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Corona: Einfluss auf die sexuelle und affektive Gesundheit
Lokales 2 Min. 14.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona: Einfluss auf die sexuelle und affektive Gesundheit

Es geht nicht nur um Sex, sondern auch um Liebe und Respekt.

Corona: Einfluss auf die sexuelle und affektive Gesundheit

Es geht nicht nur um Sex, sondern auch um Liebe und Respekt.
Foto: Getty Images
Lokales 2 Min. 14.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona: Einfluss auf die sexuelle und affektive Gesundheit

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Die Pandemie hat bisher nicht nur wirtschaftliche Spuren hinterlassen, auch im Bereich der sexuellen und affektiven Gesundheit gab es wegen Corona Einschränkungen.

Auch die sexuelle Gesundheit und das Gefühlsleben der Luxemburger sei durch die Pandemie in den vergangenen Monaten zum Teil negativ beeinflusst worden. Das zumindest behaupten die Verantwortlichen des Centre national de référence pour la promotion de la santé affective et sexuelle (CESAS) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.


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Wegen des Virus mussten unter anderem die Ausbildungen im Bereich der sexuellen Gesundheit zeitweise eingestellt werden. Diese sind in der Regel an Personen gerichtet, die im Erziehungs- und Bildungsbereich tätig sind. Ausgebildet werden Interessierte von einem sogenannten Pool de formateurs, der aus Akteuren aus unterschiedlichen Vereinigungen wie der Croix-Rouge, dem Planning familial und Cigale, besteht.

Der im Jahr 2018 gegründete CESAS spielt dabei die Rolle des Koordinators und Vermittlers. „Wir informieren die Öffentlichkeit sowie Fachleute über die vorhandenen, zuständigen Dienste im Bereich der sexuellen Gesundheit. Und versuchen, anhand von Sensibilisierungskampagnen und Informationsblättern auf dieses Thema aufmerksam zu machen“, erklärt Eva Maria Schmid, die unter anderem für die Vernetzung der Hilfsdienste und den Ausbildungsbereich zuständig ist.

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Doch Corona hätte in diesem Jahr nicht nur das Ausbilden von Fachleuten stark eingeschränkt, auch hätte es in Bereichen wie der häuslichen Gewalt Einfluss ausgeübt – und das nicht aus positiven Gründen. Wie die Verantwortliche des sogenannten Pôle violence des CESAS, Viviane Lima, erklärt, sind die Fälle von häuslicher Gewalt während der Pandemie und vor allem während des Lockdown europaweit um etwa 30 Prozent gestiegen. „Die Opfer waren nämlich über einen längeren Zeitraum mit den mutmaßlichen Tätern zusammen. Viele waren ihnen komplett überliefert.“ Allerdings sei dieser bekannte Anstieg nur auf denunzierte Fälle zurückzuführen, von der Dunkelziffer sei also gar nicht erst die Rede.

Um auch weiterhin sich für die affektive und sexuelle Gesundheit der Bevölkerung einzusetzen, wurde das Team des CESAS verstärkt. Insgesamt fünf Mitarbeiter zählt das Zentrum seit Juli. „Unser Ziel ist es, weiterhin auf die Ausbildung von Fachleuten zu setzen. Vor allem im Bereich des frühen Kindesalters scheint es dafür vermehrt Bedarf zu geben. Immer wieder melden sich Lehrer und Akteure aus der Kinderbetreuung bei uns, um Infos zu bekommen oder um sich wegen Ausbildungsplätzen zu erkundigen“, verrät Christa Bömmel, Koordinatorin des CESAS. 

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