Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Centre national d'incendie et de secours: Das Gerüst steht
 Die Rohbauarbeiten am künftigen nationalen Rettungszentrum sind zum größten Teil abgeschlossen.

Centre national d'incendie et de secours: Das Gerüst steht

Foto: Christophe Olinger
Die Rohbauarbeiten am künftigen nationalen Rettungszentrum sind zum größten Teil abgeschlossen.
Lokales 12 2 Min. 20.04.2018

Centre national d'incendie et de secours: Das Gerüst steht

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Der Rohbau des Centre national d'incendie et de secours am Boulevard Kockelscheuer ist zu 80 Prozent abgeschlossen. Laufen die Arbeiten weiterhin nach Plan, wird das Rettungszentrum den Betrieb bis Mitte 2020 aufnehmen.

Wer der Meinung ist, dass Bauprojekte in Luxemburg nur langsam vonstatten gehen, wird im Ban de Gasperich eines Besseren belehrt, zumindest wenn es darum geht, die fertigen Projekte umzusetzen. Während die Arbeiten an den Firmengebäuden von Alter Domus und Deloitte, den Wohnblöcken und am Einkaufszentrum Stück für Stück voranschreiten, hat sich im Laufe der vergangenen Monate auch am künftigen 39.752 Quadratmeter großen Centre national d'incendie et de secours (CNIS), das am Boulevard Kockelscheuer und in direkter Nähe zum Rond-Point Gluck entsteht, reichlich getan.

Nachdem die Grundsteinlegung am 24. März vergangenen Jahres erfolgte, sind die Rohbauarbeiten mittlerweile zu 80 Prozent abgeschlossen, die ersten Innenarbeiten wurden bereits in Angriff genommen. Dementsprechend ist denn auch die Geräuschkulisse: Es wird gebohrt, gehämmert und gesägt. Bei sommerlichen Temperaturen geraten insbesondere   jene Arbeiter ins Schwitzen, die auf dem Dach des künftigen Rettungszentrums damit beschäftigt sind, die Bitumen-Schweißbahnen zu verlegen.

Alle Dienste an einem Ort

Nach seiner Fertigstellung soll das Gebäude bis Mitte 2020 zum Hauptquartier der nationalen Rettungsdienste werden. Das Projekt, das nach den Plänen des Architektenbüros „Böge Linder K2 Architekten“ realisiert wird, besteht aus zwei Zonen.

In der ersten Zone werden sich die Kaserne der freiwilligen und hauptberuflichen Feuerwehr der Stadt Luxemburg, die Verwaltung der Rettungsdienste, die Notrufzentrale 112 und das Institut national de formation des services befinden. Die größte Fläche machen dabei die Kaserne und die Fuhrparkstellplätze der Berufsfeuerwehr mit einer Fläche von 11.340 Quadratmetern aus. Gleich daneben sind 2.600 Quadratmeter für Verwaltungsräume und 3.800 Quadratmeter für die Ausbildungsstätten vorgesehen. In diesem Bereich – auf der kleineren vierten Etage, die zurzeit noch im Bau ist – wird sich denn auch später die sogenannte Leitstelle befinden, in der die Notrufe entgegengenommen und die Einsätze koordiniert werden.


Chantier Ban de Gasperich. Baustelle Ban de Gasperich. Bau. Boulevard Kockelscheuer. Photo: Guy Wolff
Ein Viertel wächst heran
Das Bild am Ban de Gasperich ändert sich im Eiltempo. An der Nordseite laufen die Arbeiten auf Hochtouren.

Einsätze unter reellen Bedingungen proben

Ein Highlight des Projekts stellt aber zweifellos die Zone 2 mit den Übungsinstallationen für die Rettungsdienste dar, welche gleich hinter dem Rettungszentrum entsteht und an die Rue de la Francophonie grenzt. In diesem Bereich wurden die Erdarbeiten erst im Februar aufgenommen und bis dato zur Hälfte realisiert. Der Rohbau soll im kommenden Monat in Angriff genommen werden.

In dem künftigen Schulungszentrum entsteht unter anderem ein Tunnel, in dem solche Einsätze unter reellen Bedingungen simuliert werden können. Andere Aktivitäten werden indes in einer Übungshalle trainiert. Darüber hinaus verfügt das Gebäude über ein sogenanntes Brandhaus, in dem Brände an unterschiedlichen Untergründen und mit wechselnder Stärke nachgeahmt werden. Doch auch das Regenwasserbecken soll zu Schulungszwecken genutzt werden. So können die Rettungskräfte dort das Zuwasserlassen eines Boots – das Slipping – sowie Bergungs- und Taucheinsätze an Böschungen, Seen und Flüssen proben.

Der Kostenvoranschlag für die Zone 1 beläuft sich auf rund 121 Millionen Euro, welche die Stadt Luxemburg als Bauträger vorstrecken wird. 44,84 Prozent der Kosten wird der Staat zurückerstatten. Die Ausgaben, die für die Zone 2 vorgesehen sind – insgesamt 19,4 Millionen Euro – werden komplett vom Staat finanziert.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Ein Viertel wächst heran
Das Bild am Ban de Gasperich ändert sich im Eiltempo. An der Nordseite laufen die Arbeiten auf Hochtouren.
Chantier Ban de Gasperich. Baustelle Ban de Gasperich. Bau. Boulevard Kockelscheuer. Photo: Guy Wolff
Ungeduld an der Mosel
Der Personalmangel im Ambulanzdienst führt in Mertert dazu, dass dort die zwei Krankenwagen nicht immer 24 Stunden einsatzbereit sind.
Seit zweieinhalb Jahren ist Patrick Holcher Chef des Einsatzzentrums in
Mertert.
Gemischte Gefühle
Der fusionierte Feuerwehrkorps aus Rambrouch erwartet vom neuen Gesetz im Rettungswesen keine wirklichen Verbesserungen. Diese seien nur möglich bei großen Korps.
„Die Reform tut uns gut“
Kommandant Jean Stein ist davon überzeugt, dass die Aktiven ab dem 1. Juli stressfreier arbeiten können. Große Veränderungen erwartet er nicht.
Die Krux mit dem Löschfahrzeug
Eigentlich findet Feuerwehrkommandant Luc Thinnes die bevorstehende Reform der Rettungsdienste gut. Nur hat sie den Nebeneffekt, dass er weiter auf ein neues Löschfahrzeug warten muss. Dabei benötigt das Einsatzzentrum Monnerich-Reckingen/Mess ein neues Einsatzfahrzeug dringend.
19.2. Pontpierre / ITV Luc Thinnes , Kommandant Freiwillige Feuerwehr Steinbrücken / Reform Rettungswesen foto:Guy Jallay