Cattenom: Salzsäure ausgelaufen

Zwischenfall liegt drei Wochen zurück

Der Zwischenfall liegt drei Wochen zurück, wirft aber gerade deshalb Fragen auf.
Der Zwischenfall liegt drei Wochen zurück, wirft aber gerade deshalb Fragen auf.
Foto: Marc Wilwert

(TJ) - Nicht weniger als 58 000 Liter Salzsäure sind bei einem Zwischenfall in Cattenom im Juli ausgelaufen und teilweise ins Grundwasser gelangt. Der Zwischenfall ereignete sich im nicht-radioaktiven Bereich der Zentrale. Dennoch wirft das Ereignis einige Fragen auf.

Die Säure entwich beim Umpumpen aus einem Reservoir in eine Kühlanlage des Reaktors 3. Weil unter freiem Himmel ein Stück der Rohrleitung fehlte, ergoss sich die ätzende Flüssigkeit in das Erdreich und versickerte. 

Der Zwischenfall wurde erst eine Woche später, am 29. Juli, bemerkt. Lediglich ein kleiner Teil der Säure konnte daher abgepumpt und über die normalen Abwasserleitungen in die Mosel geleitet werden.

Fragen und Bedenken

Ist es einerseits beunruhigend, dass eine beträchtliche Menge, wenn auch relativ harmloser Säure - die Flüssigkeit wird normalerweise zur Entkalkung eingesetzt - entweichen kann, weil schlicht und einfach ein Stück Leitung fehlt, so gibt andererseits die Kommunikationspolitik zu denken: Von der Zentrale selber wurde über den Zwischenfall nichts mitgeteilt, an die Öffentlichkeit gelangte das Ereignis erst drei Wochen später durch die Internetseite der französischen Nuklearsicherheitsbehörde ASN, und zwar am 13. August.