Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Busspuren für den Bd. Roosevelt und eine autofreie "Gëlle Fra"
Lokales 11 3 Min. 22.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Busspuren für den Bd. Roosevelt und eine autofreie "Gëlle Fra"

Dieses Bild soll in Zukunft der Vergangenheit angehören. Die Stellplätze bei der Gëlle Fra werden weichen.

Busspuren für den Bd. Roosevelt und eine autofreie "Gëlle Fra"

Dieses Bild soll in Zukunft der Vergangenheit angehören. Die Stellplätze bei der Gëlle Fra werden weichen.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 11 3 Min. 22.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Busspuren für den Bd. Roosevelt und eine autofreie "Gëlle Fra"

Diane LECORSAIS
Diane LECORSAIS
Der öffentliche Transport und die sanfte Mobilität erhalten zunehmend einen festen Platz im Stadtbild. Parkplätze hingegen verschwinden aus dem öffentlichen Raum.

Mit der Ankunft der Tram im Stadtzentrum wird sich auch aus urbanistischer Sicht einiges ändern. Der Boulevard Roosevelt erhält Busspuren und einen bidirektionalen Radweg, die Place de la Constitution bei der Gëlle Fra wird komplett umgestaltet und zur autofreien Zone. Der öffentliche Raum wird demnach neu aufgeteilt - unter Berücksichtigung der verschiedenen Verkehrsteilnehmer. Am Donnerstag stellten das Mobilitiätsministerium und die Stadt Luxemburg das Projekt vor.

Dabei erinnerte Mobilitätsminister François Bausch an die zahlreichen Änderungen, die auf das Bussystem zukommen. "Wenn die Tram durch die Avenue de la Liberté fährt, werden neben ihr nicht auch noch Busse fahren", so der Minister. Vielmehr werden die städtischen Busse späterhin in erster Linie durch die Avenue de la Gare und über den Boulevard Roosevelt verkehren. Die RGTR-Busse hingegen sollen komplett aus dem Stadtzentrum rausbleiben und stattdessen die Pôles d'échange anfahren. "Damit werden wir täglich rund 2.400 RGTR-Busse aus der Stadt holen."

Bislang ist auf dem Boulevard Roosevelt, der von der Al Bréck aus an der Kathedrale und der Gëlle Fra vorbei in Richtung Nei Bréck beziehungsweise Boulevard Royal führt, keine Fahrspur für den öffentlichen Transport vorgesehen. Dies soll sich nun ändern. Auf beiden Seiten des Boulevards wird bis November dieses Jahres eine separate Fahrspur eingerichtet. Die Fußgängerüberwege und die Bushaltestellen vor der Kathedrale werden im Zuge dessen ebenfalls umgebaut und behindertengerecht gestaltet.

Der Jetzt-Zustand und die spätere Situation mit neuen Fußgängerüberwegen.
Foto: MMTP

Auch für die Radfahrer gibt es in dem Bereich bislang nur Kompromisslösungen. Ein bidirektionaler Radweg soll Abhilfe schaffen. Auch er soll bis Anfang November fertiggestellt sein.

Die aktuelle Situation ... und das Bild nach der Umgestaltung mit separatem Radweg links und einer Busspur.
Die aktuelle Situation ... und das Bild nach der Umgestaltung mit separatem Radweg links und einer Busspur.
Foto: MMTP

Die Bäume, die am Rande des Boulevard Roosevelt stehen, bleiben größtenteils erhalten. Jene auf dem sogenannten "îlot", dem kleinen Grünstreifen in der Mitte der Fahrbahn, unweit des Eingangs zum Tunnel du Saint-Esprit, müssen für die Umgestaltungsarbeiten entfernt werden. Im Anschluss werden jedoch wieder neue Bäume gepflanzt. Ein Landschaftsingenieurbüro ist gerade dabei, ein Konzept für die Begrünung auszuarbeiten.

