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CFL-Fahrplanänderung ab dem 10. Dezember 2017: Mit Taktik gegen Hektik
In den vergangenen zehn Jahren verzeichneten die CFL eine Fahrgaststeigerung von 60 Prozent. Um diese zufrieden zu stellen, muss man sich als nationale Eisenbahngesellschaft so einiges einfallen lassen.

CFL-Fahrplanänderung ab dem 10. Dezember 2017: Mit Taktik gegen Hektik

Foto: Guy Jallay
In den vergangenen zehn Jahren verzeichneten die CFL eine Fahrgaststeigerung von 60 Prozent. Um diese zufrieden zu stellen, muss man sich als nationale Eisenbahngesellschaft so einiges einfallen lassen.
Lokales 4 Min. 26.06.2017

CFL-Fahrplanänderung ab dem 10. Dezember 2017: Mit Taktik gegen Hektik

Jean-Paul SCHNEIDER
Jean-Paul SCHNEIDER
Seit 2005 verzeichnen die CFL ein außerordentliches Wachstum an Fahrgastzahlen. Kurzfristig will man dieser ständig steigenden Nachfrage mit einer Fahrplananpassung begegnen, die bald in Kraft treten wird.

(sjp.) - 2007 zählte die nationale Eisenbahngesellschaft CFL 16,6 Millionen Fahrgäste, 2016 lag diese Zahl bei 22,5 Millionen.

Während in den 25 Jahren zwischen 1980 und 2005 die Entwicklung der Fahrgastzahlen auf dem luxemburgischen Schienennetz in etwa gleich bei 14 Millionen pro Jahr blieb, stellte man in den vergangenen zehn Jahren eine Steigerung von 60 Prozent fest.

Um mit der steigenden Nachfrage Schritt zu halten, haben die CFL seit 2010 ihr Angebot kontinuierlich angepasst, sei es durch die Erhöhung der Häufigkeit der Zugverbindungen, entweder durch die Inbetriebnahme neuer bzw. zusätzlicher Doppelstock-Triebzüge und Zugeinheiten oder durch die Schaffung supplementärer Stationen wie „Volmerange-les-Mines“, „Mamer-Lycée“, „Lamadelaine“, „Belval-Université“ und „Belval-Lycée“.

Besonderheit Sternennetz

Die Eigenart des luxemburgischen Schienennetzes besteht darin, dass es sich um ein sogenanntes Sternennetz mit konzentriertem und kumuliertem Verkehr im Bahnhof Luxemburg handelt.

Hinzu kommt ein intensiver Grenzverkehr, ein gemischtes Netz, das die verschiedenen Bedürfnisse von Personen- sowie Warentransport erfüllt und eine Frequenz von täglich fast 1 000 Zugfahrten zählt.

Große Schwierigkeiten gibt es hauptsächlich auf den Linien 
60 (Luxemburg – Bettemburg-Esch/Alzette – Petingen – Rodange) und 90 (Luxemburg – Thionville – Nancy) mit regelrechten Engpässen im Bahnhof Luxemburg sowie auf den Strecken Luxemburg – Bettemburg und Petingen – Rodange.

Mit der Inbetriebnahme der Tram im kommenden Dezember sowie der beiden neuen Verkehrs- und Entwicklungsschnittstellen, der Haltestelle „Pfaffenthal-Kirchberg“ und der Regionalstation „Howald“ (Phase 1), im Rahmen des multimodalen Verkehrskonzeptes mit multimobilem Angebot, stellten Infrastrukturminister François Bausch und CFL-Generaldirektor Marc Wengler die Fahrplanänderungen vor, die ab dem 10. Dezember 2017 in Kraft treten werden.

Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Querverbindungen gelegt, um zu gewährleisten, dass man fortan diese Ziele, ob aus dem Norden oder Süden des Landes kommend, ohne Umsteigen im Bahnhof Luxemburg erreichen kann.

Pilotprojekte und Qualitätsangebot

Weitere Schritte zur Gewährleistung eines Qualitäts- und Kapazitätsangebots werden mit dem Bau eines zweiten Viadukts Pulvermühle, der Doppelvergleisung des Streckenabschnitts Luxemburg – Sandweiler – Contern sowie der Errichtung von zwei neuen Bahnsteigen im Bahnhof Luxemburg umgesetzt.

Außerdem werden die Bahnhöfe Ettelbrück, Wasserbillig, Rodange, Mersch und Bettemburg modernisiert.

Mit dem Bau einer zweiten Trasse Luxemburg – Bettemburg kann die Anzahl von Zügen zwischen Luxemburg und Thionville erhöht werden. Hierdurch werden ebenfalls Direktverbindungen im 30-Minutentakt zwischen Luxemburg und Düdelingen-Volmerange ermöglicht.

