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Busspur ist für die meisten Fahrzeuge tabu
Lokales 3 Min. 26.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Busspur ist für die meisten Fahrzeuge tabu

Mithilfe der Busfahrbahn sollen die sperrigen Fahrzeuge besser durch den Verkehr gelangen können.

Busspur ist für die meisten Fahrzeuge tabu

Mithilfe der Busfahrbahn sollen die sperrigen Fahrzeuge besser durch den Verkehr gelangen können.
Foto: Anouk Antony
Lokales 3 Min. 26.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Busspur ist für die meisten Fahrzeuge tabu

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Durch die Busspuren sollen die Fahrzeuge des öffentlichen Transports bevorteilt werden. Die meisten anderen Fahrzeuge haben auf der Fahrbahn nichts zu suchen.

Für Autofahrer kann sie unter Umständen verlockend sein: Denn während sich auf der eigenen Fahrbahn ein Fahrzeug an das andere reiht, herrscht auf der danebenliegenden Busspur freie Bahn. Dennoch sollte man davon absehen, die Spur zu wechseln. Dies könnte nämlich ein Bußgeld in Höhe von 74 Euro nach sich ziehen. Denn die Fahrbahn ist nur für bestimmte Verkehrsteilnehmer reserviert.

Der Straßenverkehrsordnung zufolge dürfen nämlich grundsätzlich nur Fahrzeuge des öffentlichen Personennahverkehrs und Schülertransporte die Spur benutzen. Andere Verkehrsteilnehmer dürfen sie lediglich überqueren, um zu anliegenden Grundstücken oder Parkplätzen zu gelangen. Für die Benutzer der Busspur gilt in diesem Fall stets Vorfahrt. Nur für Einsatzfahrzeuge im Eildienst sieht der Code de la route eine Ausnahmeregelung vor: Sie dürfen den Fahrstreifen nutzen.

Die meisten Busspuren sind allerdings mit dem Zusatzschild „véhicules visées par l'article 107 du code de la route autorisés“ gekennzeichnet. Dies bedeutet, dass auch Taxis, Krankenwagen, Autos von Ärzten im Einsatz, Fahrschulbusse sowie gepanzerte Transportfahrzeuge und deren Begleitfahrzeuge die Fahrbahn nutzen dürfen. Für Fahrräder und elektrische Tretroller ist sie indes nur freigegeben, wenn dies explizit durch ein entsprechendes Zusatzschild gekennzeichnet ist.


Unerlaubtes Nutzen der Busspur kann mit einem Bußgeld von 74 Euro einhergehen.
Kostspielige Fahrt auf der Busspur
Innerhalb von zwei Stunden hat die Polizei am Dienstagmorgen 40 Bußgelder verhängt. Dies, da die Verkehrsteilnehmer unerlaubt die Busspur nutzten, um etwas schneller voranzukommen.

Die speziellen Fahrstreifen sollen den jeweiligen Fahrzeugen ein schnelles und unkompliziertes Vorwärtskommen ermöglichen – vor allem aber sollen sie den öffentlichen Personennahverkehr gegenüber dem nach wie vor dominierenden Individualverkehr attraktiver gestalten.

Denn während der Verkehr auf der Busspur frei läuft, tummeln sich auf den restlichen Spuren mehr Fahrzeuge und es kommt zu Staus. Hinzu kommt, dass der Verkehr auf den speziellen Fahrbahnen von einem eigenen vorrangig geschalteten Ampelsystem geregelt wird.

Der große „Parkplatzklau“

Der Ursprung der Busspuren liegt hierzulande rund 30 Jahre zurück. So zählt die Busspur in der Avenue de la Liberté in der Hauptstadt zu den ersten des Landes. Ende Mai 1990 wurde sie zwischen dem Hauptbahnhof und der Place de Paris in Betrieb genommen.

