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Centre de soins avancés: Gesundheitssystem rüstet weiter auf
Lokales 11 1 5 Min. 23.03.2020

Centre de soins avancés: Gesundheitssystem rüstet weiter auf

Im Laufe des Montagnachmittags eröffnet das erste Centre de soins avancé in der Luxexpo in Kirchberg seine Türen.

Centre de soins avancés: Gesundheitssystem rüstet weiter auf

Im Laufe des Montagnachmittags eröffnet das erste Centre de soins avancé in der Luxexpo in Kirchberg seine Türen.
Foto: Guy Jallay
Lokales 11 1 5 Min. 23.03.2020

Centre de soins avancés: Gesundheitssystem rüstet weiter auf

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Das Großherzogtum stellt sich darauf ein, mit einer großen Anzahl Covid-19-Patienten konfrontiert zu sein. Dafür wurden auch neue Infrastrukturen geschaffen. Ein Überblick.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie soll nichts dem Zufall überlassen werden. Die Kapazitäten des Gesundheitssystems werden deshalb immer weiter ausgebaut. "Luxemburg geht in eine zweite Phase über", sagte Gesundheitsministerin Paulette Lenert bereits am Sonntag in einem Pressebriefing. 

Das Land bereitet sich darauf vor, mit einer noch größeren Anzahl von Covid-19-Patienten konfrontiert zu sein. Demnach sind neue, größere Strukturen hierzulande notwendig. 

Im Laufe des Montagnachmittags eröffnete nun das erste Centre de soins avancés des Landes in der Luxexpo seine Türen. Sie ersetzt die Maison médicale in der Rue Michel Welter in Luxemburg-Stadt, in der - wie in den beiden anderen Maisons médicales des Landes in Esch/Alzette und Ettelbrück - seit vergangenem Mittwoch nur Patienten, bei denen ein Hausarzt einen Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung festgestellt hatte, behandelt wurden.

In der Luxexpo wurden zwei Hallen hergerichtet und auf dem Nord-Parkplatz Zelte errichtet, um die Patienten zu empfangen. Diese sollen aber zunächst  Rücksprache mit ihrem Arzt - per Telekonsultation - halten, bevor sie sich in die neue Struktur begeben.

Das Centre de soins avancés ist nicht nur für Personen, bei denen ein Verdacht auf Covid-19 besteht, vorgesehen. Um die Infektionsgefahr zu reduzieren, werden die Patienten allerdings in zwei Behandlungsreihen eingeteilt, die strikt voneinander getrennt sind. 

"Das Ziel ist, dass alles an einem Ort zusammenläuft, damit alles möglichst effizient und professionell vonstattengehen kann. So kann das Personal entsprechend geschult werden und alle Vorkehrungen für den Umgang mit den Patienten treffen", so die Gesundheitsministerin am Sonntag.

Das  Centre de soins avancés in Kirchberg bleibt aber nicht das einzige hierzulande. Im Laufe der Woche sollen drei weitere solche Strukturen ihre Türen öffnen. So soll in der Rockhal in Belval voraussichtlich bereits am Dienstag ebenfalls als eine solche Struktur operationell sein und die Maison médical an der Rue Emile Mayrisch in Esch/Alzette ersetzen. Die Maison médical an der Avenue Lucien Salentiny in Ettelbrück soll indes voraussichtlich am Mittwoch ihre Türen schließen und von einer neuen Struktur in der Däichhal in Ettelbrück abgelöst werden. In Grevenmacher eröffnet Ende der Woche dann ein Centre de soins avancés im Kulturzentrum.

In diesen Zentren werden in enger Zusammenarbeit mit den Privatlaboratorien weiterhin Tests bei Covid-19-Verdacht durchgeführt. Aber auch die sogenannten Drive-In-Teststationen in Junglinster (38, Rue Hiehl), Niederkerschen (4, Rue Boeltgen) und in Marnach (1, Rue Marbuergerstrooss) bleiben geöffnet. 

Dort werden Personen aus dem Auto heraus getestet, die ein ärztliches Attest vorweisen können. Die Patienten stellen ihren Wagen auf einem eigens dafür vorgehenden Parkplatz ab und melden sich dann unter der Telefonnummer 78 02 90-1 an. Das Pflegepersonal nimmt in Schutzkleidung einen Abstrich vom Nasen-Rachen-Raum. Das Ergebnis wird ein oder zwei Tage später mitgeteilt

Die Mitarbeiter schützen sich mit Kitteln, Masken und Handschuhen bei den Tests vor einer möglichen Ansteckung - hier an der Drive-In-Station in Niederkerschen.
Die Mitarbeiter schützen sich mit Kitteln, Masken und Handschuhen bei den Tests vor einer möglichen Ansteckung - hier an der Drive-In-Station in Niederkerschen.
Foto: Guy Jallay

In den vergangenen Tagen haben sich auch die Krankenhäuser des Landes auf die Covid-19-Pandemie vorbereitet. So wurde innerhalb der beiden großen Hauptstadtspitäler -  dem Centre hospitalier de Luxembourg (CHL) und dem HRS-Krankenhaus in Kirchberg - dem Centre hospitalier Emile Mayrisch (CHEM) in Esch/Alzette und im Centre hospitalier du Nord (ChdN) in Ettelbrück zusätzliche Kapazitäten geschaffen.


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Zudem entsteht zurzeit neben dem CHL eine Zeltstruktur, die Platz für zusätzliche 100 Betten schaffen soll. Die Arbeiten sollen noch diese Woche abgeschlossen werden. Dort sollen allerdings nur die leichteren Fälle behandelt werden. Eine intensiv-medizinische Versorgung wird es dort nicht geben, sondern nur in den Krankenhäusern. 

In Colpach wurde indes in den vergangenen Tagen eine zusätzliche Struktur für die Aufnahme von Covid-19-Patienten vorbereitet. Im Reha-Gebäude des Roten Kreuzes werden jene Personen aufgenommen, die nur noch unter stationärer Beobachtung stehen, und nicht mehr im Krankenhaus bleiben müssen. Die Rolle können bei Bedarf auch das Domaine thermal in Bad Mondorf übernehmen. Innerhalb von vier Tagen kann diese zusätzliche Struktur bereitstehen.

Prinzip Telekonsultation

Grundsätzlich gilt aber für alle Personen zurzeit das Prinzip der Telekonsultation. Patienten sollen nämlich zurzeit so weit wie möglich auf Distanz betreut werden. So sollen Patienten zunächst Rücksprache mit einem Arzt halten, bevor sie ein Krankenhaus oder eine andere ambulante Struktur aufsuchen. Zahlreiche Ärzte sind dafür aber nicht einfach nur telefonisch erreichbar. Denn in den vergangenen Tagen wurden mehrere weitere Möglichkeiten geschaffen.


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So erlaubt es zum Beispiel die Arzttermin-Buchungsplattform Doctena seit vergangenem Freitag, eine Videokonsultation mit einem Arzt zu schalten - dies, nachdem wie sonst auch ein Termin über das Portal ausgemacht wurde. Auch die Hôpitaux Robert Schuman bieten zurzeit die Möglichkeit der Telekommunikation an. So sollen chronisch kranke Patienten ihre laufenden Behandlungen fortsetzen können, ohne dem Risiko einer Infektion mit dem Corona-Virus im Krankenhaus ausgesetzt zu sein.

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