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Corona-Virus: "Luxemburg ist keine Insel"
Lokales 26.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: "Luxemburg ist keine Insel"

Gesundheitsministerin Paulette Lenert informierte die Presse am Mittwochnachmittag.

Corona-Virus: "Luxemburg ist keine Insel"

Gesundheitsministerin Paulette Lenert informierte die Presse am Mittwochnachmittag.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 26.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: "Luxemburg ist keine Insel"

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Bei einer Pressekonferenz informierte das Gesundheitsministerium am Mittwoch die Öffentlichkeit über die neuesten Entwicklungen in Bezug auf das Corona-Virus.

Die wichtigste Frage beantwortet Gesundheitsministerin Paulette Lenert gleich zu Beginn: Es gibt aktuell keine Luxemburger, die am Corona-Virus erkrankt sind. Aber sie stellt auch klar: "Luxemburg ist keine Insel. Die Situation kann sich schnell ändern und angesichts der Entwicklungen ist die Krise nichts mehr, was abstrakt scheint." 

Jean-Claude Schmit, Direktor der Gesundheitsverwaltung.
Jean-Claude Schmit, Direktor der Gesundheitsverwaltung.
Pierre Matgé

Die vier Luxemburger, die derzeit in Teneriffa unter Quarantäne stehen, weisen aktuell keine Symptome auf, so die Ministerin. Derzeit seien 14 Teneriffa-Heimkehrer zu Hause isoliert, daneben die beiden Patienten, die aus China zurückgebracht worden waren.   

Wichtig sei es in der jetzigen Situation, einen "nüchternen Kopf" zu bewahren. Die Gesundheitsministerin empfahl, im Verdachtsfall nicht die Allgemeinärzte aufzusuchen, sondern sich direkt an die "Inspection Sanitaire" zu wenden. Getestet würden Menschen, die entweder direkt mit nachweislich Erkrankten in Kontakt kamen oder sich in den letzten 14 Tagen in betroffenen Gebieten aufgehalten hätten und Symptome aufwiesen.

Gesundheitsministerin Paulette Lenert rief zur Besonnenheit auf.
Gesundheitsministerin Paulette Lenert rief zur Besonnenheit auf.
Foto: Pierre Matgé

In solchen Fällen könnten die Betroffenen auch zu Hause getestet werden. Bei positiven Tests würden die Patienten entweder ins Centre Hospitalier überführt oder zu Hause unter Quarantäne gesetzt. Betroffene können zu Hause bleiben, auch wenn sie positiv sind. Die Ministerin wies aber darauf hin, dass die Krankheit selbst bei positiv getesteten Patienten in 80 Prozent der Fälle relativ harmlos verlaufe.


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Lenert betonte, wie wichtig für Luxemburg die internationale Zusammenarbeit in der Frage sei. Isolation sei keine Option. "Das schlimmste für Luxemburg wäre, die Grenzen zuzumachen. Allein wegen eines Großteils des Pflegepersonals, das jeden Tag aus den Nachbarländern zu uns kommt", so die Ministerin. 

In Bezug auf die Situation der Arbeitnehmer sagte die Ministerin, dass es Unternehmen frei stehe, ihre Mitarbeiter nach einer Reise in betroffene Gebiete aus Sicherheitsgründen von der Arbeit freizustellen. In diesem Fall müsse aber das Unternehmen den Ausfall selbst tragen. Im Fall einer medizinisch notwendigen Quarantäne gelte für die Arbeitnehmer aber ein Krankenschein.


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