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Cyberkriminalität: Freispruch gefordert
Lokales 02.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Cyberkriminalität: Freispruch gefordert

Das Urteil ergeht am 24. Mai.

Cyberkriminalität: Freispruch gefordert

Das Urteil ergeht am 24. Mai.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 02.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Cyberkriminalität: Freispruch gefordert

Weil eine unerlaubte Geldtransaktion über sein Konto durchgeführt wurde, war ein 70-jähriger Mann angeklagt. Er darf jedoch auf einen Freispruch hoffen.

(SH) - November 2012: Über sein Internetbanking stellt ein Mann fest, dass von seinem Bankkonto 2 230 Euro überwiesen wurden. Die Bank bestätigt ihm, dass die Transaktion durchgeführt wurde. Da jedoch weder er noch seine Frau sich diese Bewegung erklären können, begibt sich der Mann zur Polizei.

Diese nimmt in Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Belgien und Großbritannien die Ermittlungen auf und stellt fest, dass das Konto wohl gehackt wurde und das Geld auf das belgische Konto des mittlerweile 70-jährigen Robert D. überwiesen wurde. Der Mann wird nach Luxemburg ausgeliefert, verbringt einen Tag in Untersuchungshaft und wird angeklagt. Mit weiteren Folgen muss er aber kaum rechnen, denn der Vertreter der Staatsanwaltschaft forderte am Mittwoch im Prozess gegen den 70-Jährigen, der nicht anwesend war, einen Freispruch. „Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass Robert D. als Money mule (Geldesel) fungierte“, erklärte er. Der Mann hätte in Kontakt mit einer Frau aus Russland gestanden und der Transaktion zugestimmt, um ihr einen Gefallen zu tun. Er selbst habe keine Kommission erhalten. „Die Staatsanwaltschaft kann nicht nachweisen, dass der Angeklagte das Wissen hatte, um an einen elektronischen Schlüssel zu gelangen“, so der Vertreter der Staatsanwaltschaft.

Banken reagieren

Lediglich Hehlerei und Geldwäscherei könne dem Mann vorgeworfen werden. Da er allerdings in Belgien lebt, sei das Luxemburger Gericht nicht zuständig, weshalb er auch hier freizusprechen sei.

Zwischen 2010 und 2012 habe man die Cyberkriminalität verstärkt verfolgt, dann hätten sich diese Taten jedoch derart vervielfacht, dass dies nicht mehr möglich gewesen wäre, erklärte der Vertreter der Staatsanwaltschaft, warum es überhaupt zum Prozess gekommen sei. Die Banken hätten jedoch reagiert und ihre Sicherheitssysteme verstärkt.

Das Urteil ergeht am 24. Mai.

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