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Cattenom: 30 Jahre und kein Ende in Sicht
Lokales 23.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Jahresbilanz EDF

Cattenom: 30 Jahre und kein Ende in Sicht

Das Atomkraftwerk Cattenom liegt knapp zehn Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt
Jahresbilanz EDF

Cattenom: 30 Jahre und kein Ende in Sicht

Das Atomkraftwerk Cattenom liegt knapp zehn Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt
Foto: Pierre Matgé
Lokales 23.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Jahresbilanz EDF

Cattenom: 30 Jahre und kein Ende in Sicht

Der Betreiber "Electricité de France" meldete im vergangenen Jahr fünf Zwischenfälle und will 100 Millionen Euro in Wartungsarbeiten investieren. Abgeschaltet wird Cattenom deshalb noch lange nicht.

(dho) - Das drittgrößte Atomkraftwerk Frankreichs hatte im Jahre 2015 fünf Zwischenfälle zu verzeichnen, die als "Störung oder Abweichung" vom Normalbetrieb gedeutet wurden und 32 Zwischenfälle, die keine oder nur geringe sicherheitstechnische Bedeutungen hatten.

Die Zwischenfälle in Atomzentralen werden anhand einer Skala bewertet, die von 1 (keine oder geringe sicherheitstechnische Bedeutung) bis 7 (katastrophaler Unfall) reicht. Laut Guy Catrix, Direktor der Nuklearzentrale Cattenom wird ein Zwischenfall auch bereits gemeldet oder als 1 eingeordnet, wenn Reparaturarbeiten eine Stunde länger andauern als vorgesehen.

Voriges Jahr hat die Atomzentrale 36,8 Milliarden Terawattstunden Strom produziert (36,1 TWh in 2014), was  dem doppelten Strombedarf von ganz Lothringen entspricht.

Cattenom geht vom Netz, aber erst 2046

1986 ging der erste der vier Reaktorblöcke von Cattenom in Betrieb. 2015 wurden 85 Millionen Euro in Wartungsarbeiten investiert. 2016 fallen die Zehn-Jahres-Wartungsarbeiten an. Der Betreiber der Zentrale, "Electricité de France" (EDF), rechnet mit Ausgaben von 200 Millionen Euro für die Wartungsarbeiten im laufenden Jahr.

Die Atomzentrale soll in zehn Jahren nicht abgeschaltet werden, so wie es eigentlich vorgesehen war. Das Höchstalter für Atomzentralen war ursprünglich auf 40 Jahre festgelegt. Cattenom soll aber noch mindestens 30 Jahre am Netz bleiben - bis 2046 also.

70 bis 80 Prozent der industriellen Investitionen fließen laut Direktor Catrix bis 2025  in die Instandsetzung der Reaktoren, um die Laufzeit zu verlängern. Die anderen 20 bis 30 Prozent sollen in das laufende "Post-Fukushima Projekt" fließen. Dabei geht es darum, die Atomzentrale gegen Gefahren von außen  -  Erdbeben oder Überschwemmungen - abzusichern. 

Momentan arbeiten in der Atomzentrale 1395 Personen. Das sind mehr denn je - was aber auch damit zusammenhängt, dass viele Arbeiter in den kommenden Jahren, in Rente gehen und dementsprechend schon zahlreiche Auszubildende unter Vertrag sind.

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