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Corona-Virus: "Sorge, aber keine Panik" in Luxemburg
Lokales 24.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: "Sorge, aber keine Panik" in Luxemburg

Dr. Jean-Claude Schmit, Direktor der Gesundheitsverwaltung, gibt sich zuversichtlich, dass die ausländischen Behörden ihre Arbeit tun.

Corona-Virus: "Sorge, aber keine Panik" in Luxemburg

Dr. Jean-Claude Schmit, Direktor der Gesundheitsverwaltung, gibt sich zuversichtlich, dass die ausländischen Behörden ihre Arbeit tun.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 24.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: "Sorge, aber keine Panik" in Luxemburg

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Das Gesundheitsministerium versuchte bei einer Pressekonferenz die Gemüter in Bezug auf das Corona-Virus zu beruhigen.

Jean-Claude Schmit, Leiter der Gesundheitsbehörde, betonte am Montag, dass man die Situation in Italien genau beobachte und ständig in Kontakt mit den anderen europäischen Regierungen und Gesundheitsbehörden stehe. „Wir sind besorgt, ohne aber in Panik zu verfallen“, erklärte er.


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Derzeit seien keine konkreten Maßnahmen vorgesehen, die die Reisetätigkeit nach oder aus Luxemburg einschränken, erklärte Schmit. Flugverbote nach Italien hält er zum jetzigen Zeitpunkt für eben so wenig angebracht wie obligatorische Gesundheitschecks bei der Einreise. „Italien hat zu den Ländern gehört, die die striktesten Kontrollen an den Flughäfen gemacht haben; gebracht hat es trotzdem nichts“, erklärt er.

Die Situation würde sich ändern, wenn tatsächlich Fälle bekannt würden, dass Infizierte aus Italien eingereist seien, dann könne man auch über Flugverbote nachdenken, so Schmit. Reisende, die aus einem Risikogebiet kommen und Symptome aufweisen, fordert er auf, nicht zum Hausarzt zu gehen, sondern direkt die „Inspection sanitaire“ zu kontaktieren. Heimkehrer, die zwar symptomfrei sind, aber mit Infizierten in Kontakt standen, sollen sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben, um eine Ansteckung auszuschließen.

Aktuell gebe es eine Reisewarnung ausschließlich für China, aber Schmit empfahl, Reisen nach Norditalien, Südkorea oder Singapur zu verschieben, wenn das möglich ist.

Man habe bereits etwa 20 Verdachtsfälle auf das Virus getestet, aber bisher noch keine Erkrankung festgestellt. Für den Ernstfall ist Luxemburg gut vorbereitet, versichert Schmit. Im Staatslabor könne man mögliche Infizierte schnell testen und man verfüge auch über entsprechende Einrichtungen um diese zu isolieren. 

Der Chef der Gesundheitsbehörde geht davon aus, dass ein Impfstoff gegen die Krankheit frühestens in 12 bis 18 Monaten zur Verfügung steht. Der Verlauf der Viruserkrankung ist ähnlich wie bei einer Grippe, nach bisherigem Kenntnisstand liegt die Sterblichkeitsrate beim Corona-Virus aber deutlich höher. 

Sterben bei der Influenza normalerweise etwa 0,1 bis 0,2 Prozent der Erkrankten, liegt die Mortalitätsrate mit zwei Prozent bei dem neuen Virus deutlich darüber. Ähnlich wie bei der herkömmlichen Grippe sind vor allem ältere Menschen gefährdet. Bisher seien null Prozent der erkrankten Kinder verstorben, bei alten Menschen liege die Sterblichkeitsrate aber bei etwa 15 Prozent, erklärt Schmit. 


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