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Corona: CGDIS stoppt First-Responder-Einsätze
Lokales 2 Min. 24.03.2020

Corona: CGDIS stoppt First-Responder-Einsätze

Corona: CGDIS stoppt First-Responder-Einsätze

Foto: Laurent Blum / LW-Archiv
Lokales 2 Min. 24.03.2020

Corona: CGDIS stoppt First-Responder-Einsätze

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Der Corps grand-ducal d’incendie et de secours hat alle First-Responder-Einsätze gestoppt. Im Gegenzug wurden alle Ambulanz-Einheiten kaserniert.

Sie sollen in einer Notsituation als erste am Ort des Geschehens sein, erste Hilfe leisten und weitere Rettungsmaßnahmen koordinieren. 


Jedes Einsatz-Duo ist mit einem Erste Hilfe Set und einem Defibrillator ausgerüstet.
„First Responder“: Zeit ist Leben
Wenn sich ein Verkehrsunfall ereignet hat oder eine Person plötzlich über Unwohlsein klagt, geht meist unmittelbar darauf ein Anruf beim Notruf 112 ein. Ab hier beginnt es, das lange und bange Warten auf den Krankenwagen oder den Notarzt. Die Zeit bis zum Eintreffen dieser Hilfe wird durch den neuen „First Responder“-Dienst bedeutend verkürzt.

Schnelligkeit gewinnen die First-Responder dadurch, dass sie als Ein-Mann-Team nur mit einem Notfallrucksack ausgestattet sind und so von ihrem aktuellen Standort sofort zum Einsatzort ausrücken können – während Krankenwagen und Notärzte meist noch eine längere Anfahrt vor sich haben. 

In mehr als der Hälfte der Gemeinden Luxemburgs sind First-Responder im Einsatz. Sie gelten bei Notfällen als zusätzliche Einsatzkraft, welche andere Rettungseinheiten unterstützt.

Logistischer Aufwand zu groß

Der Corps grand-ducal d’incendie et de secours (CGDIS) hat nun aber wegen der Corona-Krise alle First-Responder-Einsätze gestoppt. Hintergrund für diese Entscheidung ist der Schutz dieser Rettungskräfte. 


Die Rettungs- und Einsatzkräfte des CGDIS übernehmen wichtige Aufgaben im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise.
CGDIS: "Gut aufgestellt und voll motiviert"
Niemand muss um seine Sicherheit fürchten. Das sagten am Dienstag Innenministerin Taina Bofferding und CGDIS-Generaldirektor Paul Schroeder bei einer Pressekonferenz.

"Wir haben zwar ausreichend Schutzausrüstungen für alle unsere Einsatzkräfte, es wäre aber derzeit mit einem zu großen logistischen Aufwand verbunden, die First-Responder-Dienste im bisherigen Ausmaß zu gewährleisten", betont CGDIS-Pressesprecher Cédric Gantzer auf Nachfrage.

Das Problem mit der Logistik beginnt damit, dass die verschiedenen Ein-Mann-Teams, die in völliger Unabhängigkeit funktionieren, jeden Tag zu unterschiedlich vielen Einsätzen ausrücken und deswegen auch unterschiedlich viel Material brauchen. 


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Das neuartige Corona-Virus grassiert. Wir haben alle Artikel dazu in einem Dossier zusammengefasst.

Und es stellt sich dann auch die Frage, was mit der benutzten und unbenutzten Schutzausrüstung zu geschehen hat. Darüber hinaus müssen die First-Responder die Ausrüstung bei jedem Einsatz im Alleingang anlegen. Außerdem muss auch die Corona-spezifische Weiterbildung jeder einzelnen Einsatzkraft gewährleistet werden.

Beschleunigte Rettungskette

Um den Ausfall der First-Responder-Einheiten zu kompensieren, hat der CGDIS nun die gesamte Rettungskette beschleunigt. Statt wie bisher nur die Besatzung der Erst-Ambulanz in jedem Einsatzzentrum zu kasernieren, stehen dort nun die Mannschaften aller Krankenwagen bereit – und können somit sofort nach Eingang der Alarmmeldung ausrücken. Die Mobilisierung und Anfahrt weiterer Einsatzkräfte entfällt somit.


Der Wind erschwerte die Löscharbeiten.
CGDIS: Sekunden, die Leben retten
Um 51 Sekunden ist die Zeit zwischen Alarmierung und Eintreffen am Einsatzort seit 2018 verkürzt worden. Das ist eine der positiven Folgen, die dem CGDIS zugeschrieben werden. Eine Zwischenbilanz.

Die Krankenwagenbesatzungen sind laut CGDIS allesamt für den Umgang mit Corona-Patienten geschult. Dafür habe man sich unter anderem spezifische Videoanleitungen ausgearbeitet.

"Wegen den Ausgangsbestimmungen sind wir jetzt eigentlich so gut aufgestellt wie nie", hebt CGDIS-Pressesprecher Cédric Gantzer hervor. "Fast alle unsere Freiwilligen sind jetzt ohnehin zu Hause und haben sich dienstbereit gemeldet." Schutzausrüstung sei für alle gewährleistet und die sämtliche Einsatzfahrzeuge seien ausgestattet, um die Besatzung auch bei unvorhersehbarem Umgang mit Covid-19-Infizierten zu schützen.

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