Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Corona-Virus: Maßnahmen in Altersheimen verschärft
Lokales 4 Min. 19.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: Maßnahmen in Altersheimen verschärft

Das Corona-Virus kann für ältere Menschen sehr gefährlich werden. Im Pflegesektor gelten deshalb noch strengere Maßnahmen.

Corona-Virus: Maßnahmen in Altersheimen verschärft

Das Corona-Virus kann für ältere Menschen sehr gefährlich werden. Im Pflegesektor gelten deshalb noch strengere Maßnahmen.
Foto: Anouk Antony
Lokales 4 Min. 19.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: Maßnahmen in Altersheimen verschärft

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Da Senioren als besonders gefährdet gelten, sind derzeit Besuche von Angehörigen in Altersheimen untersagt. Nathalie Hanck von Servior erklärt die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen.

Die Forderung der Regierung, bis auf Weiteres alle Besuche in Alters- oder Pflegeheimen zu verbieten, wird laut Nathalie Hanck, Verantwortliche des Servior-Kundendienstes, in allen 15 Wohneinrichtungen der Servior-Gruppe strengstens befolgt: "Diese neuen Maßnahmen, die am vergangenen Donnerstagabend mitgeteilt wurden, haben wir am darauffolgenden Tag sofort umgesetzt. Die Angehörigen unserer Bewohner wurden per E-Mail und Post informiert. Seither haben die Senioren in unseren Wohneinrichtungen keine Besucher mehr empfangen."

"Danke, uns nicht zu besuchen"  

Aber auch auf der Homepage von Servior sowie in den sozialen Medien werden Freunde und Familie gebeten, auf einen Besuch zu verzichten - unter anderem mit dem Slogan "Danke, uns nicht zu besuchen". "Das heißt aber nicht, dass der Kontakt zwischen den Senioren und ihren Familien abgebrochen wird. Gerade jetzt ist Solidarität und Fürsorge gefragt. Wir bitten die Angehörigen deshalb, sich umso mehr via Telefon bei ihren Eltern und Großeltern zu melden, mit ihnen zu sprechen und ihnen etwas Liebe zu vermitteln", so Hanck.

Damit die Bewohner auch ohne den Besuch ihrer Liebsten etwas Freude empfinden, wird in den Servior-Einrichtungen weiterhin auf Animation gesetzt. "Unsere Animateure arbeiten nur noch mit kleinen Gruppen von fünf bis zehn Leuten zusammen. Hat die Einrichtung einen Garten, können die Bewohner - wenn nötig in Begleitung eines Betreuers - raus an die frische Luft. Andernfalls werden zum Beispiel Bingo-Nachmittage in kleinen Kreisen organisiert. Veranstaltungen wie Thé-Dansant finden hingegen nicht mehr statt", erklärt Nathalie Hanck und betont: "Ob während der Mahlzeiten, die nun in zwei Phasen serviert werden, um weniger Menschen zu versammeln, oder während der Animationen: Zwischen den Betroffenen muss stets eine gewisse Distanz eingehalten werden."

Nur befugtes Personal

Neben der Distanz, auf die laut Nathalie Hanck nun noch strenger geachtet wird, und den Besuchern, denen nun kein Zutritt mehr gewährleistet wird, hat man in den Servior-Einrichtungen auch den Télétravail eingeführt.  "Wir versuchen, den Kontakt mit der Außenwelt so weit es geht zu limitieren. Deshalb arbeiten die Mitarbeiter der Verwaltung jetzt auch von zu Hause aus. Nur noch das Personal, also unter anderem die Pfleger, die Mitarbeiter in den Küchen und so weiter, dürfen täglich die Servior-Einrichtungen betreten. Dazu kommen noch punktuelle Besuche von befugten Ärzten", erklärt Nathalie Hanck, die nun selbst von zu Hause aus ihre Arbeit erledigt.