Die Fahrbahn ermöglichte eine neue Streckenführung für die Busse und somit eine Zeitersparnis von bis zu drei Minuten, sodass die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Oberstadt in neun Minuten zu bewältigen war. Trotzdem war die Maßnahme zu jener Zeit alles andere als beliebt.

Auch in den 1990er-Jahren litt die Hauptstadt nämlich bereits unter Verkehrsproblemen – insbesondere Parkplätze waren damals eine Mangelware. Deshalb war es auch zahlreichen Personen ein Dorn im Auge, dass entlang der neuen Busspur zahlreiche Stellplätze verschwanden. Geschäftsleute und Einwohner protestierten, organisierten Versammlungen und sprachen von einem „Parkplatzklau“.


ARCHIV - 31.05.2010, Nordrhein-Westfalen, Köln: Eine Ampel. Die Ampel wird am 10. Dezember 150 Jahre alt. Das erste gasbetriebene Exemplar stand in London und explodierte nach drei Wochen. Der Siegeszug begann später in den USA. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Rotlichtmilieu
Im Dezember feierte die Ampel ihren 150. Geburtstag. Sofort durchsetzen konnte sich die Erfindung allerdings nicht. In Luxemburg gibt es die Signale erst seit 67 Jahren.

Durch die Einführung der Busspur floss der Verkehr nun aber in der Avenue de la Liberté in zwei Fahrtrichtungen. Nicht jeder Fußgänger schien diese Änderung allerdings sofort verinnerlicht zu haben. Binnen zwei Monaten ereigneten sich zwei schwere Verkehrsunfälle, weil die Fußgänger unachtsam auf die Straße getreten waren und nur dem Autoverkehr aus Richtung des Pont Adolphe Beachtung geschenkt hatten.

Um Fußgänger auf diese neue ungewohnte Gefahr aufmerksam zu machen, wurde die Busspur an den Stellen, an denen gegenläufiger Verkehr herrschte, bereits Ende Juli 1990 mit roter Farbe markiert.

Trotz aller Negativstimmen ließ die Stadtverwaltung sich aber nicht von der Umsetzung von Busspuren abbringen. Anfang August ging bereits ein neuer Fahrstreifen auf der Route d'Echternach in Dommeldingen in Betrieb.

Pläne für die Zukunft

Dort, wo Busspuren nicht umgesetzt werden können, steht der öffentliche Personennahverkehr allerdings weiterhin wie alle anderen Verkehrsteilnehmer auch im Stau. Deshalb sollen die Sonderfahrspuren hierzulande nicht die einzige Möglichkeit bleiben, um Bussen Vorfahrt zu gewährleisten.


Lokales,Kreuzung in Frisingen. Ampelanlage für Busse.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Eine grüne Welle für den Bus
Ein Pilotprojekt in Frisingen soll dem öffentlichen Transport an Kreuzungen durchgehend grüne Ampeln gewähren - mit entsprechendem Zeitgewinn gegenüber dem Individualverkehr.

So soll den Fahrzeugen auf verschiedenen Streckenabschnitten eine grüne Welle ermöglicht werden. Nähert sich ein Bus einer Ampel, soll diese mithilfe eines ausgeklügelten informatischen Systems automatisch auf Grün schalten.

Ein erstes entsprechendes Pilotprojekt soll in Frisingen ab Januar 2021 umgesetzt werden. Derzeit fasst das Ministerium 80 weitere Standorte im Land ins Auge, an denen das System zum Einsatz kommen könnte.


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Seit ihrer Einführung in den 90er Jahren werden die Busspuren Tag und Nacht genutzt, jedoch nicht nur von jenen Fahrzeugen, die eine Erlaubnis dafür haben. Solche riskanten Manöver verlaufen jedoch nicht immer glimpflich.
Unerlaubte Abkürzung: Viele Autofahrer wechseln, wie hier auf der hauptstädtischen Route d'Esch, zu früh auf den rechten Fahrstreifen, ohne die Fahrbahnmarkierungen zu beachten.