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Chamber-Leaks größer als gedacht
Lokales 2 Min. 12.03.2018

Chamber-Leaks größer als gedacht

Unter den Inhalten, auf die die Journalisten zugreifen konnten, waren brisante Dokumente wie provisorische Berichte der Geheimdienstkontrollkommission, Genehmigungen für zusätzliche Gelder für den SREL und interne Dokumente zur Vorbereitung von Besuchen ausländischer Gäste.

Chamber-Leaks größer als gedacht

Unter den Inhalten, auf die die Journalisten zugreifen konnten, waren brisante Dokumente wie provisorische Berichte der Geheimdienstkontrollkommission, Genehmigungen für zusätzliche Gelder für den SREL und interne Dokumente zur Vorbereitung von Besuchen ausländischer Gäste.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 12.03.2018

Chamber-Leaks größer als gedacht

Die Staatsanwaltschaft ist mit einer Klage wegen des Daten-Leaks auf der Webseite des Parlaments befasst worden. Zudem erweist sich, dass weit mehr Dokumente als gedacht "geleaked" wurden.

(mth/TJ) - Das vergangene Woche von Radio 100,7 offenbarte Daten-Leak im Zusammenhang mit der Webseite des Parlaments könnte nun strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Das Parlament hat am Montag bekanntgegeben, dass die Staatsanwaltschaft mit einer Klage wegen Verdachts auf unerlaubtes Eindringen in ein EDV-System befasst worden sei.

Die Entscheidung des Parlaments sei auf Basis des Artikels 23 der Strafverfahrensordnung gefallen - dieser hält fest, dass ein Beamter dazu verpflichtet ist, eine mutmaßliche Straftat zur Anzeige zu bringen, sofern er davon Kenntnis hat. Das Parlament hatte also streng genommen gar keine Wahl, als den Zwischenfall an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten. Ob die Staatsanwaltschaft schlussendlich in der Sache ermittelt und Anklage erhebt, ist derzeit nicht absehbar. Prinzipiell besitzt die Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang die Initiative und trifft unabhängig eine Entscheidung.

Mehr als gedacht

Hatte Parlamentspräsident Di Bartolomeo eingangs noch behauptet, es seien keinerlei sicherheitsrelevante Informationen nach außen gedrungen, so meldet Radio 100,7 am Dienstag, dass unter den downgeloadeten Dokumenten auch beispielsweise Informationen über die Schuss- und Einbruchssicherheit der Fenster oder etwa über die Einrichtung eines abgesicherten Raumes für die Geheimdienstkommission waren. Zudem seien unter den Daten auch vertrauliche Berichte, etwa über das Abschneiden von Kandidaten im Beamtenexamen, gewesen.


25.4.IPO / Xavier Bettel / Chamber / Etat de la Nation / nach dem Abruch / Plenarsaal / Plenarsaal  Foto:Guy Jallay
Datenleck im Parlament
Durch eine Panne waren mehrere tausend Dokumente der Chamber kurzzeitig zugänglich. Eine bekannte Sicherheitslücke des Servers war der Auslöser.

Journalisten des Radiosenders hatten vergangene Woche darüber berichtet, dass es eine Sicherheitslücke in der Datenbank der Chamber-Webseite gab, die es erlaubte, mit Hilfe von manipulierten Web-Adressen Zugriff auf nicht-öffentliche Dokumente zu erlangen. Das Sicherheitsloch ist mittlerweile gestopft, die Inhalte auf der Seite war mehr als einen Tag lang zum Teil gesperrt. Unter den Inhalten, auf die die Journalisten zugreifen konnten, waren brisante Dokumente wie provisorische Berichte der Geheimdienstkontrollkommission, Genehmigungen für zusätzliche Gelder für den SREL und interne Dokumente zur Vorbereitung von Besuchen ausländischer Gäste.

Der Radiosender selbst sieht den Zugriff auf die Dokumente nicht als illegalen Vorgang an, da keine gezielte technische Manipulation an dem Server selbst geschehen sei. Eine Darstellung, die vom Parlament nicht geteilt wird. Die unbekannte Person, die sich Zugriff auf die Dokumente verschafft habe, habe dies über mehrere Tage sehr gezielt getan. Es habe sich demnach um ein bewusstes illegales Eindringen in das System gehandelt.

Ein pikantes Detail am Rande: das Parlament wird von dem luxemburgischen Staranwalt Philippe Penning vertreten, der auch den Whistleblower Antoine Deltour in der LuxLeaks-Affäre verteidigte.


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