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Brisante Auszüge aus der Anklageschrift
Lokales 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Brisante Auszüge aus der Anklageschrift

Lokales 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Brisante Auszüge aus der Anklageschrift

Die Ermittlungen im Fall Bommeleeër wurden laut Staatsanwaltschaft konsequent und über Jahre hinweg manipuliert, die Ermittler an ihrer Arbeit gehindert und Erkenntnisse auf dem strengen Dienstweg unter den Tisch gekehrt. Der Anwalt eines der angeklagten Elite-Gendarmen, Me Gaston Vogel, hat dem „Luxemburger Wort“ gegenüber exklusiv Auszüge aus der Anklageschrift zitiert.

(str/ham) - Die Ermittlungen im Fall Bommeleeër wurden laut Staatsanwaltschaft konsequent und über Jahre hinweg manipuliert, die Ermittler an ihrer Arbeit gehindert und Erkenntnisse auf dem strengen Dienstweg unter den Tisch gekehrt. Der Anwalt eines der angeklagten Elite-Gendarmen, Me Gaston Vogel, hat dem „Luxemburger Wort“ gegenüber exklusiv Auszüge aus der Anklageschrift zitiert.

Bislang waren aus dem Ermittlungsdossier und der daraus resultierenden Anklageschrift kaum Details durchgesickert. Ein erster Einblick offenbart allerdings beeindruckende Abgründe, die zwar vermutet werden konnten, nun aber erstmals anhand von konkreten Beispielen illustriert werden.

Auch wenn kein Einblick in die Gesamtheit des „Requisitoire“ gewährt wurde, rücken die von Vogel genannten Passagen aus dem Schriftstück der Staatsanwaltschaft vor allem den ehemaligen Kommandanten der Gendarmerie, Aloyse Harpes, in ein zweifelhaftes Licht. Dass die Rolle der Beschuldigten mit diesen Enthüllungen auch in den Hintergrund rückt, dürfte Strafverteidiger Vogel mehr als recht sein.

Anweisung: „Den Gerichtsbehörden nicht alles mitteilen“

Neue Erkenntnisse ergeben sich allerdings aus den von Vogel ausgewählten Zitaten vor allem über die laut Staatsanwaltschaft zweifelhafte Rolle von Colonel Harpes und die gesamte Gendarmeriespitze. Der Nachfolger von Colonel Wagner habe den Informationsfluss zwischen den einzelnen Einheiten aktiv behindert.

Paul Haan, einer der wichtigsten Bommeleeër-Ermittler, sagte der Schrift zufolge einst aus: „Harpes hat versucht mir zu erklären, die Ermittlungen seien polizeilicher Natur. Deshalb müsste man den Gerichtsbehörden nicht alles mitteilen.“

Doch damit nicht genug. Die Ermittler hätten sich zudem bei Untersuchungsrichter Prosper Klein darüber beklagt, dass das Gendarmerie-Kommando die gesamte Informationshoheit an sich gerissen habe. Demnach sei verhindert worden, dass Informationen auf horizontaler Ebene zirkulierten. Alles sei fortan nur noch über die Kommandantur gelaufen. Die habe dann entschieden, welche Information an die Ermittler weiter zu leiten seien und welche nicht.

Mehr aus der Anklageschrift in der Dienstagsausgabe der „Luxemburger Wort“.