Die grüne Insel im Mitte des Bereich wird umgestaltet. Dafür müssen die Bäume vorerst entfernt werden. Späterhin werden aber neue gepflanzt.
Die grüne Insel im Mitte des Bereich wird umgestaltet. Dafür müssen die Bäume vorerst entfernt werden. Späterhin werden aber neue gepflanzt.
Foto: MMTP

Mit dem Lift von der Gëlle Fra ins Petrusstal

Die Place de la Constitution mit der Gëlle Fra erhält derweil ebenfalls ein neues Gesicht. "Wir, der Staat und die Stadt Luxemburg, sind uns schon seit Längerem einig, dass der Platz aufofrei werden muss. Sie haben dort nicht mehr ihren Platz", unterstrich Bürgermeisterin Lydie Polfer mit Verweis auf den Ausbau der Tiefgarage Knuedler, die zurzeit um rund 270 Stellplätze erweitert wird.

So sieht es aktuell bei der Gëlle Fra aus. Der Platz geht nun zurück an die Fußgänger. Touristen sollen ihre Tickets, etwa für die Petrusskasematten, dann direkt vor Ort kaufen können. Die Touristenbusse hingegen weichen.
So sieht es aktuell bei der Gëlle Fra aus. Der Platz geht nun zurück an die Fußgänger. Touristen sollen ihre Tickets, etwa für die Petrusskasematten, dann direkt vor Ort kaufen können. Die Touristenbusse hingegen weichen.
Foto: Gerry HUberty

Wichtig sei jedoch, so Lydie Polfer, dass die Verbindung vom Boulevard Roosevelt aus ins Hyperzentrum gewährleistet bleibt, dies etwa für die Lieferanten des neuen Royal-Hamilius-Komplexes.

Die Attraktivität des Platzes bei der Gëlle Fra soll aber auch noch durch ein anderes Element erheblich gesteigert werden: einen Lift. Dieser neue Fahrstuhl, der in etwa die Größe des Pfaffenthal-Aufzugs haben soll, wird eine direkte Verbindung ins bis dahin renaturierte Petrusstal herstellen.

Die neue Raumaufteilung soll es erlauben, den Platz um die Gëlle Fra vermehrt mit Leben zu füllen.
Die neue Raumaufteilung soll es erlauben, den Platz um die Gëlle Fra vermehrt mit Leben zu füllen.
Foto: Gerry Huberty

Der Platz bei der Gëlle Fra selbst soll dank seiner Umgestaltung in Zukunft viel flexibler genutzt werden können. Schon heute wird der Weihnachtsmarkt und auch der Mäertchen teilweise auf dem Platz abgehalten. Vorgesehen ist auch ein Pavillon für Touristen, an dem diese unter anderem Tickets für die Petrusskasematten, die zurzeit neu ausgestattet werden, kaufen können - der Eingang zu diesen befindet sich direkt bei der Gëlle Fra. Ein kleiner Imbiss sowie öffentliche Toiletten vervollständigen das Vorhaben.

Ein entsprechender Wettbewerb wird im Herbst lanciert, im April kommenden Jahres wählt die Jury das Gewinnerprojekt. Ab nächstem Sommer soll das Vorhaben dann umgesetzt werden.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die Place Guillaume II, einer der beliebtesten öffentlichen Plätze der Stadt Luxemburg, wird neugestaltet. Eine Baustelle mit Folgen für kleine und große Veranstaltungen.
Neugestaltung Knuedler
Unterwegs in Luxemburg: Wer die Hauptstadt des Großherzogtums immer schon einmal aus luftiger Höhe entdecken wollte, braucht dazu nicht gleich Hubschrauber, Flugzeug und Co.
Les conseillers communaux de Luxembourg ont accepté lundi soir le vaste projet de renaturation écologique de la vallée qui traverse la capitale. Elle sera achevée partiellement pour l'exposition horticole de 2023.
Renaturierung Petruss
17.000 Passagiere fahren täglich mit der Tram, und damit deutlich mehr, als erwartet. Schon bald wird sie ins Stadtzentrum vorrücken - und dort auch auf Bäume treffen.
In zwei Jahren soll es auf der Place de Paris so aussehen.