf 15 Etappen entdecken. Danach macht man sich im Erholungsgebiet des Echternacher Sees auf die Spuren der Römer. In der imposanten Villa mit dem kleinen Museum erfährt der Besucher Wissenswertes über das damalige Leben. Die Zeit für eine kleine Pause am See sollte man sich dann auch gönnen; Möglichkeiten, zu entspannen oder für die Kinder zum Austoben sind dort reichlich vorhanden.

    Nach Echternach führt die Strecke durch das romantische Sauertal bis zum Hochplateau zwischen Wasserbillig und Lellig im Wald „Weiler“ (Zufahrt über den CR141 von Wasserbillig nach Lellig, danach den Feldweg auf der rechten Seite nehmen), wo sich die restaurierten Überreste einer römischen Grabanlage befinden.

    Von dort geht es weiter zum imposanten Grabdenkmal in Grevenmacher-Potaschberg, das sich nahe der römischen Fernstraße Metz-Trier befindet. Das Denkmal besteht aus einem ummauerten Bezirk von 30 mal 28 Metern mit einem zwei Meter hohen Fundament (vor dem Hotel in den Feldweg einbiegen und 100 Meter geradeaus fahren).

    Danach hat man die Gelegenheit, entlang der Mosel und der Weinberge zu fahren, um eine Rast beim gallo-römischen Denkmal in Bech-Kleinmacher zu machen. Auf der erst vor kurzem dort abgestellten „Wéngertschaukel“ lässt sich die Aussicht über die Region und die deutschen Nachbargemeinden genießen. Wer unterwegs in einer Kellerei Halt gemacht hat, kann dann sogar bei einem Gläschen „Miselerwäin“ und einem Picknick etwas mehr Zeit dort einplanen.

    Die Stätte befindet sich genau in der Verlängerung der Mittelachse der römischen Villa in Nennig (D), die das größte aus römischer Zeit erhaltene Mosaik nördlich der Alpen darstellt. Natürlich sollte man bei der Entdeckungstour das Viccus Ricciacum in Dalheim nicht vergessen.

    Wer nach diesem Tag noch auf der Suche nach Abwechslung ist, kann sich auf einem zweistündigen Rundweg „Architektur und Kunst“ in Kirchberg die moderne und futuristische Seite der Hauptsadt ansehen. Orte, zwischendurch den Hunger zu stillen, sind dort ebenfalls reichlich vorhanden.

        Tag 3: Nach zwei eher aktiveren Tagen lassen wir den letzten Tag gemütlicher angehen und starten in Rümelingen mit einer Besichtigung des nationalen Museums der luxemburgischen Eisenerzgruben. Die Sammlung besteht aus Werkzeugen, Maschinen und Geräten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1980er-Jahre, wobei der größte Teil sich in den Gruben befindet.

        Nach der Tour durch die Eisenerzgruben gibt es eine besondere Tour für die Kleinen: Auf der Miniatureisenbahn (Maßstab 1:3) in Esch-Lankelz können sie ihre Runden während 15 Minuten drehen. In Differdingen steht der geologische Rundgang „Giele Botter“ auf dem Programm. Im Mittelpunkt der 2,5 Kilometer langen Wanderung im Naturschutzgebiet „Prënzebierg“ stehen das Eisenerzvorkommen, der Tagebau und Fossilien.

        Rund um das Bierbrauen dreht es sich dann wiederum in Niederkerschen. Im Gegensatz zu der kleinen Brauerei in Heiderscheid handelt es sich hierbei um einen durchaus größeren Betrieb. Der Unterschied zwischen den beiden Brauereien wird im Rahmen der zweistündigen geführten Besichtigung deutlich.

        Bleibt zu bemerken, dass man die dreitägige Tour am besten nicht montags startet, da an diesem Tag viele Sehenswürdigkeiten nicht zugänglich sind. Nähere Informationen zu den Öffnungszeiten befinden sich auf den Internetseiten der jeweiligen Stätten.

        Praktische Hinweise: