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Bypass Niederkerschen: „Es sind nicht nur die NOx-Werte“
Lokales 2 Min. 27.06.2020

Bypass Niederkerschen: „Es sind nicht nur die NOx-Werte“

Die Illustration zeigt den Verlauf der 4,2 Kilometer langen Umgehungsstraße Niederkerschen.

Bypass Niederkerschen: „Es sind nicht nur die NOx-Werte“

Die Illustration zeigt den Verlauf der 4,2 Kilometer langen Umgehungsstraße Niederkerschen.
Illustration: Mobilitätsministerium
Lokales 2 Min. 27.06.2020

Bypass Niederkerschen: „Es sind nicht nur die NOx-Werte“

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Minister François Bausch erklärt, warum die Umgehungsstraße Niederkerschen seiner Ansicht nach unumgänglich ist. Es seien mehr Faktoren als nur die Luftverschmutzung.

Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) versteht die ganze Diskussion um das Dossier Umgehungsstraße Niederkerschen gerade zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht. „Es gibt keinen neuen Moment“, sagt er. Alle Informationen zu diesem Dossier seien öffentlich zugänglich und dies auch im Moment der Abstimmungen im Parlament gewesen. 

Darin sei auch klar zu entnehmen, dass der Bau der 4,2 Kilometer langen Umgehungsstraße, die durch eine Natura-2000-Zone führt, gerechtfertigt und legal sei, sofern ein zwingender Grund des öffentlichen Interesses vorliege. Dabei gehe es nicht allein um Stickstoffdioxid-Werte (NOx) und Lärm, sondern auch um andere Faktoren wie die soziale und ökonomische Entwicklung einer Gemeinde.

Lebensqualität im Dorfkern verbessern 

Ja, Käerjeng habe ein zum Teil „hausgemachtes Verkehrsproblem“, durch die Industriezone, Tankstellen, große Gewerbeflächen, gesteht der Minister ein. Doch die jetzigen Gemeindevertreter hätten diese Problematik geerbt und es müsse gehandelt werden. Vor allem, um auch den Lastwagenverkehr aus der Ortschaft zu bekommen. Mit einer allzu großen Verlagerung des Verkehrs hin zu anderen Gemeinden sei daher nicht zu rechnen.

Minister François Bausch sieht keine Missachtung des Gesetzes im Zusammenhang mit der Umgehungsstraße Niederkerschen. Im Gegenteil, es sei sehr transparent vorgegangen worden.
Minister François Bausch sieht keine Missachtung des Gesetzes im Zusammenhang mit der Umgehungsstraße Niederkerschen. Im Gegenteil, es sei sehr transparent vorgegangen worden.
Foto: Guy Wolff

Durch die Umgehungsstraße soll die Lebensqualität der Menschen im Dorfzentrum in der Avenue de Luxembourg verbessert werden. Einer der Vorwürfe, den unter anderem die Biergerinitiative Gemeng Suessem und der MecoSud der Regierung machen, ist, dass keine Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität, also zur Senkung der NOx-Werte, umgesetzt wurden. Die Vereinigungen hatten ein intelligentes Ampelsystem, P&R für Pendler oder etwa eine Busspur vorgeschlagen. 

Dazu meint der Minister, ein Projekt für den Einsatz von Elektrobussen laufe und ein P&R-Parkhaus am Bahnhof von Niederkerschen sowie die Installation von intelligenten Ampeln seien ausgeschrieben. Pläne für den Rückbau der Avenue de Luxembourg gebe es bereits. Doch es sei auch nicht so, als würden alle diese Maßnahmen das Problem der hohen Stickstoffdioxid-Werte lösen.

Manche Bürger empören sich über die Zerstörung von Teilen eines ihrer letzen Waldgebiete in ihren Gemeinden durch den Bau der Umgehungsstraße.
Manche Bürger empören sich über die Zerstörung von Teilen eines ihrer letzen Waldgebiete in ihren Gemeinden durch den Bau der Umgehungsstraße.
Foto: Pierre Matgé

Im Jahr 2012 lag der NOx-Wert bei 57 Mikrogramm pro Kubikmeter. Damals wurden Modellrechnungen durchgeführt, die zeigten, welcher Wert erreicht werden könnte, wenn alle die genannten Maßnahmen zur Verbesserung der Situation umgesetzt werden würden. Es stellte sich heraus, dass in dem Fall der Wert um sieben Mikrogramm auf 45 gedrückt werden könnte. Der Minister weist darauf hin, dass 40 Mikrogramm pro Kubikmeter von der Weltgesundheitsorganisation zwar als absoluter Maximalwert angegeben werden, jedoch eigentlich ein Wert von 25 eingehalten werden sollte.

Irreführende Zahlen 


Bascharage  17.07.2018 © claude piscitelli
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Nun bleibt noch der Vorwurf, unter anderem der Bürgerinitiative, der Minister habe im Parlament und in einer parlamentarischen Frage falsche NOx-Werte genannt. François Bausch sagt dazu, alle Zahlen seien jedem zugänglich gewesen und es sei klar zwischen Spitzen- und Durchschnittswerten unterschieden worden. Einzig bei der parlamentarischen Frage gesteht er ein, einen Fehler gemacht zu haben. Dort stand, der aktuelle NOx-Wert liege momentan bei 57 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dabei liegt der Durchschnittswert des vergangenen Jahres bei 38. 

Der Minister stellt jedenfalls den Bau der demokratisch bestimmten Umgehungsstraße nicht infrage. Die Arbeiten sollen im März 2021 beginnen und fünf Jahre dauern. Wenn aber jemand meine, vor dem Verwaltungsgericht klagen zu müssen, dann solle er das machen. Schließlich würden wir in einem Rechtsstaat leben, so der Minister. 

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