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Bunte Falter zum Greifen nah
Lokales 8 1 2 Min. 31.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Saisonauftakt im Schmetterlingsgarten

Bunte Falter zum Greifen nah

Lokales 8 1 2 Min. 31.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Saisonauftakt im Schmetterlingsgarten

Bunte Falter zum Greifen nah

Sie schlüpfen, legen Eier, fressen sich durch die Pflanzen und verpuppen sich wieder – wie dieser natürliche Kreislauf bei Schmetterlingen funktioniert, können Besucher wieder ab morgen im „Päiperleksgaart“ in Grevenmacher bewundern. Ein Blick hinter die Kulissen.

(if) - Manche leuchten grün wie ein Smaragd, andere schimmern gelb wie Gold. Hunderte farbenfrohe Schmetterlingskokons liegen auf dem Tisch in einem der Büroräume des „Jardin des papillons“ in Grevenmacher. Erst vor kurzem sind sie per Post angekommen: Sorgsam packt Biologin Lydia Reuter (53) sie aus einem braunen Karton aus. Rund 400 neue Schmetterlingspuppen treffen pro Woche im „Päiperleksgaart“ ein. „Wenn die Saison am Mittwoch eröffnet wird, dann sollen hier schon 500 bis 600 Schmetterlinge flattern“, erzählt Reuter. 

Die meisten Kokons stammen aus Costa Rica und von den Philippinen, doch einige Arten sind in Afrika oder Australien beheimatet. Diese bezieht Lydia Reuter über einen Zwischenhändler in England, der den Garten in Grevenmacher beliefert. Die Biologin ist seit der Eröffnung des tropischen Gewächshauses vor 26 Jahren mit dabei und kennt fast auswendig, welche Art von Schmetterlingen sich aus welcher Puppe entwickelt und von welchem Falter die Eier stammen.

Die meisten Falter schlüpfen nur vormittags

Damit die Schmetterlinge schlüpfen können, befestigt Lydia Reuter die Puppen mit einer speziellen Insektennadel an einem ihrer Seidenfäden an einem Tau. Doch hier sei höchste Vorsicht geboten, warnt Reuter vor: Wird der Kokon unachtsam durchstochen, wird die Schmetterlingspuppe später sterben. Die Gehäuse von manchen virusanfälligen Arten wie etwa dem Atlasspinner schneidet die Biologin vorher vorsichtig auf: „Um zu überprüfen, dass sie nicht parasitiert sind“, erklärt Reuter.

Die Anzahl der defekten Kokons sei im Schmetterlingsgarten eher gering, weiß sie. Lediglich zwei bis vier Prozent stellen sich später als ungeeignet heraus. Anschließend hängt die Biologin das mit Kokons prall gefüllte Seil im Brutkasten auf. „Dort müssen sie frei hängen, damit die Flügel sich ungestört entfalten können.“ Dann dauert es oft nur wenige Stunden, bis die ersten Falter schlüpfen. Atlasspinner, die nur nachts aktiv sind, verlassen ihre Kokons bei Einbruch der Dunkelheit. Die anderen Arten schlüpfen nur vormittags, um nachmittags einen sicheren Unterschlupf zu finden und abends nicht feucht zu werden.

Blütenvielfalt garantieren

„Es ist wichtig, dass die Schmetterlinge hier so viel wie möglich ein natürliches Umfeld haben“, stellt Reuter klar. Dafür müsse eine gewisse Blütenvielfalt im tropischen Gewächshaus garantiert werden. Doch damit die Schmetterlinge ihre Eier auf Pflanzenblättern überhaupt ablegen können, aus denen später wiederum Raupen und Puppen entstehen, muss einiges getan werden. Die biologische Schädlingsbekämpfung auf Pflanzen koste viel Arbeit, so Reuter: „Zu viele Schädlinge können dazu führen, dass die Pflanze verloren geht. Deswegen müssen die Mitarbeiter hier jedes Blatt kontrollieren. Man muss von jeder Pflanze den sanitären Zustand wissen.“ 

Bereits im Juli 2013 hatte sich unser  Videoteam im Schmetterlingsgarten umgesehen:

Gleichzeitig legen die Mitarbeiter viel Wert darauf, dass nicht zu viele Eier von Schmetterlingen auf Futterpflanzen wie Zitrus- und Orangenbäumchen liegen bleiben. “Sonst fressen die Raupen nachher alles weg“, erklärt Reuter. Von 100 abgelegten Eiern bleiben laut der Biologin im Schnitt zwei bis 20. Die Betreuung von Falterpuppen sei eine der größten Herausforderungen des Schmetterlingsgartens, meint die Biologin. Doch wenn ab Mittwoch wieder Tausende ins tropische Paradies strömen, ist die 53-Jährige froh: „Am schönsten ist es für mich zu sehen, wie die Besucher hereinkommen und über die Schmetterlinge staunen.“ 

Der Schmetterlingsgarten in Grevenmacher  ist vom 1. April bis zum 31. Oktober täglich (auch an Feiertagen) von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet.



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