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„D'Georges Kayser Altertumsfuerscher“ : Wenn Rostklumpen und Grabbeigaben Geschichte erzählen
Präsident Jacques Bonifas (M.) mit Vereinssekretär Yves Lahur und Archäologiestudentin Nena Sand im hauseigenen Atelier in Nospelt. Links im Bild ist der Sandstrahler zu sehen.

„D'Georges Kayser Altertumsfuerscher“ : Wenn Rostklumpen und Grabbeigaben Geschichte erzählen

Foto: Pierre Matgé
Präsident Jacques Bonifas (M.) mit Vereinssekretär Yves Lahur und Archäologiestudentin Nena Sand im hauseigenen Atelier in Nospelt. Links im Bild ist der Sandstrahler zu sehen.
Lokales 2 Min. 12.04.2015

„D'Georges Kayser Altertumsfuerscher“ : Wenn Rostklumpen und Grabbeigaben Geschichte erzählen

Die Vereinigung „D'Georges Kayser Altertumsfuerscher“ hat sich Ausgrabungen von unter anderem gallorömischen Siedlungsplätzen, Gräbe(r)n und Schlachtplätzen zur Aufgabe gemacht. Ende Dezember 1989 im Andenken an den Pfarrer und Hobbyarchäologen Georges Kayser gegründet, feiert die Organisation in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag.

(dhay) - Wer sich für Germanen, Kelten und Römer interessiert, ist bei ihnen in guten Händen. Denn über Archäologie, den Ablauf von Grabungen sowie die einzelnen Etappen der Konservierung und Restaurierung von Fundgegenständen wissen sie sehr genau Bescheid. Die Rede ist von den „D'Georges Kayser Altertumsfuerscher“.

Beginnen wir am Anfang. Dort stellt sich zuallererst die Frage, woher der Name des Vereins stammt. Georges Kayser war während 32 Jahren Seelsorger der Pfarrei Nospelt. Neben seinem Beruf entwickelte er ein starkes Interesse für die Archäologie und führte, unter der Aufsicht des nationalen Geschichts– und Kunstmuseums, in seiner Freizeit – nicht nur – in der Umgebung seines Heimatdorfes Grabungen durch.

Der Pfarrer gräbt mit: Ihm verdanken die „D'Georges Kayser Altertumsfuerscher“
ihren Namen.
Der Pfarrer gräbt mit: Ihm verdanken die „D'Georges Kayser Altertumsfuerscher“ ihren Namen.
Foto: GKA

„Kayser gelang es, eine Reihe von Freiwilligen für seine Leidenschaft zu begeistern und nahm sie fortan mit zu den Ausgrabungsstätten. Zu diesen ehrenamtlichen Helfern gehörten auch Kommunionskinder und Messdiener“, erzählt Präsident Jacques Bonifas.

Nach Georges Kaysers plötzlichem Tod im Jahr 1988 entschieden seine Freunde, die Arbeiten weiterzuführen und beschlossen, einen Verein mit Hauptaugenmerk auf der Archäologie zu gründen. Um den Mann zu ehren, der sein Steckenpferd und sein Wissen mit ihnen geteilt hatte, benannten sie ihren Verein folglich nach Pfarrer Georges Kayser. Dieses Jahr feiern die Altertumsforscher schon ihr 25. Wiegenfest.

Archäologie heute

Etwa 15 aktive Mitarbeiter arbeiten regelmäßig an den Fundstücken im Atelier in Nospelt oder helfen bei Grabungen aus. Die „Saison“ beginnt in etwa Ende März und erstreckt sich ungefähr bis Ende September/Anfang Oktober, denn auch Archäologen müssen sich den Wetterbedingungen beugen.

Alle aktiven Mitglieder arbeiten ehrenamtlich für den Verein. „Da viele der Teilnehmer einer Arbeit nachgehen oder die Universität besuchen, finden die Grabungen in der Regel samstags statt“, erklärt Yves Lahur. Dazu wird das gesamte zu bearbeitende Gebiet vermessen und in kleine Parzellen eingeteilt, die alle einzeln bearbeitet werden. Schicht für Schicht wird der Boden abgetragen und gegebenenfalls Fundstücke fotografiert und gesichert. „Wir zeichnen die genauen Fundorte noch mit der Hand auf Millimeterpapier auf“, verrät die junge Archäologin Nena Sand.

Der Verein arbeitet mit dem „Centre national de recherche archéologique“ zusammen und führt auch heute noch Ausgrabungen für das „Musée national d'histoire et d'art“ (MNHA) durch.

Modell der Römervilla und Gegenstände,
die bei Grabungen gefunden
wurden.
Modell der Römervilla und Gegenstände, die bei Grabungen gefunden wurden.
Foto: Pierre Matgé

Das ist mit der Grund, weshalb die schönsten Stücke an die Ausstellung des Museums gehen. Die restlichen Gegenstände bekommt die Vereinigung, die sie in ihrem eigenen „Ausgriewermusee“ im alten „Paschtoueschhaus“ ausstellt.

Grabbeigabe: Der Parfümflasche
fehlt der obere Abschluss. Sie zeigt,
dass es das Grab einer Frau war.
Grabbeigabe: Der Parfümflasche fehlt der obere Abschluss. Sie zeigt, dass es das Grab einer Frau war.
Foto: Pierre Matgé

Nachwuchsforscher gesucht

Ihre beachtliche Sammlung lässt sich sehen. Die „D'Georges Kayser Altertumsfuerscher“ führen auch Notgrabungen aus. Das ist der Fall, wenn z. B. gebaut und entdeckt wird, dass sich ein Stück Geschichte unter dem Gelände befindet.

Jeden Sommer organisieren die Altertumsforscher ein Kinder- und Jugendcamp, meistens im Inland. 2015 stellt allerdings eine Ausnahme dar: Das diesjährige Lager findet nämlich in Deutschland statt.

Während mehrerer Tage bekommen die Heranwachsenden Erklärungen zu Geschichte, zu der in der Archäologie angewandten Technik und legen bei den Grabungen selbst mit Hand an.

Bedauerlich ist nur, dass sich von Jahr zu Jahr immer weniger Nachwuchs anmeldet.


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