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Corona-Virus: "Maisons médicales" nur mit Rezept aufsuchen
Lokales 2 Min. 18.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: "Maisons médicales" nur mit Rezept aufsuchen

Die "Maisons médicales", im Bild das Ärztehaus in Esch/Alzette, kümmern sich seit Mittwochmorgen vermehrt um potenzielle Corona-Patienten.

Corona-Virus: "Maisons médicales" nur mit Rezept aufsuchen

Die "Maisons médicales", im Bild das Ärztehaus in Esch/Alzette, kümmern sich seit Mittwochmorgen vermehrt um potenzielle Corona-Patienten.
Foto: Guy Wolff
Lokales 2 Min. 18.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: "Maisons médicales" nur mit Rezept aufsuchen

Pierre SCHOLTES
Pierre SCHOLTES
Seit Mittwoch können sich Patienten mit Atemwegsbeschwerden auch an die drei Bereitschaftshäuser wenden. Erste Kontaktstelle bleibt jedoch der Hausarzt.

Seit Mittwoch kommt den drei Maisons médicales in Luxemburg eine neue Rolle in der Gesundheitsversorgung zu. Denn in den drei Anlaufstellen in Esch/Alzette, Luxemburg und Ettelbrück werden nur noch Corona-Verdachtsfälle behandelt. Auf eigene Faust sollte man sich jedoch keinesfalls in die Maisons médicales begeben. 

Sneja Dobrosavljevic, Sprecherin des Gesundheitsministeriums, erklärt: „Die Maisons médicales haben seit Mittwoch von 8 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Menschen, die schwere Atemwegsbeschwerden haben – also unter Corona-Verdacht stehen – werden dorthin orientiert.“ 

Hausarzt erster Ansprechpartner 

Die Weiterleitung obliege aber exklusiv dem behandelnden Hausarzt, so die Sprecherin weiter. „Der erste Schritt bei einem Verdacht ist weiterhin der telefonische Kontakt mit dem Hausarzt. Die Hausärzte sind die Einzigen, die einen Termin bei den Maisons médicales vereinbaren können“, erklärt Sneja Dobrosavljevic. Wer auf eigene Faust eine Maison médicale aufsucht, werde abgewiesen. 

Die Mitarbeiter der Zentren tragen spezielle Schutzkleidung, um Virusübertragungen zu verhindern.
Die Mitarbeiter der Zentren tragen spezielle Schutzkleidung, um Virusübertragungen zu verhindern.
Foto: Chris Karaba

 

Wie die Weiterleitung in der Praxis aussieht, erklärt Dr. Alain Gruber, Allgemeinmediziner in Fels: „Es ist wichtig, zu wissen, dass Risikopatienten absolute Priorität haben. Das sind entweder Patienten mit einer Vorerkrankung oder ältere Menschen. Nach einer telefonischen Konsultation vereinbare ich entweder einen Termin mit einem Drive-In-Labor oder der Maison médicale.“ 


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Die Entscheidung, ob jemand an eine Drive-In-Station verwiesen oder zu einer Maison médicale geschickt wird, macht der Allgemeinmediziner abhängig von der Schwere der Symptome: „Bei leichten Symptomen können Patienten auch im Auto getestet werden. Bei einem schweren Verlauf verweise ich sie an die Maison médicale.“ 

Zuhause bleiben 

Was aber rät der Arzt Nicht-Risikopatienten, die Symptome zeigen: „Zuerst sollten sie ihren Hausarzt kontaktieren. Und dann zu Hause bleiben. Denn wir sollten nicht vergessen, dass der Krankheitsverlauf bei Covid-19 in vielen Fällen milde ist.“ 

In den kommenden Tagen plant das Gesundheitsministerium indes, eine digitale Plattform zu starten, über die Hausärzte Termine für ihre Patienten übersichtlicher vereinbaren können. Um die Versorgung im Osten des Landes zu verbessern, sei das Gesundheitsministerium zudem in Gesprächen, um kurzfristig einen neuen Standort zu eröffnen. Details gebe man in Kürze bekannt. 

Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) betont im Zusammenhang mit den Maison médicales, dass ein Hauptanliegen darin bestünde, Verdachtsfälle gesondert vom Regelbetrieb der Krankenhäuser zu behandeln. Dies um die Verbreitung des Corona-Virus so gering wie möglich zu halten. Am Donnerstag soll eine erste Bilanz der Neuausrichtung der Maisons médicales gezogen werden.


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