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Bypass Niederkerschen: Polemik um Messwerte
Lokales 2 Min. 25.06.2020 Aus unserem online-Archiv

Bypass Niederkerschen: Polemik um Messwerte

Die Umgehungsstraße soll 4,2 Kilometer lang werden und 139 Millionen kosten.

Bypass Niederkerschen: Polemik um Messwerte

Die Umgehungsstraße soll 4,2 Kilometer lang werden und 139 Millionen kosten.
Illustration: Mobilitätsministerium
Lokales 2 Min. 25.06.2020 Aus unserem online-Archiv

Bypass Niederkerschen: Polemik um Messwerte

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Vier Entscheidungsträger legen ihren Standpunkt zum Thema Umgehungsstraße Niederkerschen und der Nutzung falscher Zahlen dar.

„Es handelte sich um eine demokratische Abstimmung von demokratisch gestimmten Volksvertretern“, sagt Josée Lorsché (Déi Gréng). Dabei spricht sie von der Abstimmung, die im Juli 2018 stattfand und bei der es um das Finanzierungsgesetz der Umgehungsstraße Niederkerschen ging.

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch hatten drei Interessenvereinigungen (Biergerinitiativ Gemeng Suessem, MecoSud und natur&ëmwelt Suessem) behauptet, unter anderem Josée Lorsché, die damalige Berichterstatterin, hätte mit irreführenden Zahlen hantiert, die den Anschein erweckten, die Stickstoffdioxid-Werte (NO2) in der Avenue de Luxembourg in Niederkerschen seien höher, als sie zu dem Zeitpunkt reell waren.

Die Zahlen hatte sie vom Mobilitätsministerium erhalten und es sei alles fachgerecht abgelaufen, unterstreicht Josée Lorsché. Schließlich habe der Staatsrat ein positives Gutachten abgegeben. Bei der Umweltimpaktstudie seien alle anderen Varianten des Verlaufs der Straße durchgegangen worden. Darauf angesprochen, wie sie als Grüne die Zerstörung eines Waldgebiets sehe, meint sie: „Wir waren gezwungen zu handeln, da die Gesundheit von Menschen in Gefahr ist. Es gibt keine Alternative.“

Michel Wolter (CSV), Bürgermeister der Gemeinde Käerjeng, teilt mit, dass er nicht in die Debatte einsteigen möchte, „solange der Staat seine Arbeit im Interesse der Menschen aus diesem Teil des Landes macht“. Die Regierung habe Anfang des Jahres bestätigt, dass der Bau der Umgehungsstraße im kommenden Jahr beginnen werden und bis 2026 dauern werde. Oft würden Teile von Parlamentsreden nur bruchstückweise dargestellt und seien aus dem Kontext gerissen.

Sassenheim sieht in der Straße keine Lösung des Verkehrsproblems

Der Abstimmung im Parlament enthielten sich damals der Sassenheimer Bürgermeister Georges Engel und seine Parteikollegin, die künftige Bürgermeisterin, Simone Asselborn-Bintz (beide LSAP). Sie verließen bei dem Votum den Saal. Beide LSAP-Politiker bedauern, dass in Käerjeng in all den Jahren noch kein Vorschlag zur Verbesserung der Verkehrslage umgesetzt wurde. „Wir sind nicht dagegen, um dagegen zu sein“, sagt Simone Asselborn-Bintz. Es gehe der Gemeinde darum, dass ein Gesamtkonzept für die Region entsteht. Mit der Umgehungsstraße sei nichts gelöst. Sie würde den Verkehr nur verlagern. Als Nächstes bräuchte dann die Gemeinde Dippach eine Umgehungsstraße. 


Bypass Niederkerschen infrage gestellt
Die Zahlen, die bei der Abstimmung 2018 vorgelegt wurden, waren nicht aktuell. Das monieren nun Vertreter von drei Vereinigungen.

Zu der Diskussion um die verwendeten Zahlen betont Georges Engel: „Ich glaube nicht, dass wissentlich falsche Zahlen kommuniziert wurden. Aber es kann zu Konfusionen zwischen den Spitzen und den Durchschnittswerten gekommen sein.“ Er ist jedenfalls der Meinung, die Abgeordneten hätten in voller Sachkenntnis gehandelt.

Das Budget für die Umgehungsstraße wurde nun zwar gestimmt. Als Nächstes wird der APD (avant-projet détaillé) vorgestellt. Dann bleiben 40 Tage Zeit, Berufung einzulegen. Die Gemeinderäte unterstreichen, dass das Projekt dann noch einmal genau juristisch geprüft werde. 

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