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Bürgermeisterin Cécile Hemmen tritt zurück
Cécile Hemmen bekleidete das Amt des Bürgermeisters seit 2011.

Bürgermeisterin Cécile Hemmen tritt zurück

Foto:Gerry Huberty
Cécile Hemmen bekleidete das Amt des Bürgermeisters seit 2011.
Lokales 3 Min. 26.10.2018

Bürgermeisterin Cécile Hemmen tritt zurück

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Am Freitagmittag hat Cécile Hemmen, die seit 2011 Bürgermeisterin der Gemeinde Weiler-la-Tour ist, ihren Rücktritt von ihrem Mandat bekanntgegeben. Im Gemeinderat will sie aber weiterhin bleiben.

Nach sieben Jahren an der Spitze der Gemeinde Weiler-la-Tour wird LSAP-Politikerin Cécile Hemmen fortan in den Hintergrund treten und nur noch als Gemeinderatsmitglied die Interessen der Bürger vertreten. "Nach Unterstellungen und Provokationen auf politischer Ebene im Vorfeld der Komplementarwahlen, lehne ich es ab, meine Energie zu verbrauchen, um im Gemeinderat rein politische Auseinandersetzungen abzuwehren", betont Cécile Hemmen am Freitag in einer Pressemitteilung.

Dabei erinnert die bisherige Député-Maire daran, dass die Gemeinde Weiler-la-Tour mit ihren 2.480 Einwohnern nach dem Majorzsystem geführt wird. Seit sie das Bürgermeisteramt übernommen habe, seien große Modernisierungsprojekte umgesetzt sowie Investitionen getätigt worden, um die Lebensqualität der Bürger zu verbessern. So würden nun etwa das Gemeindepersonal und die Rettungsdienste über Infrastrukturen verfügen, die einer ländlichen Gemeinde würdig seien. "Diese Arbeiten konnten durch den gemeinsamen Willen des Schöffen- und Gemeinderates durchgeführt werden, ohne dass die Parteizugehörigkeit des einen oder anderen Mitglieds jemals die Diskussionen und Entscheidungen beeinflusst haben", heißt es weiter.

Kein Platz für politische Rivalitäten

Dem fügt die Politikerin hinzu: "Ich bin der Auffassung, dass eine kleine Gemeinde sich nur durch den uneingeschränkten und solidarischen Einsatz der Mandatsträger weiterentwickeln kann. Rein politische Rivalitäten haben dort keinen Platz." Abschließend erklärt sie: "Aus diesem Grund und um meine Gesundheit zu schützen, lege ich meine Funktion nieder ..."


12.10. Gelle Fra /   Fahne Luxemburg / Identität / Nation / Nationalität / Luxemburg / Letzebuerg / Stadt Luxemburg / Peitruss Foto.Guy Jallay
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Von den bisherigen Koalitionspartnern geht im Bezirk Zentrum nur ein Sieger hervor. Déi Gréng gewinnen insgesamt zwei Sitze hinzu, während LSAP und DP jeweils einen Sitz abgeben müssen. Auch die CSV verliert Stimmen, bleibt aber an der Spitze.

Cécile Hemmen wird ihr Mandat nun noch weiter ausüben, bis ihr Nachfolger vereidigt ist. Wer dies allerdings sein wird, steht zurzeit noch nicht fest

Blickt man jedoch auf das Wahlresultat der Kommunalwahlen in 2017, dürfte Vincent Reding gute Chancen dafür haben. Der junge CSV-Politiker hatte Cécile Hemmen damals mit 729 Stimmen auf den zweiten Platz verwiesen. Die damalige Bürgermeisterin erzielte lediglich 666 Stimmen. Der damals 25-Jährige hatte in den ersten Tagen nach den Wahlen versucht, eine Mehrheit im Gemeinderat zu finden. Am Ende wurde sich darauf geeinigt, dass Cécile Hemmen die Gemeinde weiter leiten würde. Vincent Reding und Carlo Ernst standen ihr seitdem als Schöffen zur Seite. 

Bei den Landeswahlen am 14. Oktober waren sowohl Cécile Hemmen (LSAP) als auch Vincent Reding (CSV) als Kandidaten angetreten. Dabei zeigte sich in Weiler-la-Tour ein Trend, der in der Mehrzahl der Gemeinden zu erkennen ist. Dort hatte die LSAP mit einem Minus von 6,17 Prozent in der Wählergunst verloren. Nichtsdestotrotz lag Bürgermeisterin Cécile Hemmen mit 284 Stimmen auf dem zweiten Platz hinter Minister Etienne Schneider (362). Den Sprung ins Parlament schaffte sie in diesem Jahr allerdings nicht mehr. 

Die Wähler schienen allerdings die Arbeit des christlich-sozialen Schöffen zu würdigen. So erhielt Vincent Reding in seiner Gemeinde mit 751 Stimmen nicht nur mehr Zustimmung als CSV-Spitzenkandidat Claude Wiseler (568), sondern hatte damit auch einen deutlichen Vorsprung auf das Gemeindeoberhaupt.

Keine weiteren Komplementarwahlen

In Weiler-la-Tour mussten die Bürger aber nach 2012 am 14. Oktober erneut zu Komplementarwahlen anrücken.  Dabei setzten sich Bob Wagner (842) und Andrée Colas (574) gegen den dritten Kandidaten, Maurice Groben (425 Stimmen), durch. Die Wahlen waren durch das Ausscheiden von zwei Gemeinderatsmitgliedern nötig geworden. Während Fernand Schroeder seinen Rücktritt aus persönlichen Gründen eingereicht hatte, hatte Bob Wagner am 7. März wegen der Unvereinbarkeit von Beruf und Politik aus dem Gemeinderat austreten müssen. Wagner ist nämlich Mitglied der Berufsfeuerwehr und war bis zum 30. Juni bei der nationalen Verwaltung der Rettungsdienste angestellt, die dem Innenministerium untersteht. Nachdem das Gesetz über das Corps grand-ducal d'incendie et de secours (CGDIS) zum 1. Juli in Kraft trat, gehört Wagner diesem nun an und war somit wieder wählbar. 

Nach den erneuten Komplementarwahlen unterstreicht Cécile Hemmen aber, dass sie auch weiterhin im Gemeinderat bleiben wird. "Wir können den Bürgern keine weiteren Komplementarwahlen zumuten", betont sie.

 

 


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