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"Dank Camille Gira..."
Vor dem Rathaus in Beckerich hängen die Fahnen nach dem Tod Camille Giras auf Halbmast.

"Dank Camille Gira..."

Foto: John Lamberty
Vor dem Rathaus in Beckerich hängen die Fahnen nach dem Tod Camille Giras auf Halbmast.
Lokales 2 Min. 17.05.2018

"Dank Camille Gira..."

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Die Nachricht vom plötzlichen Tod Camille Giras bewegt landesweit die Gemüter, besonders tief sitzt der Schock indes in seiner Heimatgemeinde Beckerich, wo man nicht nur einen engagierten Politiker, sondern auch einen geschätzten Mitbürger und Freund verliert.

Die Sonne strahlt vom hellblauen Himmel, eine kühle Brise weht durch die Bäume: Im beschaulichen Beckerich herrschte am Donnerstag eigentlich ein Frühlingsmorgen wie aus dem Bilderbuch, hätten die auf Halbmast gesenkten Fahnen am Rathaus und vor der Kirche nicht davon gezeugt, dass die friedliche Stille an diesem Tag nicht nur eine der ländlichen Idylle, sondern auch eine der tiefen Trauer ist. Camille Gira ist tot.

Trauer um den Menschen hinter dem Politiker

Die Meldung vom völlig unerwarteten Ableben des Staatssekretärs im Nachhaltigkeits- und Infrastrukturministerium hatte dessen Heimatgemeinde am Vorabend wie ein Schlag ins Genick getroffen. Hier, wo Camille Gira allein 23 Jahre lang als Bürgermeister gewirkt hatte, verliert man nicht nur einen engagierten Kommunal- und Landespolitiker, sondern auch einen geschätzten Familienmenschen, Mitbürger und Freund.


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„Wir waren am Mittwoch gerade am Schluss unserer Gemeinderatssitzung angelangt als wir aus den Medien vernahmen, dass er während der Parlamentsdebatte von einem Unwohlsein erfasst worden war. Als ich dann nach Hause kam, rief bereits mein erster Schöffe an, um mir mitzuteilen, dass er gerade von Camille Giras Tod erfahren habe“, erzählt Bürgermeister Thierry Lagoda, dem der Schock angesichts der Ereignisse auch noch am Morgen danach – wie allen im Rathaus – ins Gesicht geschrieben steht.

„Camille Gira hat es mit seinem Engagement, seinem Enthusiasmus und seiner Begeisterung wie kein Zweiter verstanden, seine Mitmenschen zu berühren und zur Teilnahme anzustacheln. Und nur so war es auch möglich, die zahllosen Projekte und Initiativen zum Tragen zu bringen, für die die Gemeinde Beckerich heute bis weit über die Grenzen hinaus als Pioniergemeinde bekannt ist“, so Lagoda. „Camille Gira hinterlässt unter uns jedenfalls eine enorme Lücke, aber auch tiefe Spuren und ein reiches Erbe.“

Die Spuren in den Dörfern

Die Spuren des Camille Gira sind in der Gemeinde in der Tat allgegenwärtig. Von der Maison relais – bei ihrer Einrichtung Anfang der 1990er-Jahre eine der ersten im Lande – bis zum Sportkomplex, von der Holzhackschnitzel-Heizung samt Fernwärmenetz bis zu der als Kulturstätte wiedererblühten Beckericher Mühle, von der Regionalwährung Beki bis zu den zahllosen Vorzeigeleistungen im Bereich des Klimaschutzes und der nachhaltigen Energienutzung.

Die Revalorisierung der Beckericher Mühle, heute ein kultureller Anziehungspunkt der Region, zählt zu den Errungenschaften der Ära Camille Gira in Beckerich.
Die Revalorisierung der Beckericher Mühle, heute ein kultureller Anziehungspunkt der Region, zählt zu den Errungenschaften der Ära Camille Gira in Beckerich.
Foto: Nico Muller

„Dennoch tritt all das in den Schatten dessen, was den Menschen Camille Gira ausgemacht hat“, sagt Paul Kauten im Réidener Energieatelier, der mit Camille Gira vor allem einen engen persönlichen Freund und einen langjährigen Weggefährten und Mitstreiter verliert.

„Kampf um die Sache an erster Stelle“

„Er war eben einfach ein toller und geselliger Mensch, der auch gern unter Leuten war, um ihnen zuzuhören und sie, wenn nur möglich, mit Überzeugungskraft in seine Ideen einzubinden. Diese Eigenschaft, den Kampf um die Sache mit Gradlinigkeit und vollem Einsatz in den Vordergrund zu rücken und die eigene Person oder die Parteipolitik hintanzustellen, hat er denn auch nie verloren – weder im Gemeinderat, noch in der Regierung“, sagt Kauten.

„Die von ihm angestoßenen Projekte sind so letztlich erst dank des Menschen Camille Gira erfolgreich und wertvoll geworden“, ist Paul Kauten überzeugt. Mag die Gemeinde Beckerich sich zurzeit auch von Schock und Trauer gebeugt zeigen, sie dürfte es wohl bald auch schon in Stolz und Dankbarkeit vor all dem sein, das hier von Camille Gira bleibt.


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