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Cattenom: Betreiber EDF kaufte weitere Grundstücke
Lokales 16.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Cattenom: Betreiber EDF kaufte weitere Grundstücke

Deutsche Politiker fordern weitere Informationen über den Grundstückskauf durch Cattenom-Betreiber EDF.

Cattenom: Betreiber EDF kaufte weitere Grundstücke

Deutsche Politiker fordern weitere Informationen über den Grundstückskauf durch Cattenom-Betreiber EDF.
Foto: Guy Wolff
Lokales 16.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Cattenom: Betreiber EDF kaufte weitere Grundstücke

Die Grünen im deutschen Bundestag befürchten, dass das Kernkraftwerk in Lothringen ausgebaut werden könnte.

(jt) - Eine mögliche Erweiterung des Atomkraftwerks Cattenom gibt im Saarland Anlass zur Sorge. Betreiber Électricité de France (EDF) hat rund um die Nuklearanlage in Lothringen weitere Grundstücke gekauft, wie die "Saarbrücker Zeitung" am Freitagabend auf ihrer Website meldete. Eine spezielle Nutzung für die sechs Hektar große Fläche sei jedoch noch nicht festgelegt, erklärte ein Sprecher von EDF.

Im saarländischen Umweltministerium heißt es, man habe schon vor etwa einem Jahr von Grundstückskäufen seitens der EDF erfahren. Das Unternehmen habe jedoch damals versichert, dass der Bau neuer Meiler nicht vorgesehen sei. "Bisher gab es für uns keine Veranlassung, an den Aussagen des Betreibers zu zweifeln“, sagt der saarländische Umweltminister Reinhold Jost der Zeitung.


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Der Aufkauf von Grundstücken durch die EDF war bereits vergangenen März bei einer Pressekonferenz thematisiert worden. „Ja, wir kaufen Grundstücke auf. Aber ob EDF vorhat, dort künftig die modernen EPR-Reaktoren zu errichten, das werden Sie in dieser Pressekonferenz nicht erfahren", erklärte damals der Direktor der Atomzentrale, Thierry Rosso.

Mögliche Verlängerung der Laufzeit

Die Grünen im deutschen Bundestag befürchten, dass die Laufzeit des Atomkraftwerks, das nur wenige Kilometer von der deutschen und luxemburgischen Grenze entfernt liegt, durch den Bau neuer Reaktoren weiter verlängert werden könnte. Bis dato ging man von einer Abschaltung von Cattenom im Jahr 2048 aus. „Wir brauchen schnellstmöglich volle Transparenz darüber, was der Atomkraftwerksbetreiber mit den Grundstücken konkret vorhat“, forderte der Bundestagabgeordnete Markus Tressel (Grüne) am Freitag. 

Das Kernkraftwerk Cattenom wurde 1986 in Betrieb genommen und erstreckt sich nahe der Mosel auf einer Fläche von 415 Hektar. Mit seinen vier Reaktoren lieferte das AKW 2018 rund 31 Milliarden Kilowattstunden Strom, dies entspricht fast einem Zehntel des Gesamtverbrauchs in Frankreich. Die Anlage, die immer wieder wegen technischer Zwischenfälle in den Schlagzeilen steht, soll nach Plänen von EDF noch mehrere Jahrzehnte am Netz bleiben.


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