Wir bitten die Angehörigen, sich via Telefon bei ihren Eltern und Großeltern zu melden, mit ihnen zu sprechen und ihnen etwas Liebe zu vermitteln."

Nathalie Hanck, Servior

Obwohl viele Mitarbeiter aus dem Grenzgebiet kommen, gibt es derzeit noch keinen Personalmangel, so Hanck. Man wolle auch weiterhin alles dafür tun, dass jeder, der gesund ist, zur Arbeit erscheinen kann. "Die Regierung hatte angekündigt, Hotels für das Krankenhaus- und Pflegepersonal zur Verfügung zu stellen. Um die Arbeit in unseren Einrichtungen zu garantieren, hat Servior sich dazu entschieden, auch seinen restlichen Mitarbeitern aus dem Grenzgebiet, vorübergehend eine Unterkunft in Luxemburg anzubieten. Für die Kosten kommt natürlich Servior selbst auf", versichert Nathalie Hanck.

Nach Krankenhausaufenthalt in Quarantäne

Im Inneren der Wohnheime müsse das Personal ohnehin auf diverse Sicherheits- beziehungsweise Hygienemaßnahmen achten. Dies sei unter anderem das Tragen von Handschuhen sowie in gewissen Fällen, das Tragen einer Maske. "Wenn beispielsweise eine Person in ihrem Zimmer isoliert ist, weil sie Grippe-Symptome hat, dann müssen die Pfleger, welche die Person betreuen, eine Maske aufsetzen. Zudem versucht auch das Personal, so weit es geht, Distanz zueinander und zu den Bewohnern zu halten", erklärt Nathalie Hanck. 

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen werden derzeit auch alle Bewohner, die nach  einem Krankenhausaufenthalt zurückkommen, sofort in Quarantäne gesetzt. "Das heißt nicht, dass die Person Symptome oder gar das Virus hat, sondern, dass wir lieber auf Nummer sicher gehen und eventuelle Ansteckungen vermeiden möchten", beschreibt Nathalie Hanck das aktuelle Vorgehen. "Nur so können wir das Risiko verringern."

Keine bekannten Fälle bei Servior


f
Corona-Virus: Situation in Altersheimen kontrolliert
Neben den schweren Vorerkrankungen spielt beim Corona-Virus auch das Alter des Patienten eine wichtige Rolle. Senioren gelten daher als besonders gefährdet. Das LW fragte bei Servior nach, wie die Situation in den Altersheimen aussieht.

Wie Nathalie Hanck am Donnerstagnachmittag gegenüber dem "Luxemburger Wort" mitteilte, gibt es nun in einer der Servior-Einrichtungen einen bestätigten Corona-Virus-Fall. "Es handelt sich dabei um eine Bewohnerinnen, die in der vergangenen Woche ihren Mann im Krankenhaus besucht hat. Sie wurde nach dem Krankenhausbesuch sowieso in ihrem Zimmer isoliert. Gestern wurde bei ihr der Test gemacht, heute bekamen wir das Ergebnis. Es ist positiv. Die betroffene Person ist aber wohlauf. Sie wird nun bis auf Weiteres in Quarantäne bleiben", so Hanck.

Allgemein herrsche in den Servior-Wohneinrichtungen aufgrund des Corona-Virus derzeit aber keine Hysterie. Die Situation sei bis auf Weiteres kontrolliert. "Die meisten unserer Bewohner verstehen und akzeptieren das Besucher-Verbot. Viele sind sehr positiv und sagen, 'wir haben die Kriegs- und Nachkriegszeit überlebt, das hier überleben wir auch", schlussfolgert Nathalie Hanck.  


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Neben den schweren Vorerkrankungen spielt beim Corona-Virus auch das Alter des Patienten eine wichtige Rolle. Senioren gelten daher als besonders gefährdet. Das LW fragte bei Servior nach, wie die Situation in den Altersheimen aussieht.
f