Entlastung soll auch die Inbetriebnahme ab 2019 der Weststrecke Luxemburg-Wittlich bringen, durch die ebenfalls Haltestellen westlich von Trier angebunden werden können.

Pilotprojekte der Luxemburger Eisenbahn sind das Einsetzen 
des Systems „Auris“ zur besseren Kundeninformation in den Bahnhöfen und an den Haltestellen, 
das Lancieren einer neuen CFL-App, Gratis-Wifi in den Bahnhöfen Luxemburg, Ettelbrück 
sowie in allen Zügen und Bussen und das Einrichten eines durch die CFL betriebenen Carsharing-Systems.

Wichtigste Änderungen ab dem 10. Dezember 2017

Linie 10: Anbindung der Station „Pfaffenthal-Kirchberg“ sechs Mal pro Stunde während und viermal pro Stunde außerhalb der Hauptverkehrszeiten. Strecke Ettelbrück-Kirchberg: Dauer: 25 Minuten mit drei Minuten Aufenthalt zum Umsteigen in den „Funiculaire. Querverbindung zur Linie 60: einmal pro Stunde Anfahrt der Bahnhöfe „Howald“ und „Belval-Université“ ohne Umsteigen. Querverbindung zur Linie 70: einmal pro Stunde während der Hauptverkehrszeiten.

Linie 30: Querverbindung zur Linie 60 (zeitweise), einmal pro Stunde Anfahrt der Bahnhöfe „Howald“ und „Belval-Université“ ohne Umsteigen. Schaffung einer Direktverbindung Luxemburg-Düsseldorf: täglich eine Hin- und Rückfahrt mit einem CFL „Kiss“-Doppelstock-Triebzug. Beschleunigung der Zugfahrt nach Koblenz um vier Minuten durch die Streichung der Haltestellen „Wecker“ und „Münsbach“ mit Ausnahme der Hauptverkehrszeiten, während derer besagte Stationen von zwei bis drei Zügen pro Stunde angefahren werden.

Linie 60: Abbau von Engpässen: Umänderung der Direktverbindung nach Rümelingen in Pendelzug 
Rümelingen-Noertzingen, Koordinierung in Noertzingen mit Zügen ab dem Bahnhof Luxemburg. Umänderung der Direktzüge Volmerange-Luxemburg in Pendelzüge Volmerange-Bettemburg mit Ausnahme eines Zugs am Morgen und am Nachmittag (30 Minuten Fahrzeit). Die verkehrsreichsten Züge werden beibehalten, zusätzliche Waggons für Züge zwischen Volmerange und Luxemburg werden eingesetzt. Einschränkung der RB-Züge in Petingen (anstatt Rodange). Der Streckenabschnitt zwischen Rodange und Petingen wird weiterhin sechs Mal pro Stunde (zweimal von der Linie 60 und viermal von der Linie 70) angefahren. Verlängerung der RGTR-Autobuslinie 305 am 15. September 2017: Kadenz: 30 Minuten (15 Minuten während der Hauptverkehrszeiten). Anfahrt der „Z.I. Riedchen“, „Krakelshaff“, „Schéleck“ und „Wolser“. Koordinierter Fahrplan mit der CFL-Linie 90 und der RGTR-
Linie 200. Anschlüsse: ab Bettemburg: per Zug: Linien 60 und 90; per Bus: RGTR-Linien 194, 200, 304, 305, 307; ab Düdelingen: per Zug: Linie 60; per Bus: TICE-Linien: 4, 5, 8, 9, 10. Neue Direktbuslinien Düdelingen-Luxemburg-Kirchberg: Abfahrt: alle 30 Minuten mit Verstärkung während der Hauptverkehrszeiten. Anfahrt der neuen Verkehrsschnittstelle Luxexpo in Kirchberg. Reduzierung der Anfahrt von Berchem (zweimal anstatt viermal pro Stunde). Strecke Esch/Alzette-Kirchberg: Dauer: 36 Minuten mit drei Minuten Aufenthalt zum Umsteigen in den „Funiculaire“.

Linie 70: Querverbindung zeitweise während der Hauptverkehrszeit zur Linie 10 (einmal pro Stunde); Zugang zum Kirchberg-Plateau via neue Haltestelle „Pfaffenthal-Kirchberg“ ohne Umsteigen. Umänderung der Direktzüge Virton-Luxemburg in Pendelzüge Virton-Rodange.

Linie 90: Anfahrt der Haltestelle „Howald“ von einem bis zwei Zügen aus Frankreich pro Stunde.


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