Cité Syrdall: Die Abrissbirne rückt näher
(asc) - Seit über drei Jahrzehnten liefert sie ein trostloses Bild ab: die Cité Syrdall in Wecker. In den 1970er- Jahren sollte auf dem Areal ein Universitätscampus für Parapsychologie entstehen. Dafür wurden Pavillons mit je vier Wohnungen für 150 bis 200 Studenten geschaffen. Geplant waren auch ein Empfang, ein großer Parkplatz, eine Tankstelle, ein Einkaufszentrum, Restaurants, ein Kulturzentrum und Sportanlagen. Doch aus dem Projekt wurde nichts, nur die Wohnungen wurden gebaut. Nach deren Bau verwahrlosten die Gebäude zusehends.
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In den kommenden Wochen soll sich nun auf dem Gelände endlich etwas tun. Wie Jean-Paul Marc vom Wohnungsbauministerium, zuständig für den „Fonds d'assainissement de la Cité Syrdall“, der in den 1980er-Jahren gegründet wurde, um die Wohngebäude zu sanieren, gegenüber dem „Luxemburger Wort“ betonte, soll demnächst der Auftrag für den Abriss von 14 vom Staat erworbenen Gebäuden ausgeschrieben werden.
Steht das Unternehmen einmal fest, das sich um den Abriss der heruntergekommenen Bauten kümmern wird, dann kann das Lastenheft für den Abriss angefertigt werden. Noch vor Jahresende soll die Abrissbirne voraussichtlich ihre Arbeit verrichten. Nach Abschluss dieser Arbeiten werden 21 der 39 Gebäude abgetragen worden sein.
Verhandlungen dauern an
Bis zum Auftakt der Abrissarbeiten werden die zuletzt erworbenen Wohnungen asbestsaniert. Parallel zu den weiteren Planungen und der Entseuchung verhandeln Mitarbeiter des Fonds weiter mit den restlichen Wohnungs- und Landbesitzern, um deren Immobilien abzukaufen. Wie lange diese Gespräche dauern werden, ist nicht absehbar.
Ursprünglich bestand das Viertel aus 39 Bauten mit 220 Wohneinheiten und 26 unbebauten Grundstücken, die 120 verschiedenen Eigentümern gehörten. Der Fonds konnte bisher 181 der 220 Wohneinheiten erwerben. Dies entspricht 82 Prozent der gesamten Wohneinheiten und 81 Prozent der bebauten Terrains. Dies geht aus einer parlamentarischen Anfrage des DP-Abgeordneten Gilles Baum an Wohnungsbauminister Marc Hansen hervor.
Die 6,52 Hektar großen freien Parzellen und die bestehenden Infrastrukturen befinden sich derzeit im Flächennutzungsplan (PAG) der Gemeinde Biwer in einer neu zu ordnenden Zone („Zone à restructurer“). 2,33 Hektar oder 36 Prozent der Gesamtfläche des Gebiets gehören schon dem Staat.
337.922 Euro nicht bezahlt
Die Cité Syrdall ist auch immer wieder ein Thema im Gemeinderat Biwer. Zuletzt bei der jüngsten Sitzung, in der bekannt wurde, dass Bewohner des Wohnviertels der Gemeinde 337.922 Euro für unbezahlte Wasser- und Müllentsorgungsrechnungen schulden.
