Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Brexit: Irische Abgeordnete zu Besuch in Luxemburg
Lokales 18.04.2019

Brexit: Irische Abgeordnete zu Besuch in Luxemburg

Von links nach rechts : Senator Neale Richmond, Senator Kieran O’Donnell, André Bauler, Senator Gerry Horkan, Marc Angel und der irische Botschafter Peadar Carpenter.

Brexit: Irische Abgeordnete zu Besuch in Luxemburg

Von links nach rechts : Senator Neale Richmond, Senator Kieran O’Donnell, André Bauler, Senator Gerry Horkan, Marc Angel und der irische Botschafter Peadar Carpenter.
Foto: Chambre des Députés
Lokales 18.04.2019

Brexit: Irische Abgeordnete zu Besuch in Luxemburg

Sarah CAMES
Sarah CAMES
"Der Brexit wird Irland härter treffen als das Vereinigte Königreich", so die irische Abgeordneten-Delegation zu luxemburgischen Parlamentariern.

André Bauler (DP), Präsident der Finanzkommission, und Marc Angel (LSAP), Präsident der Kommission für auswärtige Angelegenheiten, trafen sich am Dienstagmorgen mit dem irischen Botschafter Peadar Carpenter und drei Abgeordneten des irischen Parlaments, auch Oireachtas genannt: Senator Neale Richmond, Senator Kieran O’Donnell und Senator Gerry Horkan.


HANDOUT - 14.01.2019, Großbritannien, London: Dieses vom House Of Commons zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt Theresa May, Premierministerin von Großbritannien, während einer Rewde im Parlament. (Bestmögliche Qualität) Foto: House Of Commons/PA Wire/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
May warnt vor Auseinanderbrechen des Vereinigten Königreichs
Einen Tag vor der Abstimmung über den Brexit-Deal gilt eine Niederlage der Regierung schon als ausgemacht. Weit weniger klar scheint, wie es danach weitergeht. Wird der Brexit noch einmal aufgeschoben?

Vertreter beider Länder unterstrichen das gute Verhältnis zwischen der Republik Irland und Luxemburg. "Was auch immer wir tun können, um diese Beziehungen weiter auszubauen, sagt es uns", so ein irischer Abgeordneter am Dienstag.

Irland und Luxemburg stehen aktuell ganz ähnlichen Herausforderungen gegenüber und über diese Probleme tauschten sich die Abgeordneten ausgiebig aus. Da wären zum Beispiel die Abhängigkeit von qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland, um die Bedürfnisse einer boomenden Wirtschaft zu decken und den damit einhergehenden steigenden Wohnkosten. Auch die Transition zu einer digitalen Wirtschaft stellt beide Länder vor Herausforderungen.

Abgeordnete beider Länder räumten ein, wohl kurzfristig von einem Austritt Großbritanniens aus der EU zu profitieren, da viele Konzerne einen Umzug zu luxemburgischen oder irischen Standorten in Erwägung ziehen und dies die regionale Wirtschaft weiter ankurbeln würde. Auf lange Sicht sei allerdings nicht absehbar, was ein Brexit in der Realität für beide Länder bedeuten würde. Es handele sich um eine tief gehende Umwälzung, deren Folgen noch nicht vorhersehbar wären.

Die irischen Amtsträger trafen sich am Dienstag mit luxemburgischen Parlamentariern.
Die irischen Amtsträger trafen sich am Dienstag mit luxemburgischen Parlamentariern.
Foto: Chambre des Députés

Vor allem die Möglichkeit einer harten Grenze zwischen Nordirland und der Republik macht den irischen Parlamentariern Sorgen. Sie befürchten erneute Gewaltausbrüche in der Grenzregion. Es wäre höchste Priorität, das "Good Friday" Friedensabkommen zu erhalten, das nach jahrzehntelangen blutigen Auseinandersetzungen in der irischen Grenzregion mit Nordirland im Jahre 1998 abgeschlossen wurde. Brexit könnte dieses Abkommen gefährden, befürchtet das irische Parlament.

Auch wenn die Republik Irland wirtschaftlich zu den Gewinnern eines potenziellen Brexit gezählt wird, wäre jeglicher finanzieller Profit "wertlos" im Vergleich zu dem Ziel, den Frieden zu erhalten.

"Europa ist nicht perfekt, aber es geht uns besser drinnen als draußen", erklärte einer der irischen Abgeordneten am Dienstag. Europa sei ein "stabilisierender Faktor" - und Stabilität ist ein Zustand, den die Bewohner der grünen Insel seit dem Friedensabkommen des Jahres 1998 zu schätzen gelernt haben.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die grüne Insel klingt und singt
Wer Irlands und damit Dublins Seele sucht, findet sie im milden Klima, in atemberaubender Geschichte, in so manchem Guinness und natürlich in den oft schwermütigen Liedern der Musiker in den Pubs und auf den Straßen.
Irland
Grenzwertig
An einer Grenze zeigt die Politik ihr wahres Gesicht – meist ist es ein nationalistisches.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.