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Bypass Dippach-Gare: "Schluss mit der Märchenstunde"
Lokales 2 Min. 04.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Bypass Dippach-Gare: "Schluss mit der Märchenstunde"

Eine Zugbrücke ohne Straße, kurz nach deren Fertigstellung im Jahr 2012. Die Unterführung sollte ein Teil der Umgehungsstraße werden.

Bypass Dippach-Gare: "Schluss mit der Märchenstunde"

Eine Zugbrücke ohne Straße, kurz nach deren Fertigstellung im Jahr 2012. Die Unterführung sollte ein Teil der Umgehungsstraße werden.
Foto: Guy Jallay/LW-Archiv
Lokales 2 Min. 04.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Bypass Dippach-Gare: "Schluss mit der Märchenstunde"

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Die Bürgermeisterin von Dippach ist wütend, dass die Arbeiten wieder verschoben wurden. Das Mobilitätsministerium ist um Sachlichkeit bemüht.

„Die Situation am Montag war sehr skurril“, sagt Manon Bei, Bürgermeisterin von Dippach (LSAP). Damit bezieht sie sich auf eine spontan einberufene Unterredung, in der der Schöffenrat durch Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) über den Verzug der Umgehungsstraße Dippach-Gare erfuhr. „Noch vor zwei Monaten war der Minister mit uns im Fernsehen und behauptete, dass die Arbeiten bald beginnen“, wundert sich die Bürgermeisterin. Seit Anfang der Woche ist jetzt klar, dass der Bau dieses Jahr doch nicht anfangen wird.

„Ich habe zu Minister Bausch gesagt: Schluss mit der Märchenstunde“, erzählt sie aufgebracht. Auch wenn es sich um ein Staatsprojekt handle, würden sie und der Schöffenrat nun zur Rechenschaft gezogen und müssten sich vor den Anwohnern verantworten.

Manon Bei (LASP) ist Bürgermeisterin von Dippach.
Manon Bei (LASP) ist Bürgermeisterin von Dippach.
Foto: Gemeinde Dippach

„Was ist mit den Bürgern? Wenn sich die Autos vor ihrer Tür stauen und sie nicht einmal ein Fenster zum Lüften öffnen können, weil ansonsten ihr Wohnzimmer voll mit Abgasen ist. Vogelschutz ist eine Sache, aber was ist der Mensch wert?“, fragt Manon Bei. Der Minister lässt indes über seine Pressestelle mitteilen, dass er es extrem bedauere, dass der Bau der Umgehungsstraße nun wieder in Verzug gerät.

Bestandsaufnahme fehlt Dany Frank, Pressesprecherin des Mobilitätsministeriums erklärt, wie es dazu kam, dass nun eine fehlende Impaktstudie das gesamte Projekt auf den Kopf stellt: 2010 wurde die erste Genehmigung für den Bau der Umgehungsstraße ausgestellt. 2015 wurde dann auf einem Teil des Gebietes, wo die Straße einmal verlaufen soll, das Vogelschutzgebiet Dippach-Recken ausgewiesen.

Die Baugenehmigung für die neue Straße muss alle zwei Jahre verlängert werden, so auch 2016. „Bereits damals hätte das Umweltministerium sagen können, dass eine Bestandsaufnahme der Vogelarten in dem Gebiet gemacht werden müsse. Dann würden die Resultate heute vorliegen“, betont Frank. Nun laufen die nötigen Studien im März an und sollen im September abgeschlossen sein. Ende des Jahres sollen dann, so hofft man im Ministerium, die Ausschreibungen für den Bau beginnen.

Die Umgehungsstraße Dippach-Gare soll eine Länge von 2,5 Kilometer haben.
Die Umgehungsstraße Dippach-Gare soll eine Länge von 2,5 Kilometer haben.
Grafik: Straßenbauverwaltung



Brücke Dippach-Gare
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Anfang 2020 sollten die Arbeiten für die Umgehungsstraße beginnen. Nun wird eine weitere Studie gefordert und der Baubeginn rückt in weite Ferne.

Der Gemeinderat ist derweil überzeugt: Wäre nicht durchgesickert, dass das LW einen Artikel zu den Verzögerungen der Arbeiten plane, wäre die Öffentlichkeit wohl immer noch nicht informiert. „Ich habe das Vertrauen in beide Ministerien (Umwelt- und Mobilitätsministerium) verloren“, sagt Bei.

Oppositionspolitiker Sven Schaul (Biergerinitiative) kritisiert indes die Intransparenz. Zwei Monaten sei es unmöglich gewesen, ein Gespräch mit einem Verantwortlichen der Straßenbauverwaltung zu bekommen. „Es ist offensichtlich, dass die zuständigen Verwaltungen nicht miteinander kommunizieren“, sagt er.


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