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Corona: Schwere Zeiten für Vereinigungen
Lokales 2 Min. 13.07.2020

Corona: Schwere Zeiten für Vereinigungen

Für viele Vereinigungen sind Veranstaltungen wie das Festival des migrations des Clae eine ihrer Haupteinnahmequellen.

Corona: Schwere Zeiten für Vereinigungen

Für viele Vereinigungen sind Veranstaltungen wie das Festival des migrations des Clae eine ihrer Haupteinnahmequellen.
Foto: Chris Karaba
Lokales 2 Min. 13.07.2020

Corona: Schwere Zeiten für Vereinigungen

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Besonders mittelgroße Vereinigungen, die keine Konvention mit dem Staat haben, befinden sich krisenbedingt in finanziellen Schwierigkeiten.

Viele Vereinigungen haben Sorge um ihre finanzielle Lage und somit auch um ihr Fortbestehen. Bei einer Umfrage, die der Cercle de coopération und das  Comité de liaison des associations d'étrangers (CLAE) im Mai durchgeführt haben, gaben 90 Prozent der 125 Vereinigungen, die teilgenommen haben, an, dass die sanitäre Krise Auswirkungen auf ihre Arbeit habe. Davon befürchten 25 Prozent, dass sie ihre Aktivität in den kommenden Monaten einstellen müssen.  Die befragten Vereinigungen setzen sich unter anderem in Bereichen der Kultur, der Gesundheit, der Bildung oder etwa der Menschenrechte ein. 

"Besonders betroffen von finanziellen Schwierigkeiten sind mittelgroße Vereinigungen, die keine Konvention mit dem Staat haben und einen bis zwei festangestellte Mitarbeiter sowie Räumlichkeiten die sie mieten", unterstreicht Anita Helpiquet, Direktorin des CLAE. Als Beispiel wird etwa eine Vereinigung genannt, die Sprachkurse anbietet, jedoch aufgrund der Pandemie schließen musste und so die Einnahmen ausblieben. Doch auch bleibe ein Teil der Spenden- und Sponsorengelder aus und selbst Veranstaltungen, um die Vereinskasse zu füllen, müssten verschoben werden. Am Ende bleibt häufig lediglich die Unterstützung der Gemeinde, die bei großen Gemeinden wie der Stadt Luxemburg zwischen 1.000 und 4.000 Euro liegt. 


Viele Formulare können nur online eingereicht werden. Außerdem wird eine digitale Identität, also ein Luxtrust-Konto benötigt.
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Die Verantwortlichen von CLAE, dem Cercle de coopération des ONG und der Agence du bénévolat fordern daher die Regierung auf, die Wichtigkeit dieser vielen verschiedenen Vereinigungen anzuerkennen und sie in diesen schweren Zeiten zu unterstützen. "Die Reaktion der Regierung ist den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen nicht angemessen", unterstreicht Nicole Ikuku, Direktorin des Cercle de coopération. Es habe finanzielle Hilfen durch die Regierung in unterschiedlichen Bereichen gegeben, darunter die Kultur, der Sport oder der Tourismus. Zahlreiche Vereinigungen konnten jedoch nicht von diesen Unterstützungen profitieren. Daher wird ein spezifisches Budget für diese gefordert. 

Wichtige Rolle von Vereinigungen

Schließlich würden die unterschiedlichen Vereinigungen zu einem beachtlichen Teil zu der sozialen Kohäsion und einer toleranten Gesellschaft beitragen. Dies, indem sie unter anderem als Anlaufstelle dienen. Die Menschen engagieren sich ehrenamtlich in den Vereinigungen. Durch ihr Engagement schaffen sie aber auch Arbeitsplätze, die dann von Festangestellten besetzt werden. Danielle Merx, Direktorin der Agence du bénévolat unterstreicht, dass die sanitäre Krise gezeigt hat, dass sich die Menschen engagieren und auch engagieren wollen. Jedoch sei es unbedingt nötig, dass ihnen dazu auch die Mittel und die Strukturen gegeben werden. 


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Doch nicht nur national spenden Menschen ihre Zeit und teilen ihr Wissen. Viele Vereinigungen sind auch im Ausland, in Afrika, Asien oder etwa Lateinamerika in der Entwicklungszusammenarbeit tätig. "Durch Covid-19 haben sich viele Probleme, wie die Lebensmittelversorgung oder die sanitäre Lage weiter verschlechtert", betont Nicole Ikuku. Daher sei es wichtig, dass die Regierung keine Kürzungen des Budgets für Entwicklungsarbeit vornimmt, wie dies bereits angeklungen sei. Die Verantwortlichen fordern einen Dialog mit der Regierung, um bestmögliche Lösungen für die Probleme zu finden. Schließlich treffe die sanitäre Krise am häufigsten die Schwächsten der Bevölkerung. Und gerade für diese würden sich viele Vereinigungen schließlich einsetzen. 

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