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Cent-Buttek jetzt auch in Beggen
Lokales 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Cent-Buttek jetzt auch in Beggen

Insgesamt 50 Freiwillige helfen bereits in den „Cent-Buttéker“ in Bereldingen und Bettemburg.

Cent-Buttek jetzt auch in Beggen

Insgesamt 50 Freiwillige helfen bereits in den „Cent-Buttéker“ in Bereldingen und Bettemburg.
Guy Jallay
Lokales 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Cent-Buttek jetzt auch in Beggen

Nach der Eröffnung des ersten „Cent Buttek“ in Bettemburg im Dezember 2009 steht seit dem vergangenen 19. August auch in Beggen ein solcher Lebensmittelladen für bedürftige Personen zur Verfügung. Zugang hat nur, wer zuvor eine Karte beim Sozialamt beantragt hat. Am Mittwoch wurde die Einrichtung offiziell eröffnet.

(raz)- Nach der Eröffnung des ersten „Cent Buttek“ in Bettemburg im Dezember 2009 steht seit dem vergangenen 19. August auch in Beggen ein solcher Lebensmittelladen für bedürftige Personen zur Verfügung. Zugang hat nur, wer zuvor eine Karte beim Sozialamt beantragt hat. Am Mittwoch wurde die Einrichtung offiziell eröffnet.

Um im „Cent Buttek“ einzukaufen, muss der Kunde beim „Office social“ der Hauptstadt eine Karte beantragen und zwei Euro als kleine Beteiligung an den Funktionskosten bezahlen. 32 Karten wurden seit der Eröffnung verteilt, womit derzeit 45 Erwachsene und 42 Kinder versorgt werden können.

Zur Verfügung gestellt werden die Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum bald abläuft, von Cactus sowie von Bäckereien und anderen Geschäften. Eingesammelt werden sie morgens mit zwei älteren Lieferwagen, die dank Spenden von Pfarrverbänden, Vereinigungen und Privatleuten gekauft werden konnten. Bislang rund 20 Freiwillige helfen in der Hauptstadt, in Bettemburg sind es bereits rund 30.

Nicht nur materielle Hilfe

Arthur Zeimet, Präsident der Vereinigung „Cent Buttek“, betonte, dass nicht nur Waren verteilt werden: „Die Helfer hören sich auch die Sorgen der Kunden an. Und wer nicht weiß, wie eine Suppe zubereitet wird, bekommt auch das Rezept mitgeliefert.“ Manche Helferinnen bereiten sogar selbst Marmelade zu. „Uns interessiert nicht, wie die Personen in ihre Situation gerieten, sondern dass sie und ihre Kinder etwas Anständiges zu essen haben.“ Initiator der Aktion ist Pierre Moos, der vor acht Jahren eine Reportage über die „Tafel“-Initiative in Deutschland gesehen und beschlossen hatte, selbst aktiv zu werden.

„Ich konnte nicht verstehen, dass man noch gute Lebensmittel wegwirft, wenn es viele Menschen gibt, die nicht genug Geld zum Leben haben“, so Pierre Moos. „Ich begab mich in Bettemburg in zwei Bäckereien, um jeden Samstag das Brot und Gebäck zu bekommen, das nicht mehr verkauft wurde, und fuhr es zu den Obdachlosen.“ Mit Arthur Zeimet besuchte Pierre Moos die „Tafel“ in Trier, knüpfte weitere Kontakte, fand ein Lokal in Bettemburg und gründete eine Vereinigung. „Mich mit Mut und einem guten Herzen für sozial Bedürftige einzusetzen, das war es, was ich mir zutraute“, so Pierre Moos.

Wie Sozialschöffe Xavier Bettel erklärte, war das Haus, das die Stadt zur Verfügung stellte, der Gemeinde von Norbert Kremer per Testament geschenkt worden, um einer sozialen Bestimmung zugeführt zu werden. Die Stadt Luxemburg übernimmt auch die Reinigung und die laufenden Kosten. „Durch den Cent Buttek bekommen wir über das Sozialamt Kontakt zu Personen, die wir noch nicht kannten“, so Xavier Bettel. Der Cent Buttek erlaube es den Bürgern, Kleider für ihre Kinder zu kaufen, statt das Geld für das tägliche Einkaufen zu verwenden.

Familienministerin Marie-Josée Jacobs lobte die Initiative und kündigte an, dass auch der Staat verstärkt auf Sachleistungen statt auf Finanzhilfen setzen wolle, und dass ähnliche Angebote auch in anderen Teilen des Landes, darunter auch im Norden, geschaffen werden sollen.

Der Laden in Beggen hat montags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Wer die Initiative unterstützen will, kann dies mit einer Spende auf das Konto LU64 0090 0001 5160 8007 (Banque Raiffeisen) tun. Auch weitere Freiwillige werden gesucht (Tel. 43 15 02 oder 43 43 49).