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"Centrale thermique" in Esch/Alzette: Bleibt nur noch das Kesselhaus
Lokales 11.02.2016 Aus unserem online-Archiv

"Centrale thermique" in Esch/Alzette: Bleibt nur noch das Kesselhaus

Bevor der letzte und höchste der drei Gebäudeteile der thermischen Zentrale abgerissen wird, müssen im Inneren noch zwei 22 Meter hohe Kessel 
saniert und abgebaut werden.

"Centrale thermique" in Esch/Alzette: Bleibt nur noch das Kesselhaus

Bevor der letzte und höchste der drei Gebäudeteile der thermischen Zentrale abgerissen wird, müssen im Inneren noch zwei 22 Meter hohe Kessel 
saniert und abgebaut werden.
Foto: Nicolas Anen
Lokales 11.02.2016 Aus unserem online-Archiv

"Centrale thermique" in Esch/Alzette: Bleibt nur noch das Kesselhaus

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Der Abriss der „Centrale thermique“ setzt sich fort. Es steht nur noch das höchste der ursprünglich drei Gebäudeteile der thermischen Zentrale.

(na) - Nachdem der Abriss der "Centrale thermique" im März 2015 in Angriff genommen wurde, steht jetzt nur noch der höchste der ursprünglich drei Gebäudeteile der thermischen Zentrale.

Diese etwa 40 Meter hohe Struktur mit ihren drei circa 22 Meter hohen Dampfkesseln stellte auch den anspruchsvollsten Teil der Abbauarbeiten. Denn in diesen Öfen war jeweils eine zehn bis 15 Zentimter dicke Asbest-Isolationsschicht eingebaut. Laut Schätzungen sollen sich bis zu 200 Tonnen Asbest pro Kessel befunden haben.

Einer der drei 22-Meter-Kessel abgebaut

Der zweite Kessel kann nun abmontiert werden.
Der zweite Kessel kann nun abmontiert werden.
Foto: Gerry Huberty

Wie Valentin Zoller von der Abrissfirma Depolux Works dem LW erklärte, konnten zwei Kessel bereits vom Asbest befreit werden. Einer wurde sogar schon abgebaut. Nun soll am 22. Februar die Asbestsanierung im dritten Kessel starten.

Am 22. Februar soll die Asbestsanierung des dritten Ofens beginnen. Dafür muss dieser aber erst hermetisch abgeriegelt werden.
Am 22. Februar soll die Asbestsanierung des dritten Ofens beginnen. Dafür muss dieser aber erst hermetisch abgeriegelt werden.
Foto: Gerry Huberty

Um diesen zu entfernen, muss der Ofen erst in einem sogenannten Schwarzbereich hermetisch abgeriegelt werden.

Schleusen mit Duschen

Damit die spezialisierten Arbeiter hier hineingelangen können, ist ein Schleusensystem mit vier hintereinander kommenden Bereichen vorgesehen. Unter anderem zwei Duschen, mit und ohne Kleider, sind dort vorgesehen. Erst nach dem Abbau der drei Öfen kann das Gebäude abgerissen werden. Dies dürfte ab Mai der Fall sein.

Geschätzte 200 Tonnen Asbest pro Kessel

Im Herbst dürften die Abrissarbeiten dann komplett abgeschlossen sein. Bisher seien die Abrissarbeiten planmäßig vorangeschritten, so Zoller.

Geschätzt wird, dass etwa 600 Tonnen Asbest (davon der Großteil aus den Öfen) entsorgt werden müssen, sowie zwischen 7 000 und 8 000 Tonnen Metallschrott. Letzterer soll in den Elektrostahlwerken in Beval und Differdingen eingeschmolzen und wiederverwertet werden.

1953 in Betrieb genommen

So sah die "Centrale thermique" vor Beginn der Abrissarbeiten aus.
So sah die "Centrale thermique" vor Beginn der Abrissarbeiten aus.
Foto: Gerry Huberty

Damit wird ein definitiver Schlusspunkt hinter die Geschichte der „Centrale thermique“ gesetzt. Diese war 1953 in Betrieb genommen worden. Sie wurde mit Hochofengas gespeist und lieferte Elektrizität zurück an die Werke.

Während sich im höchsten Gebäudeteil (40 Meter) die Kessel befanden, waren im zweiten (23 Meter) die Turbinen und im dritten (17,50) die Stromumspannstationen.

Sie wurde 1997, gleichzeitig mit dem letzten Hochofen in Belval, geschlossen.


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Reportage Abriss Gaszentrale Esch/Alzette,Arcelor.Foto:Gerry Huberty